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„Widerlich und herablassend“: Heftige Anschuldigung gegen MCU-Regisseur

Hy Quan Quach |

© Warner Bros.

Was ist wirklich am Set von „Justice League“ passiert, nachdem Zack Snyder das Zepter an Joss Whedon weitergereicht hat? Einer, der offenbar eine offene Rechnung mit Whedon hat, ist Cyborg-Darsteller Ray Fisher. Und er teilt ordentlich aus.


Ray Fisher gehörte zu den lautesten prominenten Unterstützern der Snyder-Cut-Bewegung, die nach der Version des gescheiterten „Justice League“ forderte, die Regisseur Zack Snyder ursprünglich auf die Leinwand bringen wollte. Ein tragischer privater Schicksalsschlag zwang den Filmemacher zum Ausstieg aus dem ambitionierten Projekt. An seiner Stelle kam Joss Whedon
ins Spiel, der die Arbeit an dem Superhelden-Film mit umfangreichen Nachdrehs beenden sollte.

Whedon dürfte den meisten als verantwortlicher kreativer Leiter der Marvel Phase 1 und 2 und als Regisseur von „Marvel‘s The Avengers“ sowie „Avengers: Age of Ultron“ bekannt sein. Und als solcher genoss er bei den Verantwortlichen bei Warner Bros. wohl eine Art Narrenfreiheit, wenn man so will. Das zumindest deutete nun Ray Fisher per Twitter an. Die Attacken kommen etwas überraschend nach der frohen Botschaft, dass Warner Bros. dem Synder-Cut von „Justice League“ grünes Licht erteilt hat:

„Joss Whedons Verhalten gegenüber den Darsteller*innen und der Crew bei ‚Justice League‘ war widerlich, herablassend, unprofessionell und absolut inakzeptabel. Das wurde ihm in vielerlei Hinsicht durch Geoff Johns und Jon Berg ermöglicht.“

Seinen Tweet schloss Fisher mit dem Hinweis ab, dass Verantwortung wichtiger sein sollte als Unterhaltung. Bereits zuvor hatte Fisher einen Clip von der Comic Con in San Diego in 2017 gepostet, in dem er über Whedon sagte: „Ja, Joss Whedon ist ein toller Kerl und Zack Snyder hat eine großartige Person ausgesucht, um für ihn die Sache zu beenden.“ Zum Clip selbst kommentierte er: „Ich möchte den Moment dazu nutzen, um dieses Statement mit aller Macht zurückzunehmen.“ Mit diesem Wissen sprechen Gestik und Mimik von Fisher in dem Clip ganze Bände.

Geoff Johns war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zu „Justice League“ Präsident und CCO von DC Entertainment, während Jon Berg President of Production bei Warner Bros. war. Beide mussten nach dem Debakel mit „Justice League“ ihre Plätze räumen.

Ray Fishers Cyborg sollte ursprünglich ein zentraler Bestandteil der Geschichte werden

Was ist also dran an den doch recht heftigen Anschuldigungen Fishers gegen Whedon? Und warum erst jetzt nach fast drei Jahren? Erste Hinweise auf „albtraumhafte Nachdrehs“ gab es zwar schon 2017, aber keiner der Darsteller hatte sich bis heute dazu geäußert. Gegenüber Variety wies Berg die Aussage zurück, er und Johns hätten unprofessionelles Verhalten am Set gebilligt: „Ich erinnere mich daran, dass Fisher aufgebracht darüber war, dass wir ihn ‚Booya‘ sagen lassen wollten, was wiederum ein bekannter Ausruf von Cyborg in der Zeichentrickserie ist.“

Whedon hatte die Mammutaufgabe, Snyders düsteren Film zu einem Blockbuster à la „Marvel’s The Avengers“ umzuformen. Sprich mehr Humor und mehr coole Sprüche. Und: Whedon ist bekannt für seine Sexualisierung der Frau in seinen Werken. Eine Szene, die erst bei den Nachdrehs hinzukam, ist die, in der Flash Wonder Woman rettet und dabei auf ihre Brust fällt. Gal Gadot soll sich geweigert haben, diese Szene zu drehen. Whedon musste also ein Body-Double einsetzen, um seinen Humor umzusetzen.

Eine ähnliche Szene gibt es im Übrigen in „Avengers: Age of Ultron“: Da stürzt Dr. Bruce Banner (Mark Ruffalo) auf die Brüste von Black Widow (Scarlett Johansson). Whedons Ex-Frau Kai Cole bezeichnete ihn in einem Gastbeitrag für The Wrap zudem als „Heuchler, der feministische Ideale predigt“ und sie in all den Jahren laufend mit anderen Frauen betrogen haben soll.

Auffällig ist jedenfalls, dass Fishers Cyborg in „Justice League“ genauso wie Ezra Millers The Flash nur einen besseren Nebencharakter darstellt. Doch im Gegensatz zu Fisher ist für Miller noch immer ein Solofilm in Planung. Dabei sollte Cyborgs Geschichte in Snyders ursprünglicher Vision einen wichtigen Grundpfeiler für „Justice League“ bilden. Zahlreiche Szenen, die Cyborg näher beleuchteten, sollen der Schere zum Opfer gefallen sein. Und das wird der Snyder-Cut wieder gerade biegen, wie Snyder nach einem Shoutout von Fisher wissen ließ:

„Du, Ray, bist das Herz meines Films.“

Man darf gespannt darauf sein, ob Fisher seine Anschuldigungen weiter ausführen wird. Und auch darauf, ob und wie Whedon darauf reagiert. Klar ist, dass die Sache nun wohl auch den Weggang von Whedon vom Marvel Cinematic Universe (MCU) in einem anderen Licht erscheinen lässt.

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