Everybody Wants Some!!

  1. Ø 2.8
   2016

Everybody Wants Some!!: Spirituelles Sequel von "Dazed and Confused" über das Lebensgefühl der US-amerikanischen Jugend im Sommer 1980.

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Filmhandlung und Hintergrund

Everybody Wants Some!!: Spirituelles Sequel von "Dazed and Confused" über das Lebensgefühl der US-amerikanischen Jugend im Sommer 1980.

Als Jake (Blake Jenner) sein Wohnheim betritt, was von nun an für einige Zeit sein neues Zuhause sein wird, ist er unsicher. Gerade ist er mit der Schule fertig geworden und nun kündigt sich mit dem College bereits das nächste Kapitel seines Lebens an. Hier trifft er eine Reihe von Leuten, die ihm zunächst etwas suspekt erscheinen. Doch schließlich sind sie wie Jake alle Teil des Baseball-Teams, und so dauert es nicht lang, bis er sich mit einigen von ihnen mehr oder weniger anfreundet. Zum Beispiel mit dem temperamentvollen Roeper (Ryan Guzman) und  denm scheinbar dauerbekifften Willoughby (Wyatt Russell). Aber auch Nesbit (Austin Amelio) und Finn (Glen Powell), der sich aus jedem noch so großen Schlamassel herausreden kann, erweisen sich als unterhaltsame Weggefährten. Die fünf Freunde sind schnell ein eingespieltes Team und hangeln sich von einer Party zur nächsten. Dazu kommt, dass Jake ein Auge auf Beverly (Zoey Deutch) geworfen hat und auch das Baseballspielen nicht zu kurz kommt. Da kann das eigentliche Studium schon mal in den Hintergrund rücken. Mit “Everybody Wants Some!!“ knüpft Regisseur Richard Linklater (“Before Midnight“, “Waking Life“), wie er selbst sagt, an zwei seiner früheren Werke an. Da wäre zum einen “Dazed and Confused“ mit Matthew McConaughey und Ben Affleck, das von einem Leben am College in den 1970ern erzählt und zum anderen “Boyhood“, in dem der Protagonist Mason am Ende zum College geht. Der Arbeitstitel zum neuen Film des Texaners Linklater lautete “That’s What I’m Talking About“, was ein direkter Verweis auf “Dazed and Confused“ ist.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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    Texas, im Sommer 1980: Die abseits des Campus zusammenlebende Baseballmannschaft der Southeast Texas State University bereitet sich an ihrem letzten freien Wochenende auf das kommende Semester vor - im Prinzip. Neben der ersten Trainingseinheit des Jahres haben nämlich vor allem die Verlockungen des weiblichen Geschlechts oberste Priorität. Und natürlich auch alles andere, was zu einem geregelten Studentenalltag dazugehört: Alkohol, Drogen und die Einweihung der Erstsemester. Zu diesen gehört auch Jake, der aufgrund seiner als "notwendiges Übel" angesehenen Position des Pitchers von der Mannschaft zunächst noch kritisch beäugt, dann aber doch rasch zu einem festen Bestandteil der Clique wird. Und dann gibt es da noch die junge Theaterstudentin Beverly, die Jake einfach nicht aus dem Kopf gehen will. In EVERYBODY WANTS SOME!! schafft Indie-Meister Richard Linklater es spielend, in der sehr knappen Zeit von nur drei heißen Tagen im August ein authentisches Bild der noch in den Kinderschuhen steckenden 1980er Jahre zu zeichnen. Dabei unterstützt ihn insbesondere ein ausgezeichnetes Ensemble aufstrebender Jungschauspieler, dem es sichtlich Spaß macht, die liebevoll zusammengestellten Kostüme und Schauplätze zum Leben zu erwecken. Herausragend auch der Soundtrack, der dem nostalgischen Blick in die Vergangenheit den letzten Feinschliff verpasst und bei dem für jeden etwas dabei sein dürfte. Zu hören unter anderem auf den Partys, deren Bandbreite von der klassischen 80s-Disco über eine Country-Bar bis hin zum Punk-Konzert und einer Künstlerparty im Glam Rock-Stil reicht. Dabei schafft es der Film, seinen unterschiedlichen Figuren immer genug Zeit einzuräumen, um sie mit all ihren Eigenheiten voll und ganz zur Geltung kommen zu lassen. Ob