Der Schuh des Manitu Poster

Die 25 erfolgreichsten deutschen Filme

Kino.de Redaktion  

Am 18. September startet die Bestseller-Verfilmung „Schoßgebete“ in den Kinos. Ob es Sönke Wortmanns Komödie wohl in die Liste der 25 erfolgreichsten deutschen Filme schafft?

Der deutsche Film boomt! Die Kinokomödie Fack Ju Göhte mit Elyas M’Barek begeisterte im letzten Jahr ein Millionenpublikum. Mit der Verfilmung des Bestseller-Romans Schoßgebete von Charlotte Roche startet am 18. September ein weiteres Werk aus deutschen Landen, das um die Gunst der Kinogänger buhlt.

Ob es Sönke Wortmanns Werk wohl in die Liste der 25 erfolgreichsten deutschen Filme schafft? Eine schwierige Aufgabe ist es auf jeden Fall. Um zu zeigen, wie sehr „Schoßgebete“ sich dafür strecken muss, stellen wir euch die 25 erfolgreichsten deutschen Filme seit 1968 vor.

„Fack Ju Göhte“ ja, „Winnetou“ nein

Warum ausgerechnet seit 1968? Die Antwort ist leicht: Erst seit dieser Zeit werden mehr oder minder zuverlässig die Besucherzahlen erhoben. Allerdings wurden zu Beginn der Zuschauerzählungen keine exakten Daten erhoben, sondern nur gerundete Werte. Die sind jedoch deutlich genauer als die Schätzungen zuvor.

Durch diese Einschränkung fallen leider Klassiker wie die „Winnetou“-Filme aus dem Ranking und auch Produktionen aus der DDR scheitern an dieser Hürde. Unter den Teppich gekehrt werden sollen diese von Millionen Menschen gesehenen Filme aber keinesfalls: Auf der letzten Seite haben wir Filme mit (geschätzt) über 10 Millionen Besuchern aufgelistet, die vor 1968 liefen.

Was gilt als deutscher Film?

Eine weitere Einschränkung bzw. Modifikation der Liste betrifft das Herkunftsland: Zahlreiche Filme sind Koproduktionen. Trotz deutscher Beteiligungen sind einige Filme eindeutig nicht aus der BRD (bzw. DDR). Mein Name ist Nobody und Der Name der Rose sind Beispiele für solche Koproduktionen, die zu „wenig deutsch“ sind. Die unendliche Geschichte hingegen wurde von Wolfgang Petersen inszeniert, von Bernd Eichinger produziert und die literarische Vorlage wurde von Michael Ende geschrieben. Zudem wurden große Teile in den Bavaria Filmstudios gedreht. Der Fantasy-Hit kann also trotz amerikanischer Beteiligung und internationaler Besetzung als deutscher Film betrachtet werden.

Nun ist aber Schluss mit ausschweifenden Erklärungen. Auf geht’s zum Ranking!

Platz 25:
Zweiohrküken

Kinostart in Deutschland: 03. Dezember 2009

Besucher: 4.255.103

Regie: Til Schweiger

Hauptdarsteller: Til Schweiger, Nora Tschirner, Matthias Schweighöfer

Auf Platz 25 taucht Til Schweiger zum ersten, aber bei weitem nicht zum letzten Mal in diesem Ranking auf. „Zweiohrküken“ wollten zwar weniger Leute im Kino sehen als den Vorgänger „Keinohrhasen“, über vier Millionen Zuschauer sind dennoch ein mehr als gutes Ergebnis. Til Schweiger wird sich gefreut haben, dass er es seinen Kritikern zeigen konnte…

Platz 24:
Kokowääh

Kinostart in Deutschland: 03. Februar 2011

Besucher: 4.317.017

Regie: Til Schweiger

Hauptdarsteller: Til Schweiger, Emma Schweiger, Jasmin Gerat

Und gleich noch einmal Schweiger, diesmal im Doppelpack. Die Komödie „Kokowääh“ mit Til Schweiger und seiner Tochter Emma sorgte 2011 für volle Kinosäle – und das, obwohl viele Menschen behaupten, nie einen Schweiger-Film gesehen zu haben geschweige denn je einen angucken zu wollen. Schweiger kann es egal sein, denn offensichtlich haben sich genügend Leute das leichte Filmvergnügen zu Gemüte geführt.

