Personal Shopper

  1. Ø 4.3
   2016

Personal Shopper: Unkonventioneller Grusel- und hochmoderner Großstadtfilm um eine Frau, die Personal Shopper und Medium ist und von einem bösen Geist fast in den Wahnsinn getrieben wird.

Personal Shopper Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Personal Shopper: Unkonventioneller Grusel- und hochmoderner Großstadtfilm um eine Frau, die Personal Shopper und Medium ist und von einem bösen Geist fast in den Wahnsinn getrieben wird.

Personal Shopper ist ein Beruf, der nicht allen bekannt sein dürfte. Maureen (Kristen Stewart) verdient damit ihren Lebensunterhalt. Für die berühmte Modedesignerin Kyra (Nora von Waldstätten) geht sie in der Mode-Metropole Paris professionell einkaufen. Allerdings kann sie den Job und vor allem ihre Chefin nicht wirklich leiden kann. Sie selbst ist sich sicher, ein Medium zu sein, das mit den Toten Kontakt aufnehmen kann. Sie wartet eigentlich auf ein Zeichen ihres Zwillingsbruders Lewis, der an einer Herzkrankheit verstorben ist. Bis dieses Zeichen kommt, verdient sie das Geld, das sie zum Leben braucht, mit professionellen Einkäufen. Dann erhält sie plötzlich eine sonderbare Nachricht von einer unbekannten Nummer. Handelt es sich um ihren Bruder? Oder ist es der Liebhaber ihrer Chefin (Lars Eidinger), der ein Auge auf sie geworfen hat? Maureen steigert sich immer mehr in die Textnachrichten hinein und die paranormalen Begegnungen häufen sich in ihrem Leben, die Situation wird zunehmend chaotischer.

Hintergrund

Olivier Assayas, der Regisseur diese Fashion-Geister-Dramas und Autor des Drehbuchs, kennt die Hauptdarstellerin Stewart bereits von der Zusammenarbeit bei “Die Wolken von Sils Maria“. Die Filmcrew hatte die Dreharbeiten in Paris gerade beendet und reiste weiter nach Prag, als knapp 48 Stunden später die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris die Welt erschütterten. Der Beruf “Personal Shopper” existiert wirklich. Unter dieser Bezeichnung werden Menschen, beispielsweise in großen Kaufhäusern, eingestellt. Diese beraten die Kunden und stehen ihnen beim Kauf von vorrangig Kleidung zur Seite. Im Mai 2016 wurde der Film im Rahmen der französischen Filmfestspiele in Cannes gezeigt. Assayas wurde dort zum besten Regisseur gekürt.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Unkonventioneller Grusel- und hochmoderner Großstadtfilm um eine Frau, die Personal Shopper und Medium ist und von einem bösen Geist fast in den Wahnsinn getrieben wird.

    Olivier Assayas, zuletzt mit “Die Wolken von Sils Maria” in Cannes, hat einen Gruselfilm gedreht. Aber er hat ihn eben so gedreht, wie das Regiechamäleon seine Filme dreht: “Personal Shopper” ist ein hochmoderner Großstadtfilm, der wie zuvor schon “Demonlover” und “Boarding Gate” angesiedelt ist in der verlockenden Glamourwelt des internationalen, kosomopolitischen High-Fashion- und Hochfinanz-Jetset in dem alle nur die schicksten Klamotten tragen und jeder die neuesten iPhones und Applecomputer benutzt. Hier ist die attraktive Maureen zu Hause, gespielt von Kristen Stewart, eine Amerikanerin in New York, die für den A-Listen-Promi als Personal Shopper in den teuersten Boutiquen Outfits, Accessoires und Schmuck kauft – wenn man so will, ist sie der gute Geist, damit eine andere glänzen kann. Das ist die eine Seite. Aber Maureen hat außerdem auch seherische Fähigkeiten und hofft als Medium immer noch, in einem verlassenen Haus Kontakt mit ihrem vor drei Monaten verstorbenen Zwillingsbruder aufnehmen zu können. In einer brillant realisierten Gänsehautszene nimmt sie tatsächlich Kontakt mit einem beängstigenden Geist auf, der aber nicht ihr Bruder ist und ihr in der Folge auf Schritt und Tritt folgt.

    Man liegt nicht falsch, wenn man den raffiniert-komplexen, aber auch immer wieder frustrierenden Film als Assayas’ Reimagination von “Bis das Blut gefriert” von Robert Wise betrachtet, nur dass die Wesen nicht in einem verwunschenen Haus ihr Unwesen treiben, sondern die zunehmend panischere Heldin auf ihren Kommunikationsplattformen terrorisieren, bis sich der virtuelle Horror schließlich in einer echten Bluttat manifestiert und Maureen an den Rand des Wahnsinns gebracht wird. “Personal Shopper” mag auf den ersten Blick willkürlich zusammengesetzt wirken, aber er steckt voller raffinierter Anspielungen und kluger Betrachtungen darüber, wie der moderne Mensch im Kommunikationszeitalter nur noch ein Schatten seiner selbst ist, ein Geist zu werden droht, der die wahre mit einer virtuellen, körperlosen Welt eintauscht: Gesichter sind in Facetime-Gesprächen nur schemenhaft zu sehen, Maureens Chefin ist in gewisser Weise auch ein Geist, niemals körperlich da und doch mit einer starken Präsenz. Und nicht zuletzt ist der Film, in dem Nora von Waldstätten und Lars Eidinger in Nebenrollen zu sehen sind, ein Showcase für Kristen Stewart, die nach ihrer Nebenrolle in “Sils Maria” hier nun in jeder Szene im Mittelpunkt steht – ein wahrer Superstar, ein Wesen nicht von dieser Welt. ts.

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