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Fear the Walking Dead Staffel 2 Folge 7: Midseason-Finale Review

Author: Helena CeredovHelena Ceredov |

Fear the Walking Dead Poster
© Splendid/One

Mit dem Midseason-Finale hat „Fear the Walking Dead“ endlich an Fahrt gewonnen. Doch die Art mit der die erste Hälfte der Staffel abgeschlossen wurde, sorgte für einigen Unmut bei den Fans. Wir fassen die Ereignisse für euch zusammen und stellen Vermutungen für die kommenden Folgen an.

Gegen Ende von „Fear the Walking Dead“ Staffel 2 hoffte unsere Gruppe rund um Madison (Kim Dickens), Travis (Cliff Curtis), Daniel (Rubén Blades) und Strand (Colman Domingo) in einer idyllischen Hazienda in Mexiko einen sicheren Rückzugsort zu finden. Wie zu erwarten war, haben sie sich bitter getäuscht. Wenn wir eins gelernt haben, dann dass es in der Zombieapokalypse so etwas wie einen sicheren Ort nicht gibt. Dabei gilt das altbewährte Prinzip: Nicht die Zombies sind die größte Bedrohung, sondern die Menschen.

Das Midseason-Finale der 2. Staffel „Shiva“ führte nochmal vor Augen, wie irrationale Entscheidungen zur Katastrophe führen können. Dabei stand alles im Zeichen des Wahnsinns: Von der komplett durchgeknallten Celia (Marlene Forté), die aus der Erscheinung der Zombies eine perverse Religion macht, bis zum verwirrten Daniel, der von der Geistererscheinung seiner Frau in den Irrsinn getrieben wird. Sie alle denken, dass sie die neue Weltordnung verstehen. In Wirklichkeit werden sie von den Ereignissen zerstört.

Celia: Der Tod ist nicht das Ende

Nachdem Strand seinen kranken Geliebten erschossen hat, um ihn vor dem Zombie-Dasein zu bewahren, wird er von der rasenden Celia konfrontiert. Strand der Feigling hätte sich beißen lassen sollen, dann wäre er wenigstens im Tod mit seinem Partner vereint. Aus Wut verstößt Celia die Neuankömmlinge: Sie haben einen Tag Zeit, um die Villa zu verlassen.

Einzige Ausnahme ist Nick (Frank Dillane), der Celias Faszination mit den Untoten scheinbar teilt. Das Verständnis zwischen Celia und Nick gefällt seiner eifersüchtigen Mutter Madison ganz und gar nicht. Und so tut sie das in ihren eigenen Augen einzig Richtige: Madison verfüttert die fanatische Celia bei lebendigen Leib an die Zombies, die diese aus Mitgefühl in den Keller gesperrt hat. Eins zu Null für die Übermutter.

Daniel: Ein zündender Abgang

Auch wenn Daniels Brandanschlag auf die Villa die Geschichte vorangetrieben hat, hinterlässt sein Tod einen bitteren Nachgeschmack. Daniel war bisher der vernünftigste der gesamten Truppe. Er schien die nötigen Survival-Skills zu haben, um seine idiotischen Begleiter zweimal zu überleben.

Umso erstaunlicher ist es, dass er ohne Vorwarnung in der letzten Folge zum brabbelnden alten Mann wird, der Gespenster sieht und seine eigene Tochter Ofelia (Mercedes Marsöhn) in Gefahr bringt. Auch wenn Daniels Abgang einen gewissen Coolness-Faktor hat, machte das Ende einen übereilten und unlogischen Eindruck. Als wäre den Machern eine möglichst dramatische Geschichte wichtiger als eine angemessene Entwicklung der Charaktere.

Daniel gehörte jedenfalls zu den beliebtesten Figuren der Serie, die im Vergleich zu „The Walking Dead“ richtige Sympathieträger schmerzlich vermissen lässt. Ob „Faer the Walking Dead“ ohne seinePräsenz funktionieren wird, bleibt abzuwarten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Er ist nicht On-Screen gestorben. Die Showrunner haben jedenfalls in einem Interview angedeutet, dass er in Staffel 3 zurückkommen könnte.

