Tobias Moretti

Tobias Moretti

Leben & Werk

Österreichischer Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler. Durch die TV-Serie “Kommissar Rex” als Österreichs “liebster Schwiegersohn” abgestempelt, entwickelte sich Tobias Moretti zu einem der aufregendsten deutschsprachigen Charakterdarsteller, der historische Figuren so überzeugend wie Polizisten und einsame Melancholiker verkörpert. Moretti bevorzugt Rollen mit wenig Dialog, Skeptiker zwischen Schwermut und Lebenswut, Desperados und ambivalente Glückssucher und Zweifler. Das macht seine Ermittler und Ehemänner, Wilderer und Workaholics zu spannenden Zeitgenossen fern von Klischees.

Tobias Moretti hatte zwanzig Jahre Bühnenerfahrung hinter sich, als er 1990 als Bauernbursche in der Reihe “Die Piefke”-Saga erstmals im Fernsehen auftrat. Der Erfolg stellte sich mit der RTL-Serie “Kommissar Rex” ein, wo er von 1993 bis 1997 in 43 Folgen als Richie Moser das Herrchen des Titelheld-Schäferhundes spielte. Moretti wirkte in vielen Fernsehfilmen mit, die Quotenhits und Events wurden, so als Wilderer im Alpen-Western “Krambambuli” (mit Christine Neubauer) und als Ehemann von Martina Gedeck in “Deine besten Jahre” (beide 1999), als Ermittler in “Tanz mit dem Teufel – Die Entführung des Richard Oetker” (2001, mit Sebstian Koch als Oethker) und als krebskranker, blutspuckender schwedischer Kommissar Lindmann in “Die Rückkehr des Tanzlehrers” (2004, mit Veronika Ferres). Moretti spielte Streifenpolizisten in “Todfeinde” (2000), einen Taucher in “Das Tattoo” (2000) und einen Mann ohne Identität in “Mord auf Rezept” (2005). Er verkörperte historische Personen wie Joseph in “Jesus-Legenden” (2000), den Tiroler Freiheitshelden “Andreas Hofer” (2002), Cassius in “Julius Caesar” (2002), den Cooperator der “Schwabenkinder” (2003) und Adolf Hitler in “Speer und Er” (2005, mit Koch als Albert Speer). Im Kino machte sich Moretti rar, war in der Yuppie-Komödie “Workaholic” (1995, mit Christiane Paul) dabei und gehörte als Richter zum Quartett der Partnerwechsler in der Dieter-Wellershoff-Adaption “Der Liebeswunsch” (2007, mit Barbara Auer, Jessica Schwarz, Ulrich Thomsen).

Tobias Loeb (Moretti ist der Familienname der Mutter) wurde 1959 in Gries am Brenner in Tirol als ältester von vier Brüdern geboren, hat dankbare Erinnerung an Kindheit und Jugend in der Bergwelt (“Ich empfinde die Natur als einen wunderbaren Lehrer.”), begann nach der Matura (Abitur) ein Kompositionsstudium an der Universität für Darstellende Kunst in Wien. Er wechselte an die Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München und fasste sofort auf der Bühne Fuß, wurde Mitglied der Münchner Kammerspiele, spielte am Wiener Burgtheater und in Salzburg klassische (Nestroys “König Ottokar”) und moderne (Fassbinders “Katzelmacher“) Rollen. 2004 war er Teufel und Guter Gesell im “Jedermann”. 2006 gab Moretti in Bregenz sein Debüt als Opernregisseur mit Mozarts “La finta giardiniera” und spielt Mozarts Librettisten Lorenzo Da Ponte in Carlos Sauras Spielfilm “Io, Don Giovanni” (2007).

Tobias Moretti ist diplomierter Landwirt und betreibt seit 1997 einen 400 Jahre alten Bergbauernhof südlich von Innsbruck. Er ist mit der Oboistin Julia Wilhelm verheiratet und hat zwei Kinder. “Man ist verantwortlich für das, was man macht, auch wenn ein Schauspieler es nur teilweise in der Hand hat.” (2004)

Moretti wurde sechs Mal mit der Goldenen Romy, zwei Mal mit dem Grimme-Preis, dem Bayerischen und Deutschen Fernsehpreis, dem Goldenen Löwen und dem Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet. 1992 war er Pfeifenraucher des Jahres.

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