Flightplan - Ohne jede Spur (2005)

Originaltitel: Flightplan
Flightplan - Ohne jede Spur Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Flightplan - Ohne jede Spur: Spannender Thriller um den verzweifelten Kampf einer Mutter, deren kleine Tochter während eines Atlantik-Flugs spurlos verschwindet.

Kurz nach dem tragischen Tod ihres Ehemannes bemerkt die erfolgreiche Karrierefrau und Mutter Kyle Pratt (Jodie Foster) mitten auf dem Flug von Berlin nach New York zu ihrem großen Entsetzen das spurlose Verschwinden ihrer sechsjährigen Tochter Julia (Marlene Lawston). Fast noch mehr aber beunruhigt sie, das niemand von der Crew bis zum Sitznachbarn etwas von einem Kind in ihrer Begleitung bemerkt haben will …

Familiendrama, Mystery-Ratespiel und Katastrophenthriller wagen in diesem international besetzten Hochglanz-Hollywoodspektakel ein gemeinsames Tänzchen über den Wolken. Regie führte der neue deutsche Hollywood-Export Robert Schwentke (Tattoo)!

Nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes in Berlin steht Kyle Pratt unter Schock. Auf dem Rückflug nach New York setzt sich der Albtraum fort, ist ihre kleine Tochter plötzlich spurlos verschwunden. Schlimmer noch: es gibt keine Hinweise, dass das Mädchen je an Bord gewesen ist. Während Crew und Passagiere die Mutter für traumatisiert halten, glaubt sie an eine Verschwörung und an ihren Verstand.

Die verwitwete Flugzeugingenieurin Kyle Pratt befindet sich mit ihrer sechsjährigen Tochter Julia auf dem Rückflug von Berlin in die Staaten. Der Sarg des Gatten lagert im Frachtraum und soll in heimatlicher Erde beigesetzt werden. Kaum ist die Maschine abgehoben, schläft die Frau erschöpft ein. Als sie aufwacht, ist ihr Kind verschwunden. Spurlos. Angeblich hat es niemand gesehen. Man versucht der Mama zu erklären, dass Julia nie an Bord gewesen ist. Doch die Mutter lässt sich nicht für verrückt erklären.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    (...) Wenn eine Geschichte so atemlos und spannend erzählt wird, stört es kaum jemanden, dass sie doch arg konstruiert ist. Virtuos werden da falsche Fährten gelegt und Regisseur Robert Schwentke meistert in seinem ersten amerikanischen Film besonders souverän die Möglichkeiten des geschlossenen Raums. Der Film spielt fast ausschließlich im Flugzeug und die klaustrophobische Stimmung unter den Flugbegleitern und den Fluggästen, die sich langsam von einer leichten Genervtheit bis zur Panik steigert, wird deutlich spürbar.

    Keiner anderen Schauspielerin glaubt man die mit Energie, Leidenschaft und Intelligenz um ihr Kind kämpfende Mutter so sehr wie Jodie Foster, und über lange Zeit wird der Film aus ihrer Perspektive erzählt. (...) Ein wirklich beachtliches Hollywood-Debüt und eine Paraderolle für Jodie Foster.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Jodie Foster als Kyle Pratt im winterlichen Berlin: Ihr Gesicht ist blass, schmal, zum Zerreißen angespannt. Aus ihren blauen Augen blickt die Panik, weiter funktionieren zu müssen. Wieso ist ihr Mann vom Dach gefallen, wieso hätte er sich umbringen wollen? Als sie ihre Tochter zu Bett bringt, sieht sie am Fenster gegenüber zwei Männer stehen. Jede Einstellung spiegelt Kyles Angst, Trauer, Einsamkeit.

    Doch am nächsten Morgen macht Kyle ihrer Tochter Mut, ins Taxi zu steigen, tröstet sie, als Julia den Sarg des Vaters auf dem Flughafen sieht. Gehen wir schlafen, und wenn wir aufwachen, sind wir schon ganz woanders, schlägt sie vor.

