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„Tatort: Die Zeit ist gekommen“ (Episode 1127): Kritik

„Tatort: Die Zeit ist gekommen“ (Episode 1127): Kritik
© MDR

Die Dresdner Kommissarinnen Gorniak und Winkler bekamen es in ihrem neusten „Tatort“-Einsatz mit einer Geiselnahme zu tun und gerieten mitten in ein Familiendrama. Ob die Folge „Die Zeit ist gekommen“ überzeugen kann, erfahrt ihr in Mareks „Tatort“-Kritik zur Episode vom Sonntag, dem 5. April 2020.

Poster Tatort

Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Die Zeit ist gekommen“?

Seit die taffe Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) 2016 die Ermittlungen in Dresden aufgenommen hat, ist die Zeit der emotional aufgeladenen Räuberpistolen des Ex-Ehepaares Saalfeld und Keppler vorbei. Stattdessen rücken die Kriminalfälle an sich wieder in den Vordergrund, so auch in der neusten „Tatort“-Episode „Die Zeit ist gekommen“.

Für privates Geplänkel ist in dem fiebrigen Geiseldrama kein Platz, obwohl es durchaus viel zu besprechen gäbe. Die Beziehung zwischen der Kommissarin und ihrer neuen Kollegin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) steckt noch in den Kinderschuhen, außerdem befindet sich ihr Chef Peter Schnabel (Martin Brambach) weiterhin mitten im Wandel vom Ekelpaket zum fürsorglichen Vorgesetzten.

Zum Glück ist der Glaube an die eigenen Fähigkeiten bei Karin Gorniak immer noch vorhanden, denn ihr neuer Einsatz fordert der gesamten Dresdner Polizei mehr Fingerspitzengefühl ab als ihnen jede noch so teuer bezahlte Teambuilding-Maßnahme beibringen könnte.

Die 11 beliebtesten „Tatort“-Kommissare der letzten 40 Jahre findet ihr im Video: 

Das sind die 11 besten Tatort-Kommissare

Worum geht es im „Tatort“„Die Zeit ist gekommen“?

Polizist Jan Landrock wurde vor seiner Wohnung erschlagen. Alle Spuren deuten auf einen Raubmord hin. Als die Polizei einen Baseballschläger mit eindeutig zuzuordnenden Fingerabdrücken findet, stößt sie auf den einschlägig vorbestraften Louis Bürger (Max Riemelt), dem bei der Befragung nichts besseres einfällt, als das Weite zu suchen. So bleibt den Kommissarinnen Gorniak und Winkler keine andere Wahl, als den Familienvater festzunehmen.

Zu diesem Zeitpunkt ahnen sie nicht, welches Drama sie dadurch auslösen. Mithilfe seiner Frau Anna gelingt dem Verdächtigen die Flucht aus der Untersuchungshaft. In einer Kurzschlussreaktion beschließen die beiden, ihren Sohn Tim aus dem Kinderheim zu holen und nach Kroatien zu fliehen.

Die Kommissarinnen durchschauen den Plan und riegeln das Gebäude ab. Daraufhin nimmt Louis Bürger die Heimleiterin und einen Jugendlichen als Geiseln. Er fordert von der Polizei, den wahren Mörder von Jan Landrock zu finden. Währenddessen entdecken die Ermittler zwei weitere Mädchen, die sich in dem Kinderheim verstecken.

Mareks „Tatort“-Kritik: Spannendes Highlight einer durchwachsenen Krimi-Saison

Der „Tatort“ tut sich in der laufenden Saison schwer, konstant mit hochwertigen Episoden zu punkten. Großtaten wie die Münchner Folge „Unklare Lage“ wechseln sich zu oft mit konstruierten Experimenten ab und selbst gestandene Kommissarinnen wie Charlotte Lindholm überraschen mit ungeahnten Schwächen.

„Die Zeit ist gekommen“ gehört zweifelsohne zu den Gewinnern des Jahres, auch wenn der Anfang ein wenig ungelenk daherkommt. Spätestens mit Beginn der Geiselnahme kommen aber alle Stärken des „Tatorts“ zur Geltung. Die Geschichte entwickelt eine regelrechte Sogwirkung, die einen bis zum Schlussakkord vor den Fernseher fesselt. Selbst der auf den ersten Blick unnötig erscheinende Handlungsstrang um die beiden verirrten Mädchen erweist sich letztlich als raffinierter Kniff, um die Spannung weiter hoch zu halten.

Die starke Besetzung tut ihr Übriges dazu, dass „Die Zeit ist gekommen“ noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Besonders Max Riemelt liefert als gescheiterte Existenz am Rand des Nervenzusammenbruchs eine beeindruckende und vor allem glaubwürdige Vorstellung ab.

Das clevere Drehbuch sorgt darüber hinaus dafür, dass man sich nie sicher sein kann, wann der Geiselnehmer endgültig jede Beherrschung verliert. Dass die parallel laufenden Mordermittlungen letztlich etwas flach ausfallen, ist bei der Gemengelage zweitrangig und tut dem insgesamt starken „Tatort“ nicht weiter weh. Bleibt nur zu hoffen, dass die kommende Folge die Qualität halten kann.

Die „Tatort“-Episode „Die Zeit ist gekommen“ wurde am Sonntag, dem 5. April 2020 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist jetzt für sechs Monate in der Mediathek als Wiederholung im Stream verfügbar. An Ostern geht es kommende Woche nach Saarbrücken. Dort feiert ein neues Team mit der Episode „Das fleißige Lieschen“ sein Debüt.

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