Platz 23:
Ödipussi

Kinostart in Deutschland: 10. März 1988

Besucher: 4.612.801

Regie: Loriot

Hauptdarsteller: Loriot, Evelyn Hamann, Katharina Brauren

Am 12. November 2013 hätte Loriot seinen 90. Geburtstag gefeiert. Leider hat uns der Humor-Großmeister schon 2011 verlassen. Vicco von Bülow war eine dieser Persönlichkeiten, die man am liebsten ewig am Leben gehalten hätte. Keiner hat die deutsche Humorlandschaft so nachhaltig beeinflusst wie er (natürlich mit Unterstützung der unvergessenen Evelyn Hamann). Diese Form des feinsinnigen Witzes schätzten auch etliche Kinogänger, sodass die Muttersöhnchen-Komödie „Ödipussi“ es in die Top 25 geschafft hat.

Platz 22:
Der Untergang

Kinostart in Deutschland: 16. September 2004

Besucher: 4.624.506

Regie: Oliver Hirschbiegel

Hauptdarsteller: Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Ulrich Matthes

Der von Oliver Hirschbiegel („Diana“) inszenierte und von Bernd Eichinger produzierte Film, der den Untergang des Dritten Reiches und vor allem die Geschehnisse im Berliner Führerbunker während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs thematisiert, wurde 2005 für einen Oscar nominiert. Dabei entfernte sich dieses Werk von früheren filmischen Aufarbeitungen, denn Bruno Ganz („Unknown Identity“) stellte den grausamen Diktator recht menschlich dar. Darüber und über weitere Punkte wurde lange kontrovers diskutiert, verhinderte aber nicht, dass über 4,6 Millionen Menschen diesen Film sehen wollten.

Platz 21:
Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

Kinostart in Deutschland: 02. April 1981

Besucher: 4.714.502

Regie: Uli Edel

Hauptdarsteller: Natja Brunckhorst, Thomas Haustein, Jens Kuphal

Das Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ schildert am Beispiel von Christiane Felscherinow die Situation drogenabhängiger Jugendlicher im Berlin der 1970er Jahre. Die Biografie erzählte schonungslos von Drogenmissbrauch, Kriminalität und Prostitution inmitten des bürgerlichen Deutschland. Mit dem erscheinen der Verfilmung im Jahr 1981 wurden dann auch Nichtleser mit dieser Problematik konfrontiert. Durch die schockierende und aufwühlenden Bilder wurde dem Letzten klar, dass nicht über ganz Deutschland die Sonne scheint.

Platz 20:
Die unendliche Geschichte

Kinostart in Deutschland: 06. April 1984

Besucher: 4.822.676

Regie: Wolfgang Petersen

Hauptdarsteller: Barret Oliver, Deep Roy, Noah Hathaway

Wie im Einleitungstext bereits erwähnt, ist „Die unendliche Geschichte“ trotz der Tatsache, dass er in englischer Sprache gedreht wurde und mit internationalen Schauspielern besetzt ist, ein deutscher Film. Selbst die US-Beteiligung ändert daran nichts, schließlich wurden sämtliche Schlüsselpositionen von Deutschen besetzt. „Troja“-Regisseur Wolfgang Petersen inszenuerte den Fantasy-Streifen, Bernd Eichinger (wer sonst…) produzierte ihn. Und dann ist da ja noch Michael Ende, der Autor der Romanvorlage. Mit der Umsetzung war der Schriftsteller gar nicht zufrieden und distanzierte sich von dem Film. Den Kinogängern war das jedoch egal: sie strömten munter in den Märchenfilm.

Platz 19:
Werner – Beinhart!

