Tattoo

  1. Ø 3.8
   2002
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Tattoo Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tattoo: Spannender, harter Thriller um einen Nachwuchscop, der üblen Machenschaften von Tattoo-Händlern auf der Spur ist.

Marc Schrader hat es nur knapp geschafft, die Polizeischule abzuschließen. Einer Razzia in einer Disco kaum entgangen, erpresst ihn der eigenwillige Hauptkommissar Minks, für ihn in der Jugendszene zu recherchieren. Leichen, denen Teile der Haut entfernt wurden, führt das ungleiche Duo auf die Spur von skrupellosen Tattoo-Sammlern.

Jungcop Schrader hat gerade erst die Grundausbildung hinter sich gebracht, da fordert ihn schon der grimmige und intern nicht eben unumstrittene Mordkommissar Minks für seine Abteilung an. Minks, einem Serienkiller mit Faible für ausgefallene Tätowierungen auf der Spur, erhofft sich von dem Nachwuchsmann Einblick in jugendliche Subkulturen, weiß er doch, dass Schrader bezüglich Drogen und Parties kein Kind von Traurigkeit ist. Schrader seinerseits nimmt tatsächlich Fährte auf und stößt dabei auch auf Geheimnisse in Minks Vergangenheit.

Zwei Cops, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, auf der Spur einer bizarren Mordserie in dieser gelungenen deutschen Antwort auf amerikanische Horrorthriller-Erfolgsmodelle a la „Sieben“ oder „Das Schweigen der Lämmer“.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der deutsche Film erlebt mit Robert Schwentkes „Tattoo“ seine schwärzeste Stunde. Abgezogene Haut, düstere Keller und ein beinahe riechbarer Hauch von Verwesung und Wahnsinn durchzieht diesen Serienkiller-Film, der sich stilistisch klar an „Sieben“ orientiert, dessen amerikanische Strukturen aber elegant eindeutscht. Für ein Regiedebüt ist „Tattoo“ fast schon zu gut: Schwentke beherrscht Rhythmus und Spannungsbögen des Genres so perfekt, führt seine herausragenden Darsteller so straff, dass man auf seinen nächsten Film (die Tragikomödie „Eierdiebe“) mit gemischten Gefühlen wartet. Denn die Latte hat er sich nun selbst reichlich hoch gelegt.

    An sich ist es schon bemerkenswert, dass dieser Stoff seinen Weg ins Kino gefunden hat. Alles, was mit Thriller oder Krimi zu tun hat, wird ansonsten ja gerne ins Fernsehen durchgewunken, wo sich mittlerweile jeder zweite Kommissar mit augenrollenden Serienkillern herumschlagen muss. Doch Schwentke, der auch das Buch schrieb, reduzierte seine Geschichte auf zwei Grundthemen, die auf der großen Leinwand am effektivsten verhandelt werden: Das Erwachsenwerden eines planlosen Polizeischülers (August Diehl) im Angesicht des Abgrunds und das langsame Zerbrechen eines wetterfesten Kommissars (Christian Redl), der eine Leiche zuviel sehen muss. Wer nun das Monster ist, das da Tätowierungen vom lebenden Objekt sammelt und sich dafür ein Netzwerk von Helfern aufgebaut hat, bleibt angesichts des überschaubaren Ensembles eine mindere Überraschung, spielt aber irgendwann auch keine so große Rolle mehr. Denn spätestens, wenn das ungleiche Paar Diehl und Redl die ersten Leichensäcke aus dem Hinterhof buddelt, ist klar, welchen Weg der Film einschlägt: geradewegs in die dunkelste Ecke wird es gehen, dorthin, wo halbtote Junkies ihre Haut stückweise verkaufen und wo betuchte Anwälte in blicksicheren Nebenzimmern unter merkwürdig fahlen Lampenschirmen sitzen. Um einen Fuß in diese Subkultur der Körperfetischisten zu bekommen, erpresst der hardboiled cop Minks (Redl) den Rekruten Marc (Diehl) mit einem Drogenfund zur Mitarbeit: Der Junge soll für ihn im Milieu der Untergrund-Clubs und Tätowiershops ermitteln und gleichzeitig nach Minks‘ verschwundener Teenager-Tochter suchen, die irgendwo in dieser namenlos bleibenden Großstadt abgetaucht ist. Je tiefer Marc, dem im Folgenden wenig erspart bleibt, in der menschlichen Nacht versinkt, desto fiebriger leuchtet das bleiche Gesicht von August Diehl, der einmal mehr zeigt, dass er jede Rolle mit einer Intensität und Verletzlichkeit ausfüllt, wie sie unter den Schauspielern seiner Generation selten ist. Man weiß ja, dass Diehl eine große Karriere am Theater hat, doch nach „Tattoo“ wünscht man sich einmal mehr, er möge nicht immer so viel Zeit zwischen seinen Kinoauftritten – „23“ (1998), „Kalt ist der Abendhauch“ (2000) – verstreichen lassen. Wie Diehl arbeitet auch Redl vor allem mit seiner Präsenz und wird mit wenigen schauspielerischen Handgriffen zur „loose cannon“, zur unberechenbaren Kampfdogge. Schwentkes größter Verdienst mag sein, dass er es geschafft hat, seine beiden Hauptdarsteller so weit zurück zu nehmen, dass sie die morbide Handlung nicht ironisch kommentieren – wie das zuletzt in dem verunglückten Serienkiller-Film „Nachts im Park“ geschah -, sondern wortkarg geschehen lassen. Dabei hilft Jan Fehses Kamera, die stets die notwendige Nähe zu den Scheußlichkeiten sucht und selbst bei Verfolgungsjagden im Freien ein Gefühl der Klaustrophobie entstehen lässt. Es hat sich gezeigt, dass das deutsche Kinopublikum in den letzten Jahren nach dem andauernden Genuss von Komödien-Junkfood auch Magenbitter wie „Anatomie“ oder nun „Tattoo“ verträgt. Gleichzeitig ist es schön zu sehen, dass solche höchst kommerziellen Genre-Stoffe mit großem Ernst umgesetzt werden, ohne sich an die amerikanischen Vorbilder anzubiedern. evo.

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