Der Fall Collini

   Kinostart: 18.04.2019

Der Fall Collini: In der Verfilmung des Justizromans von Ferdinand von Schirach übernimmt M'Barek einen Mordfall, der einen Schatten auf die deutsche Nachkriegsgeschichte wirft.

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„Der Fall Collini“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

In der Verfilmung des Justizromans von Ferdinand von Schirach übernimmt M'Barek einen Mordfall, der einen Schatten auf die deutsche Nachkriegsgeschichte wirft.

Der unerfahrene Rechtsanwalt Caspar Leinen (Elyas M‘Barek) ist erst seit drei Monaten im Amt, als er zufällig einen Fall annimmt, der sich zum Justizskandal auswachsen wird. Leinen übernimmt die Verteidigung des pensionierten italienischen Gastarbeiters Fabrizio Collini (Franco Nero), der den Industriellen Hans Meyer (Manfred Zapatka) ermordet haben soll. Warum es zu der Tat gekommen ist? Collini schweigt beharrlich, seitdem er sich der Polizei gestellt hat.

Ohne es zu wissen, hat sich Leinen in einen brisanten Fall verwickelt, der seinen Schatten nicht nur auf einen der größten Justizskandale der Nachkriegsgeschichte wirft, sondern Leinen auch privat in Bedrängnis bringt. Das Opfer war der Großvater von Leinens Jugendliebe Johanna (Alexandra Maria Lara). Sie befürchtet, der Prozess könne den Ruf der Familie beschmutzen und beauftragt den Star-Anwalt Richard Mattinger (Heiner Lauterbach), um als Nebenklägerin einzusteigen. Dann macht Leinen eine skandalöse Entdeckung.

Endlich eine neue Schirach-Verfilmung! Der starbesetzte Justiz-Krimi startet im Frühjahr 2019 in den Kinos. Mehr Details zu Kinostart und Hintergründen von „Der Fall Collini“ findet ihr nach dem Trailer.

„Der Fall Collini“ — Kinostart und FSK

Nach den mehrteiligen ZDF-Serien „Verbrechen“, „Schuld“, „Schuld II“ sowie dem Kinofilm „Terror - Ihr Urteil“ folgt endlich eine neue Schirach-Verfilmung, die mit einer Starbesetzung aufwarten kann. Der Justiz-Roman und Bestseller „Der Fall Collini“ startet am 18. April 2019 in den Kinos und hat eine FSK-Altersfreigabe ab 12 Jahren.

„Der Fall Collini“ — Hintergründe

Regisseur und Drehbuchautor Marco Kreuzpaintner hat sich in der Vergangenheit einen Namen mit Literaturverfilmungen wie „Krabat“ und dem Skript zu „Die Wolke“ gemacht. Kreuzpaintner steckt als Regisseur außerdem hinter der Amazon-Thriller-Serie „Beat“. Mit „Der Fall Collini“ legt der Regisseur nun einen Justiz-Krimi vor, der mit Elyas M‘Barek („Fack Ju Göhte 3“), Alexandra Maria Lara („25 km/h“) und Heiner Lauterbach („Kalte Füße“) in den Hauptrollen gar nicht besser besetzt sein könnte.

Inhaltlich dreht sich die Verfilmung des Romans von Ferdinand von Schirach um einen der größten Justizskandale der Nachkriegsgeschichte: die Quasi-Amnestie von NS-Tätern durch eine Reform des Ordnungswidrigkeiten-Gesetzes. Durch die Änderung, die am 1. Oktober 1968 in Kraft trat, wurde die Verjährungsfrist für NS-Straftaten außer Mord auf 15 Jahre heruntergesetzt — damit waren viele Personen, die Beihilfe zu NS-Morden übten, vor einem Prozess geschützt. Denn im Jahr 1968 war die Tat bereits verjährt.

Eine Historikerkommission des Justizministeriums fand im Jahr 2016 Indizien dafür, dass Eduard Dreher, der damaligen Leiter der Strafrechtsabteilung, die Einführung der Gesetzesänderung manipuliert hatte, um über die wahre Tragweite der Änderung hinwegzutäuschen. In der Einsetzung der Kommission zur Aufarbeitung der „Justizpanne“ hat sich die damalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger unter anderem auf den Roman „Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach bezogen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Basierend auf dem Roman von Ferdinand von Schirach erzählt Regisseur Marco Kreuzpaintner in DER FALL COLLINI die spannende und bewegende Geschichte eines jungen Anwalts, der den Mörder seines eigenen Mentors verteidigen muss. Durch seine Ermittlungen taucht er tief in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte ein.