Kinostart in Deutschland: 29. November 1990

Besucher: 4.900.159

Regie: Niki List, Gerhard Hahn, Michael Schaack

Hauptdarsteller: Klaus Büchner, Rötger Feldmann, Meret Becker

„Moin moin, liebe Sportsfreunde!“ Ja, Anfang der 90er sprachen Jugendliche und Junggebliebene wochenlang mit norddeutschem Akzent und kloppten Sprüche wie „Eckat, ich glaub die Russen sind da“ oder „Firma Röhrich. Gas, Wasser, Scheiße!“ raus. Es war „Werner“-Zeit, und alle machten mit. Die dicknasigen, auf den Comics von Rötger „Brösel“ Feldmann basierenden Figuren sind zum deutschen Kulturgut geworden – auch wenn der letzte „Werner“-Film nicht mehr an die Qualität der ersten Teile heranreichte.

Platz 18:
Wickie und die starken Männer

Kinostart in Deutschland: 09. September 2009

Besucher: 4.936.408

Regie: Michael Herbig

Hauptdarsteller: Jonas Hämmerle, Waldemar Kobus, Christian Koch

Dass Wickie ein Junge und kein Mädchen ist, haben Fans der Zeichentrickserie oftmals erst Jahre später erfahren. In Bully Herbigs Realfilm „Wickie und die starken Männer“ ist der kleine Schlaumeier aber eindeutig als Bub zu identifzieren. Der kleine Jonas Hämmerle stellte den schmächtigen aber klugen Wikinger ganz toll dar und trug einen erheblich Anteil zum Erfolg des Familienfilms bei.

Platz 17:
Werner – Das muss kesseln!!!

Kinostart in Deutschland: 27. Juni 1996

Besucher: 4.954.612

Regie: Udo Beissel, Michael Schaack

Hauptdarsteller: Klaus Büchner, Andi Feldmann, Monty Arnold

Kaum zu glauben, aber wahr: den zweiten „Werner“-Film haben sich mehr Menschen im Kino angesehen als den grandiosen ersten Teil. Gut, so selten kommt das gar nicht vor, schließlich ist ein Riesenerfolg beim ersten Film oft nicht einkalkuliert, beim Nachfolger aber wird von einer großen Ansturm ausgegangen, da die Kinobesucher ihre neuen Lieblinge wiedersehen möchten.“Werner – Das muss kesseln!!!“ erschien allerdings ganze sechs Jahre nach „Werner – Beinhart!“. Vergessen hatte die Bölkstoff-Liebhaber aber ganz offensichtlich niemand.

Platz 16:
Die Nichten der Frau Oberst

Kinostart in Deutschland: 19. Juli 1968

Besucher: 5.000.000

Regie: Erwin C. Dietrich

Hauptdarsteller: Kai Fischer, Heidrun Hankammer, Tamara Baroni

In den 1960er Jahren erwachte Deutschland aus seinem Erotik-Dornröschenschlaf, die sexuelle Revolution bahnte sich ihren Weg. Das aufkeimende Interesse an der körperlichen Liebe verschaffte auch einigen Filmen Popularität und hohe Zuschauerzahlen, die heutzutage um eine Veröffentlichung auf DVD kämpfen müssten. Erwin C. Dietrichs („Weiße Haut auf schwarzem Markt“) Schmuddelfilm „Die Nichten der Frau Oberst“, der mit lesbischer Liebe und Promiskuität für einen Aufschrei unter den besorgten Moralwächtern des Landes sorgte, gehört zweifelsohne in diese Kategorie. Dieser Erotikstriefen war dennoch so erfolgreich, dass ein Jahr später „Die Nichten der Frau Oberst. 2. Teil – Mein Bett ist meine Burg“ in die Kinos kam.

Platz 15:
Männer

Kinostart in Deutschland: 19. Dezember 1985

Besucher: 5.213.458

Regie: Doris Dörrie

Hauptdarsteller: Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenknecht, Ulrike Kriener

Doris Dörrie („Alles inklusive“) ist mit „Männer“ das gelungen, was viele heute für unmöglich halten: Eine deutsche Komödie mit Klasse. Dass es immer noch komische Qualitätsfilme aus deutschen Landen gibt – siehe „Fack Ju Göhte“ -, wird zwar häufig vergessen, soll aber an dieser Stelle nicht zum Thema gemacht werden. Widmen wir uns lieber Dörries „Männer“: Die grandios aufspielenden Hauptdarsteller Heiner Lauterbach („Wir sind die Neuen“), Uwe Ochsenknecht („Das kleine Gespenst“) und Ulrike Kriener („Kommissarin Lucas“), die feine Ironie und die zündenden Gags sorgten dafür, dass Dörrie den endgültigen Durchbruch schaffte und „Männer“nach wie vor zu den 25 deutschen Filmen mit den meisten Besuchern gehört.

