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„Interstellar“: Das Ende erklärt

„Interstellar“: Das Ende erklärt

Das komplexe Sci-Fi-Drama gipfelt in einem dritten Akt der besonderen Art. Wir erklären euch das Ende von „Interstellar“.

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Christopher Nolans Weltraum-Epos „Interstellar“ sorgte 2014 aus verschiedenen Gründen für Aufsehen. Der Film faszinierte das Publikum mit fantastischen Bildern, einem emotionalen Plot und hervorragendem Cast – und überforderte in seinem dritten Akt viele Zuschauer*innen mit seinen Ausführungen über komplexe wissenschaftliche Konzepte. Wir erklären euch deswegen in diesem Artikel das Ende von „Interstellar“.

– Achtung: Es folgen Spoiler zu „Interstellar“! –

„Interstellar“: Das Ende der Erde

In „Interstellar“ steht die Menschheit am Abgrund. Die Erde liegt im Sterben und um zu überleben, müssen die Menschen den Planeten verlassen. Ein Wurmloch in der Nähe des Saturns bietet ihnen einen Weg in eine andere Galaxie, zu einem Planetensystem, das um ein schwarzes Loch namens Gargantua formiert ist. Zehn Jahre vor der Handlung des Films wurden zwölf Wissenschaftler entsendet, die dort nach bewohnbaren Planeten suchen sollten. Drei von ihnen haben durch das Wurmloch vielversprechende Daten zurückgesendet, die auf mögliche Nachfolger der Erde hinweisen könnten. Der ehemalige NASA-Pilot Cooper (Matthew McConaughey) soll nun zusammen mit Dr. Amelia Brand (Anne Hathaway) eine neue Expedition an Bord des Raumschiffs Endurance anführen, um die drei gefundenen Planeten auf ihre Bewohnbarkeit zu untersuchen.

Das Ende von „Interstellar“: Durch das Wurmloch

Cooper lässt seine Tochter Murph (Jessica Chastain) und seinen Sohn Tom (Casey Affleck) zurück und erreicht die Galaxie am anderen Ende des Wurmlochs. Die ersten beiden Planeten stellen sich als unbewohnbar heraus und nach der zweiten Landung ist die Endurance schwer beschädigt. Um den dritten Planeten überhaupt erreichen zu können, müssen sie in einem riskanten Schleudermanöver die Anziehungskraft von Gargantua nutzen. Dafür opfert sich Cooper in einem Shuttle zusammen mit dem Bordroboter TARS, während Dr. Amelia Brand an Bord zurückbleibt und den dritten Planeten ansteuert.

Anstatt jedoch von der Gravitationskraft des schwarzen Lochs getötet zu werden, finden sich Cooper und TARS nach Eintritt in einem bibliotheksähnlichem Tesserakt wieder, durch den Cooper Kontakt mit Murph in der Vergangenheit aufnehmen kann. TARS sammelt Daten über das schwarze Loch, die Cooper schließlich an Murph überträgt und ihr somit hilft, eine Vereinigung zwischen Relativitätstheorie und Quantenphysik zu erreichen – ein wissenschaftlicher Durchbruch, der die Evakuierung und somit die Rettung der Menschheit bedeutet.

Nachdem der Zweck des Tesserakts erfüllt ist, fällt dieser in sich zusammen und Cooper und TARS stranden in der Nähe des Wurmlochs beim Saturn. Als Cooper erwacht, befindet er sich auf einer riesigen Raumstation. Obwohl er dank des schwarzen Lochs kaum gealtert ist, müsste er theoretisch 124 Jahre alt sein.  Die Menschheit lebt dank der Daten, die er aus Gargantua geschickt hat, nun auf komfortablen Raumstationen im All. Cooper bekommt noch die Möglichkeit, seine mittlerweile 90-jährige Tochter Murph auf ihrem Sterbebett zu besuchen. Nach dem emotionalen Wiedersehen stiehlt er zusammen mit TARS ein Raumschiff, um sich auf die Suche nach Dr. Amelia Brand zu machen, die sich noch auf dem dritten Planeten befinden muss.

„Interstellar“: Die Krux mit der Quantengravitation

Das astrophysische Fundament von „Interstellar“ ist selbst für ein Sci-Fi-erprobtes Publikum eine echte Herausforderung. Nicht umsonst fungierte der dekorierte theoretische Physiker Kip Thorne als Skript-Berater und ausführender Produzent. Im Folgenden erklären wir deshalb die wichtigsten Aspekte für ein besseres Verständnis des wissenschaftlichen Gesamtkonzepts von „Interstellar“.