Christopher: Ein Milchbubi läuft Amok

Im Vergleich zu Daniel, der immerhin nur Fremde angriff, scheint Christopher komplett zum Soziopathen mutiert zu sein. Schon in der vorletzten Episode zückte er ein Messer, um seine Stieffamilie hinterrücks im Schlaf zu meucheln. Im Finale läuft er schließlich davon, wobei der verzweifelte Travis ihm dicht auf den Fersen folgt. Es kommt schließlich zum Showdown zwischen Vater und Sohn, wobei Christopher einen kleinen Jungen bedroht und seinen eigenen Vater mit einem Messer angreift.

Auch diese Entwicklung kommt irgendwie aus dem Blauen. Ausgerechnet der Milchbubi soll zum unberechenbaren Killer werden? Irgendwie kann man das nicht so Recht abkaufen, denn die Serie hat es nicht geschafft, diese Entwicklung glaubwürdig vorzubereiten. Warum wollte er seine Stieffamilie töten? Vielleicht weil er unerlaubte Gefühle für seine Stiefschwester Alicia (Alycia Debnam-Carey) hegt oder weil er denkt, dass Madison ihm den Vater weggenommen hat. Aber warum greift er dann Travis an?

Travis bleibt auch in dieser Folge blass und ohne interessante eigene Agenda. Gleichzeitig scheint es logisch, dass Travis sich für seinen Sohn entscheidet und alleine mit ihm loszieht, um Madison und den Rest der Gruppe nicht zu gefährden. In den nächsten Folgen wird sich zeigen, ob er Chris etwas Verstand einbläuen kann oder ein Opfer unvermeidlich ist.

Midseason-Finale Review Fazit: Sie gehen ihren eigenen Weg

Am Ende treffen alle nochmal aufeinander, nur um sich kurz darauf doch noch zu trennen. Nick begegnet Travis und Chris und erkennt, dass er beide ziehen lassen muss. Während die Hazienda abbrennt, schließen sich Strand, Madison, Ofelia und Alicia zusammen, um die zurückgelassene Yacht zu suchen. In diesem Moment kehrt Nick von seiner erfolglosen Mission zurück. Als er seine Mutter fragt, was passiert ist, hat diese keine passable Antwort. Nick realisiert, dass seine Familie die wahren Monster sind, und geht seinen eigenen Weg. Das ist völlig verständlich, Zombies sind bei dieser Sippschaft wohl die bessere Gesellschaft.

In der letzten Staffel haben sich die Charaktere durchaus interessant entwickelt: Nick, der in der ersten Staffel extrem nervte, wurde zu einer starken Persönlichkeit, die der apokalyptischen Realität ins Auge sehen kann. Auch Madisons Entwicklung zur skrupellosen Matriarchin hat ihren Reiz. Strands Verlust macht ihn sympathischer und menschlicher. Die anderen Charaktere etwa Travis, Ofelia und Christopher bleiben leider weiterhin blass. Wir können schonmal darauf gespannt sein, wie Teil B der 2. Staffel diese Entwicklung vorantreiben will. Jedenfalls werden wir in den kommenden Folgen parallel verlaufende Geschichten verfolgen. Die Frage ist, ob das funktioniert, immerhin hat die etwas kranke Dynamik innerhalb der Gruppe das größte dramatische Potential gehabt. Ob ein Handlunggstrang nur mit Travis und Christopher als tragende Figuren für den Zuschauer interessant ist, bleibt abzuwarten.

Daneben erfahrt ihr hier, wo ihr „Fear the Walking Dead“ im Stream anschauen könnt und wann ihr mit „Fear the Walking Dead“ Staffel 3 rechnen könnt.

Fear the Walking Dead Staffel 2 Folge 8 Review: Grotesk

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