Platz 14:
Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders

Kinostart in Deutschland: 14. September 2006

Besucher: 5.596.205

Regie: Tom Tykwer

Hauptdarsteller: Ben Wishaw, Dustin Hoffman, Rachel Hurd-Wood

Bernd Eichinger war ein zäher Mann. Wenn er etwas wollte, ließ der erfolgreiche Produzent nicht locker. Die Rechte an Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“ wollte Eichinger unbedingt – und nach langer Überzeugungsarbeit bekam er sie auch. Während die Hauptrollen von Briten (Ben Whishaw („James Bond 007: Skyfall“), Alan Rickman („Der Butler“), Rachel Hurd-Wood („Das Bildnis des Dorian Gray“)) bzw. Amerikanern (Dustin Hoffman („Luck“)) gespielt wurden, waren einige Nebenrollen mit deutschen Stars wie Jessica Schwarz („Adieu Paris“), Corinna Harfouch („Finsterworld“) und Karoline Herfurth („Rico, Oskar und die Tieferschatten“) besetzt. Auch die Inszenierung der Literatur-Adaption wurde einem Deutschen übertragen: Tom Tykwer („Lola rennt“) durfte Regie bei dem mit über 50 Millionen Euro Budget veranschlagten Thrillerdrama führen.

Platz 13:
Die Lümmel von der ersten Bank 2: Zum Teufel mit der Penne

Kinostart in Deutschland: 12. Dezember 1968

Besucher: 6.000.000

Regie: Werner Jacobs

Hauptdarsteller: Hansi Kraus, Peter Alexander, Theo Lingen

Starbesetzt waren alle Teile der sogenannten „Lümmel“-Reihe. Im zweiten und erfolgreichsten Film „Die Lümmel von der ersten Bank 2: Zum Teufel mit der Penne“ durften neben den zur Stammbesetzung zählenden Hansi Kraus, Theo Lingen, Hans Terofal und Rudolf Schündler auch Peter Alexander und Heintje mitspielen und ihre Sangestalente auf der großen Leinwand demonstrieren. Die Kinogänger fanden offensichtlich großen Gefallen an deutschem Liedgut und alberenen Pennäler-Streichen.

Platz 12:
Oswalt Kolle: Das Wunder der Liebe

Kinostart in Deutschland: 01. Februar 1968

Besucher: 6.000.000

Regie: Franz Josef Gottlieb

Hauptdarsteller: Biggi Freyer, Katarina Haertel, Ortrud Gross

Oswalt Kolle werden einige jüngere Leute wohl nicht mehr kennen. In den 1960ern schwang sich der gebürtige Kieler zum Chef-Aufklärer der Nation auf und zeigte den sexuell verkümmerten Deutschen, wie das denn überhaupt so läuft mit dem körperlichen Zusammensein. Damals war der von Franz Josef Gottlieb („Unser Charly“) inszenierte und von Kolle erdachte Film natürlich das Gespräächsthema schlechthin und wurde in konservativen Kreisen als Skandalwerk betrachtet. In Deutschland und den Nachbarländern wollten aber zahlreiche Menschen mehr über Sex und Erotik wissen und strömten in die Kinosäle. Mit weiteren Filmen rund um das Thema Sexualität führte Kolle seine Aufkläungsmission in den folgenden Jahren fort.

