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„Tatort: Das kalte Haus“ (Episode 1203): Kritik

„Tatort: Das kalte Haus“ (Episode 1203): Kritik
© MDR / MadeFor / Hardy Spitz

In der Regel ist auf den Dresdner „Tatort“ Verlass. Warum es diesmal aber ein ganzes Weilchen dauert, bis wir in den Genuss eines hochwertigen Krimis gelangen, erfahrt ihr in Mareks Kritik zur Episode „Das kalte Haus“.

Poster Tatort

Tatort

Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Das kalte Haus“?

Ob im Schlagermilieu, beim Rettungsdienst oder während eines seltenen Ausflugs ins Horrorhafte, bislang hat das Dresdner Trio Gorniak, Winkler und Schnabel jede ihm gestellte Aufgabe mit Bravour gemeistert. Allein Martin Brambach als dezent aus der Zeit gefallener Revierleiter mit Hang zum überholten Herrenwitz ist seit sechs Jahren Grund genug, sich auf jeden Einsatz aus Sachsen zu freuen.

An ihm und seinen Mitstreiterinnen Karin Hanczewski und Cornelia Gröschel liegt es dann auch am wenigsten, dass sich zumindest das erste Drittel ihres neusten Krimis in einer unausgegorenen Hitchcock-Hommage verrennt, die zu allem Überfluss mit einem unnötigen Blick in die Kindheit von Kommissarin Karin Gorniak an den doch recht grobschlächtigen Bremer „Tatort: Liebeswut“ erinnert, der erst vor einer Woche für so manches Kopfschütteln am Sonntagabend sorgte. Zufall ist das nicht, schließlich wurden beide Fälle von Regisseurin Anne Zohra Berrached inszeniert, die hier zusätzlich auch am Drehbuch mitarbeiten durfte. Dank des wie immer tollen Dresdner Personals ist ihr diesmal immerhin der deutlich bessere „Tatort“ gelungen.

Spannende Fakten über Deutschlands beliebteste Krimireihe findet ihr im Video.

Worum geht es im „Tatort“„Das kalte Haus“?

Ein Kofferraum voller Wein und ein lässiges Bierchen in der Hand. Was fehlt Kommissarin Gorniak noch, um gebührend Geburtstag zu feiern? Genau, drei Flaschen Sekt! Die besorgt ihre neuerdings zur besten Freundin beförderte Kollegin Leonie Winkler und so geht es für beide bald atemlos im Dienstwagen durch die Nacht.

Von wegen, denn die Funke ist immer noch an und an der Strippe meldet sich Kommissariatsleiter Peter Schnabel, wünscht beiläufig alles Gute und bestellt die beiden Damen in das Haus von Simon Fischer, einem persönlichen Freund des Polizeipräsidenten, der kurz zuvor den Alarm in seiner schnieken Villa auslöste. Spätestens als die beiden Ermittlerinnen Blutspuren seiner verschwundenen Ehefrau entdecken, ist es mit dem Feiern vorbei. Stattdessen muss Karin Gorniak in den Angriffsmodus übergehen, schließlich ist sie die einzige, die Simon Fischer für den Täter hält.

Mareks „Tatort“-Kritik: Kaffee, Sekt und ein tolles Ensemble sorgen für die Wende

Selten hat man sich so sehr eine Heizung gewünscht wie im kalten Haus des mitteldeutschen Rundfunks, zumindest zu beginn des neusten Dresdner „Tatorts“, dessen gewollt auf gruselig verschroben getrimmte Hitchcock-Hommage keinen Fuß auf die marmorierte Terrasse bekommt. Selbst die sonst so blendend funktionierenden schwarzhumorigen Einlagen wirken bemüht, zu allem Überfluss sägt der an den Klassiker „Psycho“ angelehnte Soundtrack unermüdlich am eigenen Nervenkostüm.

Doch gerade als man geneigt ist, die Eierschecke in den Orchestergraben zu werfen, geschieht bei Sekt und Kuchen doch noch das Pfingstwunder. Es ist eine kleine, für den weiteren Verlauf der Handlung wenig bedeutende Szene, in der Peter Schnabel zum Zuckerdieb wird, die der ganzen Klasse ihres Personals gerecht wird. Das brillante Kabinettstückchen der gehobenen Schauspielkunst fungiert zugleich als Wendepunkt für den gesamten „Tatort“. Plötzlich spielen die unnötigen Anleihen bei Norman Bates keine Rolle mehr, stattdessen wird kräftig an der Spannungskurve gedreht und die eigentliche Kriminalgeschichte findet doch noch ungeahnte Wendungen, die in einem würdigen Finale münden, das den üblichen Qualitätsstandards an der Elbe entspricht. Na also!

Die „Tatort“-Episode „Das kalte Haus“ wurde wie an Pfingsten üblich am Montagabend, dem 6. Juni 2022 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist jetzt in der Mediathek für sechs Monate als Wiederholung im Stream verfügbar. Als nächstes geht es nach Hamburg zum Gespann Falke und Grosz und dem „Tatort: Schattenleben“.

 

Wie gut ihr euch mit dem „Tatort“ auskennt, könnt ihr im Quiz testen.

„Tatort“-Quiz: Testet euer Wissen über Thiel, Boerne und Co.!

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