gutmütiges Landei, altkluger Besserwisser oder charmanter Underdog - alle Figuren öffnen dem Zuschauer die Tür zurück in das Lebensgefühl der frühen 1980er Jahre. Mit EVERYBODY WANTS SOME!! ist Richard Linklater erneut ein durch und durch unterhaltsames und authentisches Zeitporträt gelungen, das zum immer Wiederschauen einlädt. Jurybegründung: Mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem zum Kultfilm avancierten Film CONFUSION - SOMMER DER AUSGEFLIPPTEN rund um die letzten Tage an der Highschool entführt Richard Linklater mit einer bezaubernden, herzerwärmenden Komödie an ein amerikanisches College im August 1980. Seine autobiografisch inspirierte Story ist eine liebevolle Hommage an seine eigene wilde Studentenzeit. Sie rankt sich um die ersten, unbeschwerten Tage vor Studienbeginn, an denen der künftige Student Jake die Regeln an einem Provinz-College in Texas entdeckt. Der naive Baseball-Spieler aus der Provinz muss sich als Mitglied in einer siegesverwöhnten Mannschaft bewähren, in der Großmäuler, Frauenaufreißer und Draufgänger den Ton vorgeben. Sex, Drugs and Rock'n-Roll prägen den Geist und den Lebensrhythmus der wilden Vor-AIDS-Ära, die der Regisseur mit einem Augenzwinkern beschwört. Der Originaltitel von CONFUSION, "Dazed and Confused", spielte damals auf den gleichnamigen Song von Jake Holmes an, der später durch die Interpretation von Led Zeppelin populär wurde. Nun wählt Musikfan Linklater den populärsten Song von Van Halen als Titel für die lose Fortsetzung seiner Komödie. Evergreens von Blondie, Kool & the Gang, Cheap Trick, ZZ Top und Foreigner, bei denen bei jedem Zuschauer der entsprechenden Jahrgänge die Erinnerung an die Gefühle bei den ersten eigenen Schritte auf dem Disco-Parkett hoch kommen, machen den Soundtrack zur nostalgischen Zeitreise. Jake und seine neue Gang entdecken in den durchzechten Nächten auch Punk und Glamrock und damit neue Stilrichtungen in der Geschichte der populären Musik. Mit dem Rhythmus der Musik ändert sich auch das Lebensgefühl der Gesellschaft, was Linklater andeutet. Die jungen Schauspieler wie Matthew McConaughey, Ben Affleck, Milla Jovovich, Cole Hauser, Parker Posey, Renee Zellweger oder Rory Cochrane aus CONFUSION zählen heute zu den Stars des Weltkinos. Und man braucht sicher kein Prophet zu sein, um den von Linklater treffend ausgesuchten und gut geführten Blake Jenner, Ryan Guzman, Tyler Hoechlin, Wyatt Russell oder Glen Powell eine große Karriere vorherzusagen. Jenner gibt als Freshman Jake den gut aussehenden, charismatischen und etwas naiven all american boy und die Projektionsfläche für die verschiedenen Typen aus dem Team, die Linklater wie in vielen seiner Filme grandios aufreiht. Da gibt es den notorischen Frauenheld ebenso wie den gehänselten Außenseiter, den verkniffenen Streber wie den Kiffer, den Beobachter und den Spaßmacher. Jede Figur wird von Linklater ernst genommen, überzeugend eingeführt und charakterisiert, jeder behält seine Würde. Die 16 Spieler des Baseball-Teams frönen unaufhörlich dem Körperkult der Fitness- und Aerobic-Jahre. Ihr Leben ist in diesen drei Tagen ein einziger Wettstreit. Ständig werden die Kräfte gemessen und gewettet, doch trotz aller Konkurrenz wird der Teamgeist beschworen. Mit leichter Hand und unaufdringlich hinterfragt Linklater hier die Ellenbogen-Gesellschaft und die Verlogenheit des amerikanischen Traums, es vom Tellerwäscher zum Millionär zu schaffen. Wenn ein Professor zu Beginn von Jakes erster Unterrichtstunde und am Ende des Films als Denkanstoß an die Tafel "Grenzen sind dort, wo man sie findet" kritzelt, haben Jake und seine neuen Freunde mehr als gegen eine Regel verstoßen. Die Zeit des Ausflippens und der unbeschwerten Jugendjahre scheint vorbei. Nun müssen neue Grenzen ausgetestet werden. Gelegenheit für eine Fortsetzung. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