Platz 11:
Keinohrhasen

Kinostart in Deutschland: 20. Dezember 2007

Besucher: 6.297.816

Regie: Til Schweiger

Hauptdarsteller: Til Schweiger, Nora Tschirner, Matthias Schweighöfer

„Keinohrhasen“ ist der erste totale Schweiger-Film – schließlich stand nicht nur Til vor der Kamera, sondern auch seine vier Kinder Emma, Luna, Lilli und Valentin. Ob es an der geballten schweigerschen Power lag, dass diese Komödie über sechs Millionen Besucher in die Kinosäle lockte, darf jedoch bezweifelt werden. Die Zuschauer schätzten wohl weit mehr die Mischung aus Humor und Gefühl, die Schweiger wohldosiert und nicht zu subtil aufs Publikum niederprasseln ließ. Die Kritiker bewerteten „Keinohrhasen“ allerdings strenger als die Kinogänger – was Til Schweiger mal wieder „richtig auf den Sack“ ging.

Platz 10:
Otto – Der neue Film

Kinostart in Deutschland: 16. Juli 1987

Besucher: 6.458.957

Regie: Xaver Schwarzenberger, Otto Waalkes

Hauptdarsteller: Otto Waalkes, Anja Jaenicke, Ute Sander

Otto Waalkes setzte in seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm nach „Otto – Der Film“ auf sein altbewährtes Konzept: 82 Minuten Kalauer und Blödelei, garniert mit einer Prise Emotion. Dass solche Filme bei der feinsinnigen Kritiker-Klientel eher weniger gut ankommen, wird auch dem Ostfriesen mit den blonden Haaren klar gewesen sein. Was schlussendlich aber zählt, ist der Erfolg – die annähernd 6,5 Millionen Besucher in Deutschland sprechen diesbezüglich eine deutlcihe Sprache.

Platz 9:
Zur Sache, Schätzchen

Kinostart in Deutschland: 04. Januar 1968

Besucher: 6.500.000

Regie: May Spils

Hauptdarsteller: Uschi Glas, Werner Enke, Henry van Lyck

in den 1960ern und den 1970ern gehörte Uschi Glas („Fack Ju Göhte“) zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen Deutschlands. Der besucherstärkste Film, in dem sie in dieser Zeit mitwirkte, was „Zur Sache, Schätzchen“. Die zum „Jungen Deutschen Film“ gehörende Komödie von May Spils ([„Nicht fummeln, Liebling“) war eine Sensation und nahm den Stimmungswandel der Gesellschaft in der BRD vorweg. Der forsch-unbekümmerte Film revolutionierte nicht nur das Kino, sondern auch das Vokabular der Jugend.

Platz 8:
Der bewegte Mann

Kinostart in Deutschland: 06. Oktober 1994

Besucher: 6.570.416

Regie: Sönke Wortmann

Hauptdarsteller: Til Schweiger, Joachim Król, Katja Riemann

Möchte jemand raten, wer „Der bewegte Mann“ produziert hat? Natürlich Bernd Eichinger. Und wer spielt die Hauptrolle? Til Schweiger. Eichinger und Schweiger, diese Kombination würde auch noch heute einen Kassenerfolg garantieren. Leider ist der Starproduzent vor einigen Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Als gemeinsames Highlight haben die beiden Stars der deutschen Filmlandschaft die von „Schoßgebete“-Regisseur Sönke Wortmann inszenierte Comic-Verfilmung „Der bewegte Mann“ hinterlassen.

Platz 7:
Good Bye, Lenin!

Kinostart in Deutschland: 13. Februar 2003

Besucher: 6.584.314

Regie: Wolfgang Becker

Hauptdarsteller: Daniel Brühl, Katrin Saß, Florian Lukas

Wolfgang Beckers („Das Leben ist eine Baustelle“) Tragikomödie „Good Bye, Lenin!“ setzt sich charmant und intelligent mit der Teilung Deutschlands auseinander. Die subtile Aufarbeitung der Vergangenheit lebt nicht nur vom starken Drehbuch, sondern auch von den überzeugenden Darstellern. Die Hauptrolle spielt Daniel Brühl, der mittlerweile in Hollywood Karriere macht. Trotz Großproduktionen wie „Inglourious Basterds“, „Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt“ und „Rush – Alles für den Sieg“ gehört „Good Bye, Lenin!“ nach wie vor zu Brühls besten Filmen.

