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   Kinostart: 21.03.2019

Us: „Get Out“-Regisseur Jordan Peele bereitet einen neuen Alptraum vor, in dem zwei Paare auf ihre perfekten und brutalen Doppelgänger treffen.

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„Wir“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

„Get Out“-Regisseur Jordan Peele bereitet einen neuen Alptraum vor, in dem zwei Paare auf ihre perfekten und brutalen Doppelgänger treffen.

Mit dem sozialkritischen Horrorfilm „Get Out“ hat Regisseur Jordan Peele im Jahr 2017 ein echtes Phänomen geschaffen. Der Film konnte nicht nur 255 Millionen Dollar einspielen — bei Produktionskosten von 4,6 Millionen Dollar —, darüber hinaus wurde der Schocker für die Oscars in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller nominiert. Den Oscar für das Beste Originaldrehbuch hat Peele mit nach Hause genommen. Und „Get Out“ war erst das Regiedebüt von Jordan Peele.

„Wir“ - Handlung

Eigentlich will Adelaide Wilson (Lupita Nyong’o) gemeinsam mit ihrem Mann Gabe (Winston Duke) und den beiden Kindern Zora (Shahadi Wright Joseph) und Jason (Evan Alex) bloß einen kurzen Sommerurlaub an die Küste unternehmen. Doch Adelaide verbindet ein traumatisches Kindheitserlebnis mit dem Vergnügungspark in Santa Cruz, an das sie sich nun langsam wieder erinnert. An dem scheinbar harmlosen Ort hat sich etwas Schreckliches zugetragen. Und noch ist das Grauen nicht überwunden.

Am Abend stehen plötzlich vier unbekannte Personen vor dem Ferienhaus der Familie. Sie reagieren auf keine Warnung. Dann greifen sie das Ferienhaus an. Mit Entsetzen stellt Adelaide fest, dass es sich um perfekte Doppelgänger ihrer Familie handelt. Und sie sind nicht die einzigen, die angegriffen wurden. Auch die befreundeten Tylers - Mutter Kitty (Elisabeth Moss), Vater Josh (Tim Heidecker) und die Zwillingstöchter Becca (Cali Sheldon) und Lindsey (Noelle Sheldon) - werden von ihren grausamen Doppelgängern angegriffen.

„Wir“ - Besetzung

Mit seinem zweiten Spielfilm „Wir“ (OT: „Us“) will Peele im Frühjahr 2019 an den Erfolg von „Get Out“ anknüpfen. Peele, der wieder das Drehbuch geschrieben hat, produziert den Horrorfilm erneut unter der Ägide von Jason Blum („Blackkklansman“) mit den beiden „Black Panther“-Darstellern Lupita Nyong’o und Winston Duke sowie dem The Handmaid’s Tale“-Star Elisabeth Moss in den Hauptrollen. Im Vorfeld hatte Peele mehrmals betont, sich mit seinem zweiten Spielfilm deutlich von „Get Out“ abheben zu wollen, Das ist ihm mit „Us“ beeindruckend gelungen.

Der Horrorthriller vermischt Versatzstücke ganz unterschiedlicher Genres zu einem subversiven und metaphernreichen Alptraum über die menschliche Psyche. Dabei werden Elemente aus Home Invasion Thriller, Endzeit-Film und dem Paranoia-Horrorfilm zu einem verstörenden Ganzen verbunden. Es lohnt sich, „Wir“ mehrmals zu schauen. Und für ihre darstellerische Leistung in einer schwierigen Doppelrolle hätte Lupita Nyong’o ihren zweiten Oscar redlich verdient.

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Kritiken und Bewertungen

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406 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Jordan Peeles WIR ist ein packender, mit vielen amüsanten Momenten gewürzter Horrorthriller, in dem eine Familie einen Urlaub am Meer machen möchte und eines Abends in ihrem Haus eine fremde Familie vorfindet - die exakt so aussieht wie sie selbst.