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  • Spirituelles Sequel von „Dazed and Confused“ des Oscar-Gewinners Richard Linklater über das Lebensgefühl der US-amerikanischen Jugend im Sommer 1980.

    Seinen ersten beiden Langzeitprojekten, dem im Verlauf von zwölf Jahren entstandenen „Boyhood“ und der „Before Sunrise„-Reihe, die seit 1995 drei Filme mit den beiden Hauptfiguren Jesse und Céline hervorgebracht hat, lässt Richard Linklater, der experimentierfreudigste unter den großen amerikanischen Regisseuren der Gegenwart, nun ein weiteres folgen: 23 Jahre nach „Dazed and Confused“, der in Deutschland nach mehreren Startverschiebungen lieblos unter dem blödsinnigen Titel „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“ als Videopremiere auf den Markt gekippt wurde, mittlerweile längst aber als einer der entscheidenden amerikanischen Independentfilme der Neunzigerjahre wertgeschätzt wird, mit dem die Karrieren von heutigen Superstars wie Ben Affleck, Matthew McConaughey und Milla Jovovich ihren Ausgang nahmen, ist „Everbody Wants Some!!“ eine Art spirituelles Sequel – eine Fortsetzung im Geiste mit gänzlich neuem Personal, aber derselben Absicht: das Leben und Lebensgefühl amerikanischer Jugendlicher in einer texanischen Kleinstadt an einem genau definierten Punkt in der Zeit präzise und mit viel Gefühl einzufangen.

    Verwies „Dazed and Confused“ noch auf einen Titel von Led Zeppelin und spielte im Sommer 1976, entleiht der neue Film seinen Titel einem Lied von Van Halen und spielt nun im Sommer 1980. Beide Filme lassen sich als Linklaters schwer autobiographische Versionen von „American Graffiti“ beschreiben, ein Reigen im Stile Altmans und Rohmers, die ohne Stars und Plot auskommen – und vor allem Linklaters ganz persönliche Antoine-Doinel-Filme, nicht zuletzt, weil sie geprägt sind von einem mitfühlenden Humanismus, der auch die Filme von François Truffaut stets auszeichnete. „Everybody Wants Some!!“ ist indes noch radikaler als „Dazed and Confused“, in dem sich die Hauptfigur im Verlauf der Handlung wenigstens noch mit der Entscheidung konfrontiert sah, ob er im Footballteam weitermachen will oder nicht. Hier werden nun einfach drei Tage dokumentiert, von der Ankunft des neuen College-Pitchers Jake im Haus der Uni-Baseballmannschaft bis zum Beginn des Unterrichts. In dieser Zeit wird getrunken, geflirtet, geknutscht, Marihuana konsumiert, „Space Invaders“ gespielt, über die Akkord-Progressionen von Pink Floyds „Fearless“ philosophiert und ein Punkkonzert besucht – eine Ungeheuerlichkeit zu dieser Zeit, in der gerade Rockmusik und Disco eine fragile Allianz eingehen. Und es werden Weichen gestellt für das weitere Leben, wenn der Film ganz fair Argumente für die Sportfans wie auch die Kunstbeflissenen findet, immer spielerisch und charmant, humorvoll und geistreich. Und natürlich gibt es viel Musik zu hören, sie ist das große Bindeglied, von ZZ Top und Foreigner bis Parliament, und trägt einen beschwingt durch den Film, der einer der besten geworden ist über amerikanisches Leben, über Rituale und Orte, Menschen und Einstellungen, der ultimative Blick auf das Leben in den Siebzigern. Seine Stars Blake Jenner, Zoey Deutch und Tyler Hoechlin können sich jetzt schon darauf freuen, dass ihre Karrieren jetzt steil nach oben gehen werden. ts.

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