Platz 6:
7 Zwerge – Männer allein im Wald

Kinostart in Deutschland: 28. Oktober 2004

Besucher: 6.799.699

Regie: Sven Unterwaldt

Hauptdarsteller: Otto Waalkes, Cosma Shiva Hagen, Heinz Hoenig

Wer dachte, dass der kalauernde Otto seine besten Zeiten in den 1970ern und 1980ern hatte und im neuen Jahrtausend keinen großen Hit mehr haben wird, der wurde 2004 eines besseren belehrt. Mit der Märchenparodie „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ schaffte es der Ostfriese wieder an die Spitze des Comedy-Olymp – und das, obwohl er ausnahmsweise mal nicht alleine im Mittelpunkt stand. Diesmal hatte Otto prominente Unterstützung einiger Blödel-Kollegen, die ihm beim Abbrennen des Gagfeuerwerks mehr als nur behilflich waren.

Platz 5:
Schulmädchen-Report – Was Eltern nicht für möglich halten

Kinostart in Deutschland: 23. Oktober 1970

Besucher: 7.000.000

Regie: Ernst Hofbauer

Hauptdarsteller: Günther Kieslich, Helga Kruck, Friedrich von Thun

Die „Schulmädchen Report“-Filme entlocken den meisten Zusehern heutzutage nur noch ein müdes Lächeln. Zu Beginn der 1970er Jahre war „Schulmädchen-Report – Was Eltern nicht für möglich halten“ jedoch ein heiß diskutiertes, kontroverses Werk. Im noch reichlich prüden Deutschland wurde Sex öffentlich kaum thematisiert. Seit Ende der 1960er änderte sich dies aber, und eine ganze Welle von Aufkläungsfilmen schwappte in die Kinos. Mit Aufklärung hatten viele dieser Streifen aber nichts zu tun, vielmehr waren es lockere Erotikfilme, die die Neugierde der (überwiegend) jugendlichen Zuschauer befriedigten.

Platz 4:
Fack Ju Göhte

Kinostart in Deutschland: 07. November 2013

Besucher: 7.078.553

Regie: Bora Dagtekin

Hauptdarsteller: Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Jana Pallaske

Die Schulkomödie „Fack Ju Göhte“ mit Elyas M’Barek in der Hauptrolle war die Sensation des Jahres 2013. Über 900.000 Menschen wollten die Komödie in den ersten Tagen im Kino sehen. Ein beeindruckendes Ergebnis. Insgesamt lachten über sieben Millionen Menschen über die schrägen Unterrichtsmethoden von Zeki Müller. Der Titel „Erfolgreichster Film des Jahres 2013“ war „Fack Ju Göhte“ somit sicher.

Platz 3:
Otto – Der Film

Kinostart in Deutschland: 18. Juli 1985

Besucher: 8.783.766

Regie: Xaver Schwarzenberger, Otto Waalkes

Hauptdarsteller: Otto Waalkes, Jessika Cardinahl, Elisabeth Wiedemann

Wer subtilen Humor liebt, muss um Otto einen riesigen Bogen machen. Nicht umsonst wird der Ostfriese als „Blödelbarde“ bezeichnet. Seit Jahrzehnten bringt der Komiker landauf, landab seine Kalauer, die bei manch einem nur noch Kopfschütteln verursachen, andere wiederum vor Lachen aus dem Stuhl fallen lassen. Diese unterschiedliche Bewertung von Ottos Witz findet nicht erst heute statt, sondern war auch schon früher ein Thema. Dass Otto jedoch gleich dreimal in dieser Liste vertreten ist, spricht offensichtlich dafür, dass es genügend Fans dieser Art Humor in Deutschland gab und gibt.