      Adelaide und Gabe Wilson wollen mit ihren Kindern Zora und Jason ein paar friedliche Tage am Meer verbringen. Endlich mal die Seele baumeln lassen und eine schöne Zeit haben. Doch Adelaide kann die schöne Aussicht und das tolle Wetter nicht genießen, da die Umgebung Erinnerungen an ein dramatisches Erlebnis aus Ihrer Kindheit weckt. Eines Abends bekommen die Wilsons Besuch. In der Einfahrt steht eine Familie. Eine Familie, die exakt so aussieht wie sie. Wie bereits in seinem ersten Film GET OUT beweist Regisseur, Autor und Produzent Jordan Peele auch in WIR, auf welch beeindruckende Art es ihm gelingt, Horror, Humor und Gesellschaftskritik in perfider Mischung miteinander zu verbinden. Die Schockmomente sind effektvoll inszeniert und die komplexe Story lässt den Zuschauer mehr als einmal voller Anspannung im Dunkeln tappen. Dazu kreieren Sound und das Kamera- und Montagekonzept eine gruselig-dichte Atmosphäre. Und sowohl der perfekt getimte Soundtrack als auch die pointierten Dialoge sorgen für jede Menge Lacher, die aufgrund der rasanten Handlung schnell auch mal im Halse stecken bleiben können. Die immerwährende Stimmung der Bedrohung wird vom großartigen Cast unterstützt. Sämtliche Schauspieler agieren in ihren „Doppelgänger“-Rollen wie verzerrte Visionen ihrer selbst und sorgen durch die fratzenhafte Überzeichnung für jede Menge wohliger Gruselschauer. Bis zu dem letzten überraschenden Twist baut Peele seinen Thriller wie ein Puzzle auf und im Subtext der Geschichte lassen sich mit Unterdrückung, Aufbegehren und dem Aufbrechen einer zivilisatorischen Maske eine Menge gesellschaftlicher Diskurse entdecken. Doch auch abgesehen davon ist WIR ein superspannendes, packendes und bitterbös geniales Kino-Vergnügen.

      Jurybegründung:

      In seiner zweiten Regiearbeit nach dem gefeierten GET OUT nähert sich Jordan Peele weiter dem klassischen Horrorfilmgenre an. War GET OUT im Grunde noch eher als Thriller angelegt, so zieht Peele in WIR dank zahlreicher Slasher-Szenen und makabrer Spannungsmomente die bekannten Register des Genres sehr viel deutlicher. Treu geblieben ist er sich aber damit, den Genrefilm dafür zu nutzen, sehr effektvoll sozialkritische Themen zu adressieren. Gerade in der ersten Hälfte des Films bieten sich dem Zuschauer jede Menge von Anknüpfungspunkten, um gesellschaftliche Bezüge zu erstellen, die in ihrer Metaphorik klug, scharfsinnig und bitterböse angelegt sind. Die Konfrontation der Familie mit den gruseligen Varianten ihrer selbst verweist in diesem Sinne zum einen ebenso deutlich auf die Trump’sche USA wie sie ganz generell auf die westliche Welt passt, in der die Menschheit, getrieben von Nationalismus, Kapitalismus und Xenophobie, teils wahrlich fratzenhafte Züge annimmt. Sich gegen den inneren Dämon durchzusetzen ist wie ganz allgemein auch das Doppelgänger-Motiv ein sehr alter narrativer Topos, der bei Jordan Peele genüsslich auf die Spitze getrieben wird.

      Besonders gelungen an der Grundkonstellation des Films ist auch die Tatsache, dass es sich bei der Bilderbuchfamilie, mit der wir uns recht bald identifizieren, um „People of Colour“ handelt - noch immer eher eine Seltenheit, dass eine solch exemplarische All-American-Family eben nicht selbstverständlicher Weise auch von Weißen repräsentiert wird. Und auch die Rollenverteilung innerhalb der Familie ist insofern bemerkenswert, als dass Mutter und Tochter nicht nur Motoren der Handlung sind, sondern sich darüber hinaus als überhaupt nicht zimperlich gegenüber den Aggressoren erweisen. Die gesamten Horrorelemente sind, sowohl was die Steigerungsdramaturgie als auch Ausstattung und Schockeffekte angeht, erzählerisch und visuell hervorragend gelöst. Lustig-makabre Dialoge sowie zahlreiche Anspielungen und Bezüge zu Stephen King und anderen Genregrößen tun in WIR ihr Übriges, um als kluger Horrorfilm mit gesellschaftspolitischem Unterbau blendend zu unterhalten.

      Der einzige Kritikpunkt, der zu langen Diskussionen innerhalb der Jury geführt hat, betrifft die Drehbuchentscheidungen im letzten Drittel des Films, die hier im Detail nicht preisgegeben werden sollen. Doch ist sich die Jury einig, dass die Stärken anderer Genregrößen, etwa eines Stephen King oder eines George A. Romero, unter anderem eben genau darin bestehen, manches Unerklärliche vielleicht besser unerklärt zu lassen…

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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