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Harte Beleidigung: „Dune“-Regisseur wird für seine Marvel-Kritik angegangen

Harte Beleidigung: „Dune“-Regisseur wird für seine Marvel-Kritik angegangen
© Warner Bros.

Quasi passend zum Start von „Dune“ äußert Regisseur Denis Villeneuve Kritik an den Marvel-Filmen. Das wollte ein Regie-Kollege aber offenbar nicht so stehen lassen.

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Der Trend der etablierten Regisseure, Marvel-Filme zu kritisieren, setzt sich fort. Nachdem Martin Scorsese 2019 einige Überschriften mit seinem Urteil bestimmte, Marvel-Filme seien nicht Kino, legte jetzt Denis Villeneuve nach. Der Regisseur bringt sich quasi passend zum Kinostart seines Sci-Fi-Spektakels „Dune“ selbst in die Schlagzeilen, indem er den Marvel-Filmen vorwirft, einer „kopieren und einfügen“-Formel zu folgen.

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Im Gespräch mit El Mundo (via The Direct) äußerte sich Villeneuve wie folgt:

„Man denkt einfach an die Goldene Ära Hollywoods zurück und sieht, dass finanziell erfolgreiche Filme ein anderes künstlerisches und dadurch politisches Angebot gemacht haben. Ich habe es nie als Problem oder Hindernis wahrgenommen, ein großzügiges Budget zu haben, mit dem ich machen konnte, was ich wollte. Im Gegenteil. Wer sagt, dass ein Film mit einem großen Budget nicht gleichzeitig künstlerisch relevant sein kann? Mir fallen dabei Leute wie Christopher Nolan und Alfonso Cuarón ein. […]

Vielleicht ist das Problem, dass wir zu viele Marvel-Filme haben, die nichts mehr als ein „kopieren und einfügen“ von anderen sind. Vielleicht hat uns diese Art Film ein bisschen in Zombies verwandelt… aber es gibt heute viele große und teure Filme von großer Bedeutung. Ich habe nicht das Gefühl, auch nur ein bisschen pessimistisch zu sein.“

Diese Kritik an Filmen des Marvel Cinematic Universe (MCU) ist natürlich nichts Neues. Selbst viele Zuschauer*innen monieren, dass es zu viele Superheld*innen-Filme gibt, wovon Marvel eben die meisten stellt und entsprechend meist das Ziel der Beschwerden ist. Viele Fans können diesen Kritikpunkt sogar nachvollziehen und räumen ein, dass die Marvel-Werke meist der Drei-Akt-Struktur und dem Aufbau der Heldenreise folgen. Sie verweisen dann aber auch gerne an die Besonderheiten der einzelnen Projekte, die sich unterschiedlichen Figuren und dadurch Fragen sowie teils verschiedenen Genres und natürlich Umgebungen widmen.

Auch zwischen Filmstars kommt es gerne mal zu Meinungsverschiedenheiten, wie euch dieses Video beweist:

„District 9“-Regisseur beleidigt Denis Villeneuve

Interessant ist hierbei ebenfalls die Reaktion der Regisseur*innen auf diese Kritik. „Guardians of the Galaxy“-Macher James Gunn zeigte sich beispielsweise durchaus getroffen von der Kritik von Martin Scorsese, den er laut eigener Aussage bewundere. Gunn warf Scorsese jüngst sogar vor, Marvel nur angegriffen zu haben, um seinen eigenen Film „The Irishman“ in die News zu bringen.

Das hat „Dune“-Regisseur Denis Villeneuve gerade wohl nicht nötig, immerhin wird seine Sci-Fi-Adaption als einer der ambitioniertesten Filme des Jahres mit entsprechend großer Vorfreude erwartet. Trotzdem reagierten seine Kollegen auf höchst unterschiedliche Art. „Doctor Strange“-Regisseur Scott Derrickson teilte vielsagend erneut den folgenden Tweet:

„Zeit, das zu retweeten.“

„Als Regisseur mache ich nicht die Arbeit von anderen Regisseur*innen runter, auch wenn mir etwas von ihnen nicht gefällt. Dieser Job ist schwierig genug für uns alle und niemand hat die Absicht, einen schlechten Film zu machen.“

Auffallend deutlicher wurde da Neill Blomkamp („District 9“), der bislang eigentlich keine Verbindung zum MCU hat. Auf die News zu Villeneuves Aussagen reagierte er dennoch und bedachte ihn mit einer Beleidigung:

„Was für ein verdammtes Arschloch“

Anscheinend teilt Blomkamp die Auffassung von Derrickson, die Arbeit von Kolleg*innen nicht zu kritisieren, nur ist seine Wortwahl etwas härter. Die feine Art ist das aber wahrlich nicht. Eine Freundschaft zu Villeneuve scheint damit für Blomkamp in entsprechend weite Ferne zu rücken.

Lustigerweise könnte ausgerechnet der nächste Marvel-Film mehr nach dem Geschmack von Denis Villeneuve sein. Regisseurin Chloe Zhao enthüllte erst kurz vor seiner Kritik, dass die Arbeit des Regisseurs ihre Arbeit an „Eternals“ beeinflusst hat. Da dieses Werk uns eine völlig neue Superheld*innen-Truppe vorstellt, mehrere Jahrtausende Menschheitsgeschichte umspannt und ebenfalls ein optisches Sci-Fi-Spektakel werden dürfte, sollte Villeneuve diesem Marvel-Film vielleicht eine Chance geben.

„Eternals“ läuft am 3. November 2021 in den deutschen Kinos an. „Dune“ könnt ihr wiederum ab sofort in Deutschland sehen.

Ihr könnt mehr mit Marvel anfangen als Denis Villeneuve? Beweist es uns in unserem Quiz:

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