Good Time

   Kinostart: 02.11.2017

Good Time: Realistisch packendes Gangsterdrama mit Robert Pattinson über zwei Brüder, die nach einem gescheiterten Coup in einem Strudel aus Gewalt versinken

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Filmhandlung und Hintergrund

Realistisch packendes Gangsterdrama mit Robert Pattinson über zwei Brüder, die nach einem gescheiterten Coup in einem Strudel aus Gewalt versinken

Connie (Robert Pattinson) ist der ältere Bruder von dem geistig behinderten Nik Nikas (Ben Safdie) und abgesehen von der Großmutter, wo sie beide wohnen, die einzige Familie, die Nik hat. Sie beide gegen den Rest der Welt - oder ein düsteres New York, das von Verbrechen und Gewalt regiert wird. Als die Geschwister jedoch einen Banküberfall durchziehen, geht alles schief, was schiefgehen kann - und Connie wird von Nik getrennt.

Um seinen Bruder aus dem Gefängnis zu befreien, begibt sich Connie auf eine Odyssee durch die New Yorker Unterwelt. Weil er sich die Kaution nicht leisten kann, nimmt er einen noch gefährlicheren Job an und verstrickt sich immer tiefer in kriminelle Machenschaften. Währenddessen erlebt sein Bruder Nik die Gefängnis-Hölle auf Rikers Island. Für die beiden beginnt eine furiose Hetzjagd, ein Absturz in einen Strudel aus Gewalt. Angetrieben von kreischenden Gitarren, coolen Synthie-Sounds und einem peitschenden Elektro-Soundtrack kämpft sich Conny durch die Unterwelt von New York.

„Good Time“ - Trailer

„Good Time“ - Hintergründe

Beim Filmfestival von Cannes 2017 ist die Performance von Robert Pattinson („Die versunkene Stadt Z„) mit minutenlangem Applaus geehrt worden. Für das intensive Gangsterdrama „Good Time“ ist Pattinson laut Meinung der Kritiker in seine bisher beste Rolle geschlüpft. Die Besetzung hat sich als echter Glücksfall erwiesen. Pattinson begeistert als fiebriger Kleinkrimineller mit ungekämmten Bart, der sich durch die New Yorker Vorhölle Queens kämpft. „Good Time“ entpuppt sich dabei als waschechter Neo-Noir-Thriller, im Stil von „Taxi Driver“ oder „Drive„.

Verantwortlich für die Inszenierung sind die beiden Geschwister Ben Safdie (der auch die Rolle des Nik spielt) und Joshua Safdie („Heaven Knows What„), die für ihre Leistung für die Goldene Palme nominiert wurden. In Cannes ausgezeichnet wurde außerdem der Soundtrack von „Good Time“, der aus der Feder des Elektromusikers Oneohtrix Point Never stammt. Für das Drehbuch hat Joshua Safdie wieder mit dem langjährigen Kollegen Ronald Bronstein zusammengearbeitet, der bereits am Script von „Heaven Knows What“ und „Daddy Longlegs“ beteiligt war. Keine schlechte Ausgangslage also für „Good Time“, der am 02. November 2017 in den deutschen Kinos startet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Good Time: Realistisch packendes Gangsterdrama mit Robert Pattinson über zwei Brüder, die nach einem gescheiterten Coup in einem Strudel aus Gewalt versinken

    „Good Time“ ist der dritte Film der Brüder Joshua Safdie und Benny Safdie, die sich mit ihren vorangegangenen Titeln „Mad Love in New York“ (2014) und „Lenny and the Kids“ (2009) einen Namen gemacht haben als Hoffnungsträger eines neuen realistischen Indepependentkino. Eine gute Zeit ist genau das, was man als Zuschauer hat, wenn man diesen atemlosen, ständig voranstürmenden Adrenalinstoß sieht. Eine gute Zeit ist das Gegenteil von dem, was die Figuren hier erleben, allen voran „Twilight“-Star Robert Pattinson, der schon seit ein paar Jahren versucht hat, sich mit mutigen Rollen in ambitionierten Filmen als ernst zu nehmender Schauspieler zu etablieren, und jetzt endlich den Stoff gefunden hat, um sich endgültig von seinem Ruf als Teenager-Liebling zu befreien. Für seinen starken Auftritt als Conny Nikas, der hier in einer Nacht in Brooklyn einmal durch die Hölle und wieder zurück marschiert, empfiehlt er sich für einen Preis.

    An die raffinierten und doch so realistischen Krimis von Elmore Leonard muss man denken, an das schmutzige Siebzigerjahrekino von „Taxi Driver„, „Hundstage“ und „Die Warriors„, an die alptraumhaften nächtlichen Großstadtbilder eines Michael Mann oder John Carpenter. Und an Kafka und Steinbeck. Ernsthaft. Und doch ist „Good Time“ eine ganz eigene Bestie mit ihren nervösen, ihren Schauspielern auf die Pelle rückenden Handkamerabildern, ihrem sphärenhaften Score von Oneohtrix Point Never und einer ungewöhnlich intensiven Farbgebung, die den Film wie den Besuch in einem bizarren Funhouse wirken lassen. Und mittendrin Pattinson als Stehaufmännchen, immer in Bewegung, immer auf der Flucht, immer beseelt von dem Bedürfnis, auf seinen geistig minderbemittelten Bruder Nick - gespielt von Safdie-Bruder Benny, der obendrein noch für den Schmitt verantwortlich zeichnet - aufzupassen und ihm potenziell ein besseres Leben zu bescheren. Figuren platzen unvermittelt in den Film und sind kurz darauf wieder weg, auf Expositionen und umständliche Erklärungen wird verzichtet, „Good Time“ ist immer Hier und Jetzt und man ist hautnah dabei, wenn Conny mit Nick im Schlepptau eine Bank überfällt - mit dem erbeuteten Geld will er eine Vergangenheit hinter sich lassen, die nur angedeutet wird, aber auf keinen Fall schön gewesen sein kann. Als aber im Flutchtauto in dem Beutel mit der Beute eine Kapsel mit rotem Farbstaub explodiert und Nick in der sich anschließenden Hatz von der Polizei gefasst wird, ist das der Startschuss für eine regelrechte Kettenreaktion immer noch vertrackterer Situationen, weil Conny seinen Bruder mit allen Mitteln befreien will.

    Mehr zu erzählen, würde bedeuten, den Spaß zu verderben. Aber da sind einige so kühne Wendungen und Überraschungen dabei, dass man völlig gebannt verfolgt, wie Conny es schaffen will, aus dem immer unübersichtlicheren Labyrinth, in das er sich verirrt, befreien will: Am Ende ist „Good Time“ schließlich endgültig zur absurden Komödie geworden, zu einem aberwitzigen Albtraum, dem man nicht entfliehen kann, egal wohin man sich zu ducken versucht. ts.

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