    Dann das Erwachen ohne Julia, drei Stunden später. Kyle spricht die Stewardessen an, sie geht durch die Passagierräume auf den zwei Stockwerken, öffnet Türen, kollidiert mit dem Personal. Sie merkt, dass die Stewardessen von ihr irritiert sind, und versucht, höflich und ruhig zu bleiben. Sie beschreibt ihre Tochter, sie bittet um eine Lautsprecherdurchsage. Die wird ihr eher gönnerhaft gewährt, das Personal will endlich Ruhe. Eine Stewardess belästigt sie mit belangloser Konversation. Eine andere fordert, sie solle sich wieder auf ihren Platz zu setzen.

    Ein Suspense-Thriller im Flugzeug über den Wolken, eine panische Mutter, der niemand glaubt, solche Stoffe haben nach dem 11. September 2001 anscheinend eine Garantie auf Publikumsinteresse. In den USA setzte sich „Flightplan – Ohne jede Spur“ auf Anhieb an die Spitze der Kinocharts. Jeder, der die Hoffnung als Flugpassagier kennt, es möge bitte an Bord keine Zwischenfälle geben, verspricht sich höchste Spannung von einem Stoff wie diesem, den der deutsche Regisseur Robert Schwentke für Hollywood inszenieren durfte. Und wenn dann noch Jodie Foster die Hauptrolle spielt...

    Kyle Pratt ist so tief verstört, dass sie selbst im Flugzeug, welches sie in- und auswendig kennt, wie eine Verlorene herumirrt. Jodie Foster hat keine Scheu vor der Angst und Anspannung dieses Charakters, sie spielt ja stets Figuren, die für innere Unabhängigkeit mit vorübergehender Einsamkeit bezahlen. Das prädestiniert die zweifache Oscargewinnerin für weitere Stoffe wie „Panic Room“. Und sie spielt auch diesmal mit diesem introvertierten, leicht spröden Charisma, für das sie das Kinopublikum seit Jahrzehnten liebt.

    Und damit ist über den Film auch schon das meiste gesagt, ohne den Ausgang der Geschichte verraten zu müssen. Interessanter ist sowieso die lange Phase, in der Kyle um Glauben kämpft, und ihr die anderen den Verstand abstreiten. Sie bricht sogar in die Tränen aus, die die Psychologin an Bord von ihr einfordert. Das ist einer der stärksten Momente des Films.

    Interessanter Seitenhieb auf die Paranoia vor arabischen Fluggästen mit Bärten: Kyle verdächtigt einen solchen, greift ihn an, findet sofort Beifall von einem anderen Passagier. Sie sagt, sie schere sich jetzt gerade nicht um politische Korrektheit.

    Schwentke versteht sein Handwerk, er lässt an Bord eine Atmosphäre entstehen, die zwischen gedämpften Geräuschen, Vertrauen in das Funktionieren der riesigen Maschine, und einer irritierenden Anonymität, ja unterdrückter Angst schwankt. Eine nächtliche Aufnahme zeigt das Flugzeug von außen in einem zur Seite gekippten Bild, die Räder kommen auf der senkrechten Landebahn auf.

    Doch sobald sich abgezeichnet hat, dass die Crew Kyle nicht glaubt und sie auf ihren Sitz verbannt, sinkt die Spannung. Mit einem erneuten Ausbruch Kyles steigt sie wieder, um dann erneut abzusacken, wie ein Flugzeug in Luftlöchern. Irgendwie muss der Flug, beziehungsweise der Film, ja weitergehen, und begibt sich damit in Widerspruch zur Tochtersuche.

    Fazit: Witwe sucht ihre Tochter in einem Flugzeug, doch keiner hat sie dort gesehen: Suspense-Thriller mit kleinen Luftlöchern und einer starken Jodie Foster.
  • Im Klima globaler Verunsicherung über die Bedrohung des Flugverkehrs findet das US-Debüt von “Tattoo”-Regisseur Robert Schwentke einen idealen atmosphärischen Nährboden für eine packende Thrillerstory über den Kampf einer Mutter um ihre vielleicht an Bord spurlos verschwundene Tochter und ihren vielleicht von einem familiären Trauma destabilisierten Verstand.

