Borat

  1. Ø 3.7
   2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Borat: Groteske Improvisationskomödie mit Sacha Baron Cohen, der als enthusiastischer junger Mann aus Kasachstan auf Entdeckungsreise in den USA geht.

Der kasachische TV-Journalist Borat (Sacha Baron Cohen) soll im Auftrag von Volk und Vaterland nach Amerika reisen, um die Heimat mit detaillierten Erkenntnissen über die westliche Kultur zu befruchten. Voller Stolz brechen Borat und sein Azamat Bagatov (Ken Davitian) auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um sich sogleich an grenzenlos unfreundlichen New Yorkern die Zähne auszubeißen. Weiter geht die Expedition quer durchs Land von Ost nach West, um erstens den Amerikanern ihre Geheimnisse zu entlocken und zweitens Traumfrau J.C. (Pamela Anderson) zu erobern.

Nach dem Leinwandabenteuer seiner Kunstfigur Ali G lässt Britanniens Bad-Taste-Komiker numero uno Sacha Baron Cohen nun seinen beliebten Außenreporter Borat von der Kinokette. „Seinfeld„-Co-Macher Larry Charles inszenierte das erhellende Vergnügen.

Borat glaubt an sein Kasachstan, an sein Heimatdorf, an die Traditionen des Landes, zu denen Prostitution, Korruption und Waffenschieberei gehören. Vom Innenministerium wird Borat ausgesucht, in die USA zu reisen und dort über die Gebräuche und Gewohnheiten der Menschen zu lernen, auf das sein Kasachstan davon profitieren möge. Bei seiner Reise quer durchs Land erlebt Borat echte Menschen in echten Situationen.

„Das ist meine Schwester, sie ist Nummer vier Prostituierte von Kasachstan!“ verkündet der Parade-Kasache Borat, Über-Chauvi, Hobby-Onanist und glühender Pamela-Anderson-Fan stolz vor laufender Kamera. Als Repräsentant seines geliebten Heimatlandes reist er durch die Vereinigten Staaten, um – siehe Untertitel – „Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen“. Er lernt Land und Leute kennen, hautnah – und macht sich ob seiner direkten Art (viel) mehr Feinde als Freunde.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Ali G.“-Star Sacha Baron Cohen tobt sich nun in der Rolle des kasachischen Filmemachers Borat aus. Mit der sicheren Waffe seiner scheinbaren Unwissenheit und Naivität ausgestattet, sagt er, was ihm gerade in den Sinn kommt. Ohne Tabus, ohne Regeln, ohne Grenzen.

    Und so bilden auch gesellschaftliche Regelverletzungen und Tabubrüche den Mittelpunkt der Komik. Der Humor ist dementsprechend vulgär, anstößig, derb und ausgelassen. Doch diese Begriffe allein können ihn nur unzureichend beschreiben. Denn oft führen auch die Reaktionen der Menschen, die mit Borat zusammentreffen und auf diese Weise unfreiwillig (?) zu Nebendarstellern werden, zu fassungslosem Lachen der Zuschauer.

    Etwa dann, wenn bewusste Regelverletzungen gar nicht erst wahrgenommen oder sogar bestätigt werden. Wenn etwa ein Autoverkäufer ernsthaft auf die Frage antwortet, bei welcher Geschwindigkeit ein überfahrener Zigeuner auch ganz sicher tot sei. Ähnlich lustig ist es, wenn ein Rodeoreiter Burat den Tip gibt, doch seinen Bart abzurasieren, um nicht als Terrorist verdächtigt zu werden.

    Zusätzlich liefert der Film auch einige bitterböse Kommentare ab, die zumindest Teilen der amerikanischen Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, etwa was den Kampf gegen den Terror oder den amerikanischen Patriotismus betrifft. Durch Überspitzung und Übertreibung zieht der Film so manches und so manchen in die Lächerlichkeit.

    Was die Welt an Vorurteilen zu bieten hat, wird hier aufgegriffen. Besonders die Juden haben unter Borat zu leiden. (Hierbei ist wohl wichtig anzumerken, dass Cohen selbst Jude ist.) Und indem Cohen seine Figur aus einem Land kommen lässt, von dem wohl die überwiegende Mehrheit der Zuschauer keine Ahnung hat, kann er auch hier aus dem Vollen schöpfen, was vorgefasste Meinungen betrifft.

    Der Film wirkt semi-dokumentarisch. Nicht immer lässt sich genau sagen, ob es sich um reale Situationen und echte Aussagen handelt oder nicht. Die zahlreichen, aneinandergereihten Episoden werden dabei von einem kontinuierlichen Erzählstrang lose zusammengehalten. Und für die richtige Hintergrundstimmung spielt Shantels Bucovina Club zum Tanz auf. Wer nun auch noch etwas mit dem Humor anfangen kann, wird von „Borat“ garantiert bestens unterhalten.