      Warum betritt der 70-jährige Fabrizio Collini, der sich bisher nie etwas zu Schulden kommen ließ, das Hotelzimmer eines Mannes und erschießt ihn unvermittelt? Der Täter schweigt zu seinen Motiven. Auch Reue zeigt er nicht. Als der Mordprozess vorbereitet wird, wird Collini der junge Anwalt Caspar Leinen als Strafverteidiger an die Seite gestellt. Leinen als unerfahrener Anwalt hat Schwierigkeiten, Zugang zu seinem Mandanten zu finden. Richtig hart wird es für ihn, als er herausfindet, dass es sich bei dem Mordopfer um seinen Mentor Hans Meyer handelt. Meyer hat ihn immer unterstützt, seine Enkelin war seine erste große Liebe. Und nun soll Leinen seinen Mörder verteidigen? Für den engagierten jungen Mann ein schwerer Gewissenskonflikt. Doch je mehr sich Leinen in den Fall einarbeitet, desto klarer wird ihm: Collini hatte sehr wohl ein Motiv, Meyer zu töten. Ein Motiv, das bis in die Zeit der NS-Herrschaft führt. Und das für Leinen die Frage aufwirft, ob Hans Meyer jemals wirklich der Mann war, der er vorgab zu sein. In seinem neuen Film DER FALL COLLINI befassen sich Regisseur Marco Kreuzpaintner und seine Drehbuchautoren Christian Zübert sowie Jens-Frederik Otto und Robert Gold mit einem der größten Justizskandale der deutschen Geschichte. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach erzählt der Film eine fesselnde und bewegende Geschichte über Rache, Recht und Gerechtigkeit. Der Film hält seine Spannung von Anfang bis Ende, was sowohl an der stringenten Erzählhaltung als auch an den gut getimten Dialogen liegt, die auch die sorgfältig inszenierten Gerichtssequenzen auszeichnen. Das Spiel der Darsteller ist durchweg überzeugend. Elyas M’Barek als charismatischer, engagierter und idealistischer Junganwalt zieht den Zuschauer mit hinein in die komplexe Geschichte, der man mit ihm gemeinsam auf den Grund geht, während Heiner Lauterbach eindrucksvoll und bedrohlich den gegnerischen Anwalt der Familie Meyer verkörpert. Eine voller Wendungen steckende Story, ein treibender Score und eine große inszenatorische Raffinesse machen aus DER FALL COLLINI einen packenden Film, der nicht nur Unterhaltung bietet, sondern auch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit einem hochkomplexen und wichtigen Thema.

      Jurybegründung:

      „Schuld und Sühne“ oder „Rache, Recht und Gerechtigkeit“. Das sind die Motive, in die DER FALL COLLINI einführt. Regisseur Marco Kreuzpaintner hat den Bestseller Ferdinand von Schirachs verfilmt. Er erzählt die Geschichte des jungen Anwalts Caspar Leinen, der zum Pflichtverteidiger des Italieners Fabrizio Collini bestellt wird. Collini soll den Industriellen Hans Meyer erschossen haben. Der Täter schweigt beharrlich und alles sieht nach vorsätzlichem Mord aus, doch dann kommen Leinen Zweifel.

      Obwohl das Thema wirklich nicht neu ist, ließ sich die Jury von Anfang an durch Kreuzpaintners Drama fesseln. DER FALL COLLINI ist wesentlich mehr als ein gut inszenierter Gerichtsthriller, DER FALL COLLINI ist die spannende Suche nach einem Mordmotiv, die Verteidiger Leinen weit in die deutsche Geschichte zurückführt. Wie ein gewaltiges Puzzle fügt er Steinchen für Steinchen eines Mosaiks zusammen, das ihn schließlich auch zu einem nachkriegsdeutschen Justizskandal führt.

      Die Jury zeigte sich beeindruckt von der pointierten und bis in die Einzelheiten genauen Erzählung mit der DER FALL COLLINI die Suche nach einem Motiv für die Tötung schildert. Der Film ist gut austariert und vermag mit extremer Klarheit eine an sich komplizierte Thematik vermitteln. Trotz Einführung diverser Nebenschauplätze und Handlungen reißt der Spannungsfaden niemals ab. Das ist zum einen natürlich der literarischen Vorlage geschuldet. Immerhin hält sich DER FALL COLLINI in vielen Details erstaunlich genau an die Buchvorlage von Schirachs. Zum anderen aber zeigte sich die Jury auch durch die Dramaturgie des Drehbuchs gefesselt. Anders als so manche deutsche Kinoproduktion wirkt DER FALL COLLINI von Anfang bis Ende tatsächlich wie ein echter Kinofilm. Kamera und Schnitt haben großartige Arbeit geleistet. In der Diskussion hat die Jury daher den Realismus und die Frische der Inszenierung hervorgehoben, die sich auch international sehen lassen können.

      Als herausragend hat die Jury auch Cast und Schauspielführung empfunden: Alexandra Maria Lara, aber auch Franco Nero, Heiner Lauterbach und Manfred Zapatka sind für Nebenrollen eine großartige Besetzung. Die eigentliche Überraschung war für die Jury allerdings Elyas M’Barek als Protagonist Caspar Leinen, der zeigt, dass er auch das ernste Sujet bedienen kann.

      Ambivalenter hat die Jury dagegen die Exekutionsszenen in der italienischen Kleinstadt aufgenommen. In der Diskussion wurde überlegt, ob hier evtl. vorhandene zeitgenössische Aufnahmen für ein angemessenes Mehr an Niveau und Distanz gesorgt hätten oder ob es genau dieser Spielsequenz bedurfte, um dramaturgisch schlüssig fortfahren zu können. Letztlich wirft der Film immerhin die Frage auf, ob Fabrizio Collinis Tat Vergeltung, Recht oder Gerechtigkeit war. Die Justiz, so viel steht von vornherein fest, urteilt diesbezüglich ganz klar. Vielleicht aber erkennt der Zuschauer Nuancen, die das Recht nicht kennt. DER FALL COLLINI gibt definitiv wichtige Ansätze zum Nachdenken über Recht und Gesetzgebung im Nachkriegsdeutschland.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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