„Westworld“ Staffel 2 Folge 7 Review: Das Ende ist nah

Helena Ceredov  

In der 7. Folge von „Westworld“ Staffel 2 erfahren wir, was mit Bernard los ist. Doch die Antwort überzeugt nur bedingt. Wird „Westworld“ im Finale anziehen?

Fords (Anthony Hopkins) Bewusstsein lebt, wie wir bereits in unserer letzten Review vermutet haben, in der digitalen Welt von „Westworld“ weiter. Dort erklärt er Bernard (Jeffrey Wright), was wir schon lange wussten: Nicht die Hosts sind die wahre Attraktion des Parks, sondern die Besucher. Delos sammelt ihre Erfahrungen, um das menschliche Gehirn, die letzte Bastion des Analogen, zu reproduzieren.

Da Ford den Konzern aufs Tiefste verachtet, beschließt er den Park, unter seine Kontrolle zu bringen. Nicht die Befreiung der Hosts ist sein Ziel, sondern der Kampf gegen Delos. Als nächsten Schritt pflanzt Ford sich in Bernards Gehirn ein, bevor Dolores (Evan Rachel Wood) und ihre Crew das Rechenzentrum in die Luft jagen. Die letzte Kopie der „Westworld“-Daten befindet sich nun im „Valley Beyond“. Wer zuerst dorthin gelangt, hält die Zukunft des Parks in den Händen.

Nun kennen wir den wahren Grund für Bernards Gedächtnislücken. Ford hat die Kontrolle über ihn übernommen und schaltet nach Belieben den Verstand seines Wirtes aus. An dieser Stelle springen wir erneut in die Zukunft. Charlotte erfährt von Bernards wahrer Identität und foltert/befragt ihn. Von Ford fehlt dabei jede Spur. Befindet er sich überhaupt noch in Bernard? Oder hat Ford sich längst einen neuen Wirt, zum Beispiel Dolores, gesucht? Vielleicht hat es Bernard auch bewusst geschafft, sich Fords (unterschwelligen) Anweisungen gänzlich zu widersetzen. Die Zukunft (bzw. Vergangenheit) wird es zeigen.

Dolores als Fords Instrument?

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Bernard ist nicht der einzige, der unter Fords Kontrolle steht. Auf den ersten Blick will Dolores ihren Vater befreien. Auf den zweiten Blick erledigt sie die Drecksarbeit für Ford. Während Ford/Bernard sich ihren Weg durch das Delos-Hauptquaritier bahnen, spielen Dolores und ihre Crew Kanonenfutter für die Soldaten – was zum Tod von Angela und Clementine führt.

Dolores ist zwar am Ende am Ziel, doch dafür muss sie ihren Vater töten. In Peter Abernathys Gehirn befindet sich wahrscheinlich der Schlüssel, um an das virtuelle Gedächtnis des Parks zu gelangen. Da Dolores sich am Ende parallel zu Ford zum „Valley Beyond“ aufmacht, dürfte sie den Kurier für Ford spielen.

Doch was hat Ford mit den Daten im „Valley Beyond“ vor? Will er sie zerstören oder für sich nutzen? Wir haben gesehen, dass Ford keine Skrupel vor Mord hat. Auf der Flucht aus Delos geht er sogar einen Schritt weiter: Er zwingt Bernard dazu, Dolores auf die Menschheit loszulassen.

Warum tut Ford das? Will er nicht nur die Kontrolle über den Park, sondern auch über die Außenwelt übernehmen? Voreilige Schlüsse sollte man trotzdem nicht ziehen. Die Serienmacher Jonathan Nolan und Lisa Joy werden uns bestimmt wie in der 1. Staffel in die Irre führen, was Fords wahre Intention angeht.

Maeve erlebt ein traumatisches Déjà-vu

Trotz ihrer Kräfte kann Maeve (Thandie Newton) den alten Traumata nicht entkommen. Zuerst entführen die Ghost Indianer zum x-ten Mal ihre Tochter, danach begegnet sie ihrem alten Nemesis William (Ed Harris). Diesmal ist Maeve jedoch kein hilfloses Opfer mehr. Sie duelliert sich mit William, der das erste Mal ernsthafte Verletzungen davonträgt. Dabei wendet sie Lawrence gegen seinen „Meister“, indem sie ihn an Williams alte Gräultaten erinnert.

Am Ende löst das Delos-Einsatzkommando angeführt von Lee den tragischen Shootout auf. Lawrence ist tot, Maeve wird von der Gruppe mitgenommen und William versteckt sich schwerverletzt. Im Delos-Hauptquartier trifft Maeve auf Dolores. Ein Streit zwischen den zwei mächtigen Alpha-Hosts bleibt jedoch aus. Statt Maeve zu „erlösen“ erlaubt Dolores ihr, ihren eigenen Weg zu wählen. Doch was bedeutet das für Maeve? Wird sie weiter auf die Suche nach ihrer Tochter gehen? Wird Lee sie dabei unterstützen?

Fazit

Die 7. Folge hat viele Fragen beantwortet und die Weichen für das Finale gestellt. Das Endspiel steht uns kurz bevor. Doch die Spannung, die uns in der 1. Staffel begleitet hat, bleibt diesmal aus. Das mag zum einen daran liegen, dass Bernard künstlich verzerrte Timeline nur halb so interessant ist, wie das Mysterium rund um die Maze. Zum anderen waren die Charaktere schon damals der Schwachpunkt der Serie.

In der 2. Staffel hat sich diese Tendenz verstärkt. Während man in der 1. Staffel noch mit Dolores, William und Co. mitfühlen konnte, sind sie in der 2. Staffel fast gänzlich zu leblosen Actionfiguren verkommen. Action scheint einen immer größeren Stellenwert zu spielen, was einer Serie, die auf Charakterstudien und intelligenten Ideen basieren soll, nicht unbedingt gut tut. Wir hoffen, das das Finale die Serie rivitalisiert.

Würdest du in der Welt von „Westworld“ überleben?

 

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