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Das Ende von „Interstellar“: Das schwarze Loch

Dem schwarzen Loch Gargantua kommt in „Interstellar“ eine große Bedeutung zu, insbesondere in Bezug auf das Phänomen der Zeitdilation. Vereinfacht gesagt, verlangsamt sich die Zeit, wenn man sich in der Nähe eines schwarzen Lochs befindet. So erklärt es sich, dass auf dem ersten Planeten wegen seiner Nähe zum schwarzen Loch für die Astronauten nur Stunden, für den Rest der Menschheit aber Jahre vergehen. Dasselbe geschieht, als Dr. Amelia Brand und Cooper sich auf den Weg zum dritten Planeten machen wollen – durch die Nähe zu Gargantua, die für das Schleuder-Manöver unumgänglich ist, vergehen im Rest des Universums 51 Jahre, während die Astronauten selbst kaum altern.

Während Zeitdilation ein reales Phänomen in der Relativitätstheorie darstellt, ist das Innere eines schwarzen Lochs für die heutige Wissenschaft ein Mysterium. In „Interstellar“ befindet sich darin ein Tesserakt, der für den Plot unersetzbar ist.

Das Ende von „Interstellar“: Der Tesserakt

Ein Tesserakt ist ein vierdimensionaler Hyperwürfel und wird in „Interstellar“ in Gestalt eines bibliotheksähnlichen Raums dargestellt. Cooper und TARS finden sich darin wieder und während TARS Daten über das Innere des schwarzen Lochs sammelt, realisiert Cooper, dass er durch den Tesserakt mit der Vergangenheit und seiner Tochter interagieren kann. Er versteht, dass dieser Raum keine natürliche Erscheinung ist, sondern speziell für diesen Zweck von fünfdimensionalen Wesen dort platziert wurde – und diese fünfdimensionalen Wesen sind keine Aliens, sondern zukünftige, deutlich fortgeschrittenere Menschen. Sie helfen Cooper auf diese Weise, die Informationen zu übermitteln, die für die Rettung der Menschheit von seiner Tochter auf der Erde benötigt werden.

Hierin besteht die Zeitschleife des Films, schließlich existieren die späteren, fünf-dimensionalen Menschen nur, weil Cooper in ihrem Tesserakt die Informationen an seine Tochter schickt – und Cooper kann den Tesserakt nur deswegen nutzen, weil die fünfdimensionalen Menschen in der Zukunft existieren.

Das Ende von „Interstellar“: Die fünfte Dimension

Wie der bekannte Astrophysiker Neil deGrasse Tyson in diesem Video erklärt, leben Menschen in vier Dimensionen. Raum (Breite, Höhe, Tiefe) macht dabei drei Dimensionen aus, Zeit wiederum ist die vierte Dimension. Die fünfte Dimension ist mit der Gravitationskraft verbunden und erlaubt den Menschen der Zukunft in „Interstellar“, außerhalb des Korsetts der vier Dimensionen zu existieren – somit sind sie nicht in der Gegenwart gefangen, sondern können die Zeit als Strahl betrachten und beliebige Punkte in der Geschichte ansteuern.

Diese Möglichkeit geben sie Cooper im Tesserakt in einer Projektion, die er verstehen kann. Er kann somit bestimmte Momente im Leben von Murph finden und als Geist mit ihr kommunizieren. Dazu nutzt er die Gravitationskraft im Tesserakt, um die Grenzen zwischen ihren Dimensionen zu überwinden und ihr Hinweise und Daten in Form von Morsezeichen zu übermitteln.

„Interstellar“: All You Need Is Love

Der Tesserakt bietet Cooper also die Möglichkeit, bestimmte Zeitpunkte in Murphs Leben anzusteuern und dort subtil einzugreifen. Wie aber kann er sicher sein, dass sie seine Zeichen versteht? Die Antwort hierzu ist: Liebe. Wie bereits zuvor im Film von Amelia Brand angemerkt wurde, ist Liebe die einzige Kraft, die Dimensionen und Zeit und Raum überbrücken kann. Cooper vertraut darauf, dass Murph seine Hinweise finden wird, weil er durch Liebe mit ihr verbunden ist.

Das Ende von „Interstellar“: Das Fazit

Christopher Nolan hat mit „Interstellar“ eine anspruchsvolle Space Odyssey geschaffen, die sowohl große menschliche Themen als auch komplexe wissenschaftliche Thesen in den Mittelpunkt stellt. Die Darstellung des schwarzen Lochs ist zwar in Teilen filmisch ausgeschmückt, basiert aber auf einem bewundernswert soliden astrophysischem Fundament.

Die größte Kritik musste sich Nolan für seine Darstellung der Liebe als dimensionsübergreifender Kraft gefallen lassen – insbesondere weil diese Feststellung im Gegensatz zu den intensiv recherchierten Wissenschaftsthemen so willkürlich wirkt. Eine mögliche andere Sicht darauf aber besagt, dass genau dieser Kontrast die große Stärke des Films ist, da er auf eine wunderbare Weise die menschliche Seite in all ihrer Unvollkommenheit, Hoffnung und Irrationalität mit der analytischen Seite der Wissenschaft vereint – womit „Interstellar“ zu den beispielhaften Werken des Science-Fiction-Genres gehört.

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