    Fazit: „Borat“ ist ein einziger Regelverstoß. Provokant, urkomisch und äußerst unterhaltsam.
  • Jagshemash! Mit seinem Roadtrip durch das finstere Herz Amerikas liefert der britische Komiker Sacha Baron Cohen den Filmspaß des Jahres. Nach dem Triumph beim Filmfest in Toronto sollte der wüsten Sketchrevue das Tor zum Welterfolg offen stehen.

    „Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation Kasachstan zu machen“, verrät der unerhörte Untertitel. Er passt wie die Faust aufs Auge. Zum einen ist „Borat“ ja auch ein unerhörter und unerhört komischer Film. Zum anderen umfasst dieser eine in radebrechendem Deutsch formulierte Satz das grobe Handlungsgerüst sowie das Prinzip des nur auf den ersten Blick so derben und schamlosen, eigentlich aber ziemlich listigen Humors. Wie Fans von Sacha Baron Cohen und seiner „Da Ali G Show“ auf MTV, wo die Titelfigur des Films mit sagenhaften Sketchen bekannt wurde, wissen, ist Borat Sagdiyev ein freundlicher und stets positiv gestimmter junger Mann aus Kasachstan mit Schnauzbart und billigem grauen Polyesteranzug, der als Fernsehreporter die westliche Welt bereist und seinen oftmals arrivierten Interviewpartnern aus Politik und Gesellschaft mit völ-lig unschuldig geäußerten und ausgesprochen schockierenden rassistischen, frauenfeindlichen und antisemitischen Ansichten vor den Kopf stößt. Der Clou daran ist, dass Zurechtweisungen, wenn überhaupt, meist sehr bedächtig erfolgen: Cohen macht sich zunutze, dass die wenigsten seiner Gesprächspartner einen Funken Ahnung von Kasachstan und den dortigen Gepflogenheiten haben. Im schlimmsten Fall sehen sie nur ihre Vorurteile bestätigt – wie sie um Fassung ringen und versuchen, nun ihrerseits Borat nicht vor den Kopf zu stoßen, macht den Spaß aus – sofern die freimütigen Äußerungen über Minderheiten nicht eine ungeahnte Komplizenschaft in den Menschen wecken, die Borat so trifft. Insofern ist es albern, Cohen (wie von höchst offizieller Seite geschehen) vorzuwerfen, er ziehe Kasachstan, Juden oder eine andere seiner Zielscheiben durch den Kakao: Vielmehr fühlt er damit seinen Gesprächspartnern und dem Zuschauer selbst auf den Zahn.

    Dass der bitterböse Humor auch auf Filmlänge trägt und sich über 80 Minuten Laufzeit nicht abnutzt, liegt daran, dass Cohen und sein Regisseur Larry Charles nicht versuchen, eine Story auf Teufel komm raus witzig zu gestalten, sondern zuerst auf die Gags und dann erst auf die Geschichte schauen: „Borat“ ist eine zu einem Film zusammengestöpselte Sketchparade, ohne jemals zusammengestöpselt zu wirken: Aus 300 Stunden Filmmaterial, das, mitunter auf Video oder mit versteckten Kameras gedreht, teils aus authentischen Aufnahmen, teils aus gestellten Szenen besteht, stellte Charles, erfahren in Sachen improvisierter Komödie dank seiner Beteiligung an der in den USA immens erfolgreichen HBO-Comedyserie „Curb Your Enthusiasm“ (das Vorbild für die Pro-Sieben-Reihe „Pastewka“), eine Art Reisetagebuch zusammen von einem, der aus seinem mit Vergewaltigern, Huren und Judenhassern angefüllten Heimatdorf in Kasachstan auszog, um in den „U.S. and A.“ das Fürchten zu lernen: Eine groteske Szene jagt die andere, wenn Borat sich querfeldein durch Amerika ackert, um in Los Angeles seine Traumfrau Pamela Anderson zu ehelichen. Nie vergisst er seinen kulturellen Auftrag, eine Doku zu drehen und mit Würdenträgern, Frauengruppen und Pastoren zu konferieren, bei Rodeos den (frei erfundenen) Text der kasachischen Nationalhymne zur Melodie von „Star Spangled Banner“ anzustimmen, sich von einer Gruppe grimmiger Homeboys Gettoslang beibringen zu lassen oder einfach nur Amerikaner mit seiner Anwesenheit zu irritieren. Ohne Rücksicht auf Verluste und eigene körperliche Versehrtheit wirft sich Cohen mit anarchistischer Selbstaufgabe ins lebensgefährliche Geschehen und verschafft dem Zuschauer nicht nur irre Einblicke in amerikanische Zeiten und Sitten, sondern auch noch das unerhörteste Stück nackten Männerwrestlings der Filmgeschichte. Oder mit den Worten von Borat: Happy times! ts.

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