Dazed and Confused

  1. Ø 5
   1993
Dazed and Confused Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Es ist der 28. Mai 1976 und der letzte Schultag an der Lee High School in der Vorstadt von Austin, Texas und das bedeutet für die älteren Schüler der Abschlussklasse, den Seniors, dass wieder die traditionellen Initiationsriten für die Neulinge, den sogenannten Freshmen, bevorstehen. Während sich die männlichen Neuankömmlinge von ihren älteren Mitschülern mit Cricketschlägern den Hintern versohlen lassen müssen, versammeln sich die weiblichen Anwärter auf dem Parkplatz, wo sie von den älteren Schülerinnen erst mit Senf, Ketchup und rohen Eiern besudelt werden, um dann den Jungen der Abschlussklasse Anträge zu machen. Der Freshman Mitch Kramer (Wiley Wiggins) und sein bester Freund Carl Burnett (Esteban Powell) können gerade so dem peinlichen Ritus entgehen, allerdings nur für kurze Zeit, denn so leicht lassen sich Fred O\’Bannion (Ben Affleck) und seine Freunde nicht abhängen. Nach einem Baseballspiel lauern sie Mitch auf und verpassen ihm nachträglich einen Denkzettel. Dafür wird er vom Senior Randall ‘Pink‘ Floyd (Jason London) auf eine Spritztour durch die Stadt eingeladen. Während sie gemeinsam durch die Nacht fahren, treffen sie den Kiffer David Wooderson (Matthew McConaughey), wo Mitch zum ersten Mal mit Marihuana in Berührung kommt und eine Möglichkeit findet, sich an dem Sadisten O’Bannion zu rächen. Außerdem lernt er ein Mädchen kennen, das zwar einen Jahrgang über ihm ist, aber trotzdem Interesse an ihm zeigt. Für den jungen High-School-Anfänger eröffnet sich eine völlig neue Welt, während sich seine älteren Freunde mit der Frage beschäftigen müssen, wie es in ihrem Leben von nun an weitergehen wird. Die Coming-of-Age-Komödie von Richard Linklater („Boyhood“, „Before Sunset“) war das Schauspiel-Debüt für Matthew McConaughey. Außerdem sind damalige Newcomer wie Milla Jovovich, Adam Goldberg, Renée Zellweger und Ben Affleck in Nebenrollen zu sehen

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dank seines wunderschönen „Before Sunrise“ (BF 6/95) und der Auszeichnung mit dem Regiepreis bei der Berlinale findet Richard Linklaters zweiter Film aus den Jahr 1993 20 Monate nach seiner US-Kinoauswertung (acht Mio. Dollar Einspiel) und ein halbes Jahr nach seiner deutschen Videopremiere unter dem abschreckenden Titel „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“ doch noch seinen Weg in unsere Lichtspielhäuser. Gut so: Mit traumwandlerischer Sicherheit fängt dieses präzise und gewitzte Hohelied auf das Jungsein in den vielgeschmähten siebziger Jahren die Riten amerikanischer Jugendlicher in einer texanischen Kleinstadt im unschuldigen Rausch von Sex, Drugs und Rock’n’Roll ein. Ein „American Graffiti“ für die Schlaghosen-Generation sozusagen. Wie in seinen anderen Filmen verzichtet Linklater auf eine Handlung im klassischen Sinne: In beinahe dokumentarischem Stil folgt er einer Gruppe von zwei Dutzend Teenagern 24 Stunden lang durch den letzten Tag der Highschool vor den Sommerferien. Linklater ist hautnah aber nie aufdringlich dabei, wenn die Kids endlos die Straßen auf und ab fahren, absurde Mengen von Alkohol und Marihuana konsumieren, Baseball und Flipper spielen, flirten, knutschen und über Gott und die Welt reden. Jede Szene knistert vor Authentizität und Witz. Dieser Altman- artige Reigen kommt ohne Stars und Hauptpersonen aus. Auch wenn der Film lose immer wieder auf das Dilemma des gutaussehenden Pink zu sprechen kommt, der sich zwischen Football und Partyfeiern mit seinen Freunden entscheiden muß, gönnt Linklater all seinen Kleinstadthelden – vom stets zugekifften Späthippie Slater bis zum machomäßigen Aufreißer Wooderson – gleichermaßen viel Zeit auf der Leinwand. Auch wenn einige der Highschool- Riten (speziell die schmerzhafte Begrüßung der künftigen Highschool-Schüler durch die Abgänger) dem deutschen Publikum fremdartig vorkommen werden, kann man sich dem Charme dieses Füllhorns der Seventies-Zitate nur schwer entziehen. Bei Linklater stimmt jedoch nicht nur die Ausstattung, das Gehabe und die Musik. Hinter den dichten Marihuanaschwaden, coolen Sprüchen und laut dröhnenden FM-Radio-Rockhits von Ted Nugent bis Lynyrd Skynyrd versteckt sich eine schlaue Sittenkomödie. In den Siebziger- Jahre-Null-Bock-Kids hat der Regisseur die Ursprünge der Generation X entdeckt, die er mit seinem Erstling „Slacker“ mit definierte. Zwischen Joints und Budweiser-Dosen wissen sie ganz genau, daß totale Verweigerung vielleicht nicht Freiheit bedeutet, aber doch jede Menge Spaß macht. Und das trifft einen Nerv, der auch den Teens von heute gefallen wird. ts.

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