Platz 2:
(T)raumschiff Surprise – Periode 1

Kinostart in Deutschland: 22. Juli 2004

Besucher: 9.165.932

Regie: Michael Herbig

Hauptdarsteller: Michael Herbig, Christian Tramitz, Rick Kavanian

Michael „Bully“ Herbig hat ein Gespür für erfolgreiche Filme. Dass „(T)raumschiff Surprise – Periode 1“ eingeschlagen hat wie eine Bombe, war aber kein Zufall: Die drei affektierten Weltraum-Chaoten Mr. Spuck, Käpt’n Kork und Schrotty sorgten schon in der „Bullyparade“ für lachende Zuschauer. Diesen wurde dann auch die Entscheidung überlassen, welche Figuren aus der Comedy-Show einen eigenen Film bekommen sollten. Die Wahl fiel auf die ungewöhnliche Crew. Da Bully die Figuren schon zuvor ausgiebig getestet und die Zuschauer mit ins Boot geholt hatte, war der Erfolg quasi vorprogrammiert.

Platz 1:
Der Schuh des Manitu

Kinostart in Deutschland: 19. Juli 2001

Besucher: 11.721.499

Regie: Michael Herbig

Hauptdarsteller: Michael Herbig, Christian Tramitz, Sky du Mont

Dass „Der Schuh des Manitu“ der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten ist, kommt nicht überraschend. Bully Herbigs Westernparodie besticht nicht nur durch grandios entworfene Figuren und umwerfend komische Gags, sondern auch durch die professionelle Machart. Was den fast zwölf Millionen Zuschauern aber wohl am meisten im Gedächtnis hängen geblieben ist, sind die unzähligen Kultsprüche. „Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden“ gehört seitdem zum Standardrepertoire etlicher Menschen.

Deutsche Erfolgsfilme vor 1968

Die große Liebe (1942)

Rolf Hansens (Sauerbruch – Das war mein Leben) Film mit Zarah Leander (Zu neuen Ufern) in der Hauptrolle war der kommerziell erfolgreichste Film im Dritten Reich. Geschätzt 27 Millionen Zuschauer sahen sich dieses Werk an. Bis heute sich Die große Liebe jedoch dem Vorwurf ausgesetzt, NS-Propaganda betrieben zu haben.

Ehe im Schatten (1947)

Das auf dem Schicksal des Schauspielers Joachim Gottschalk (Ein Leben lang) beruhende Drama kam kurz nach dem Untergang des Dritten Reichs in die Kinos. Der einzige DEFA-Film, der in allen vier Berliner Sektoren gleichzeitig Premiere hatte, beschäftigte sich mit der erst seit kurzem beendeten NS-Diktatur und wurde von 12,89 Millionen Menschen gesehen.

Schwarzwaldmädel (1950)

Fröhlich, volkstümlich, beschwingt – die romantisch-optimistische Operettenverfilmung wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Zwischen 14 und 16 Millionen Besucher sahen sich den Heimatfilm im Kino an.

Grün ist die Heide (1951)

Die Neufassung des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1932 lockte zwischen 16 und 19 Millionen Menschen in die Kinos. Für die noch immer vom Zweiten Weltkrieg gebeutelte Bevölkerung bedeutete dieser Heimatfilm eine Flucht aus der tristen Realität in eine schönere Welt.

Die Geschichte vom kleinen Muck (1953)

Nicht nur im Westen Deutschlands wurden erfolgreiche Filme produziert, auch im Osten gab es Werke, die Millionen Menschen anlockten. Diese DEFA-Märchenverfilmung von Wolfgang Staudte (Der Seewolf) wollten beispielsweise fast 13 Millionen Leute sehen.

Die Trapp-Familie (1956)

Ungefähr 18 Millionen Kinogänger sahen sich Wolfgang Liebeneiners (Schwejks Flegeljahre) Heimatfilm an. Die aus Fleiß, Mut, Harmonie und viel Gefühl bestehende Geschichte war für die Leute in den 1950er Jahren genau das Richtige.

Der Schatz im Silbersee (1962) & Winnetou (1963)

Die Verfilmung der Romane von Karl May, häufig mit dem Franzosen Pierre Brice (Ein Schloss am Wörthersee) in der Hauptrolle, waren durch die Bank sehr erfolgreich. Der erste „Winnetou“-Teil z.B. lockte ca. 18 Millionen Besucher in die Kinos, Der Schatz im Silbersee in etwa 17 Millionen.

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