    Im Spannungsfeld zwischen begründeten Ängsten und der Gefahr von Hysterie und Paranoia – ein Spiegel der aktuellen Befindlichkeit der westlichen Welt – variiert das Drehbuch von Peter A. Dowling und Billy Ray klassische Motive. In “Flight Plan” finden sich Spurenelemente aus der Sixties-Kultserie “Unglaubliche Geschichten” (Episode: “Porträt eines ängstlichen Mannes”), aus Otto Premingers Thriller “Bunny Lake ist verschwunden” oder auch “Die Vergessenen”. In den ersten Szenen wird die psychische Fragilität der Hauptfigur Kyle Pratt (Jodie Foster) geoutet, die in Berlin mit ihrem Mann spricht und ihn an ihrer Seite sieht, obwohl er vor Tagen tragisch ums Leben gekommen ist. Ein Flugzeug-Mobile im Zimmer der sechsjährigen Tochter deutet das bevorstehende Drama, Kreisfahrten auf dem Flughafen die Desorientierung der Mutter an, die hier ihre Tochter erstmals aus den Augen verliert. Mit einer flüssigen Kamerafahrt (Florian Ballhaus ganz in der Tradition des Vaters), die durch verschiedenen Etagen über die Sitze führt und in einem eleganten und verblüffenden Schwenk endet, wird man mit dem zentralen Schauplatz vertraut gemacht. Das Flugzeug, das Kyle und den Sarg ihres Mannes nach New York bringen soll, ist ein fiktiver, spektakulär designter High-Tech-Jumbo, dessen unterschiedliche Ebenen die Story optisch und dramaturgisch elementar unterstützen. Vergleichbar wichtig auch für die Plotentwicklung ist der Beruf der Hauptfigur, die als Antriebsingenieurin das Innenleben eines Flugzeugs besser kennt als die Crew. In der ersten halben Stunde demonstriert “Flight Plan” ein exzellentes Zusammenspiel aller Kräfte vor und hinter der Kamera, um die Situation, die Räumlichkeit und den psychischen Status der Protagonistin zu etablieren. Als diese für ein paar Stunden einnickt, erwartet sie ein Schock. Ihre Tochter ist spurlos verschwunden, wird nach einer Suchaktion nicht gefunden und soll schließlich, zur Überraschung auch des Air Marshals (Peter Sarsgaard), gar nicht an Bord gewesen sein. Niemand hat sie gesehen, kein Boarding Pass existiert und ein Anruf des Kapitäns (Sean Bean) in Berlin enthüllt dafür letztlich einen tragischen Grund. Jodie Foster, die ähnlich wie in “Panic Room” in einem begrenzten Raum um das Leben ihres Kindes kämpft, spielt gewohnt intensiv das aggressive Muttertier, das die Crew unter Druck setzt, Chaos stiftet und schließlich Amok läuft, bis alle Passagiere im Geiste den Einlieferungsschein für die Psychiatrie unterzeichnen. Als Zuschauer glaubt man natürlich nie, dass ein posttraumatisches Stressyndrom oder gar einige arabische Passagiere mit Düsterblick die Situation erklären. Denn Vorurteile anzuheizen kann sich ein solcher Film genauso wenig leisten, wie sein großes Rätsel mit einer psychischen Konstellation oder einem bösen Traum zu beantworten. Erwartungsgemäß ist der Aufbau des Mysteriums perfekter gelöst als seine Klärung, gibt es Glaubwürdigkeitsprobleme im letzten Drittel, das Foster im Attacke-Modus in den spannenden Endkampf schickt. Trotzdem ist “Flight Plan” insgesamt überzeugender, psychologisch dichter und eleganter visualisiert als der thematische Verwandte “Red Eye“. Mit diesem Genre-Ticket wird sich Robert Schwentke als Thriller-Spezialist in Hollywood einführen, auch wenn er darin vielleicht ein “Tattoo” sieht, das er bald entfernen möchte. kob.

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