Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs Poster

„Der Herr der Ringe“: Silmarillion-Film nach Ausstieg von Christopher Tolkien nicht mehr ausgeschlossen

Andreas Engelhardt  

„Der Herr der Ringe“-Fans können sich dieser Tage wahrlich nicht über Langeweile beschweren. Amazon hat sich die Rechte für eine Mittelerde-Serie gesichert, die vor „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ spielen soll. Das Millionen-Projekt soll mehrere Staffeln umfassen; die Rechte für ein Spin-Off hat der Konzerngigant zusätzlich. Doch die Amazon-Serie ist nicht einmal die aktuell größte „Der Herr der Ringe“-News: Christopher Tolkien trat als Leiter des Tolkien-Erbes zurück.

Mit 93 Jahren hat Christopher Tolkien seinen Posten als Direktor des Tolkien-Erbes geräumt. Laut TheOneRing.net übergab er die Geschäfte schrittweise seit August 2017. Christopher Tolkien ist der Sohn und Erbe von J. R. R. Tolkien, dem Autor von unter anderem „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Nach dem Tod seines Vaters verwaltete Christopher Tolkien dessen Vermächtnis und segnete etwaige Projekte ab, die in Mittelerde angesiedelt sind.

12 Szenen aus „Der Herr der Ringe“-Trilogie, die nie veröffentlicht wurden

Dabei hat sich Christopher Tolkien den Ruf erarbeitet, Adaptionen kritisch gegenüberzustehen. Der „Der Herr der Ringe“-Trilogie von Peter Jackson warf er beispielsweise vor, die Eleganz und Komplexität der Bücher seines Vaters für plumpe Action-Unterhaltung eingetauscht zu haben. Christopher Tolkien führte auch einen jahrelangen Rechtstreit mit Warner Bros. Dabei ging es um ein „Der Herr der Ringe“-Onlinespiel und eine Summe von 80 Millionen US-Dollar. Der Streit wurde 2017 außergerichtlich beigelegt.

Kommt jetzt doch der Silmarillion-Film von Peter Jackson?

Insofern könnte der Abgang von Christopher Tolkien die Tür für Projekte öffnen, die bislang an seinem Veto gescheitert sind. Wie zum Beispiel der Silmarillion-Film. Viele Fans wünschen sich eine solche Umsetzung seit langer Zeit, wiederholt wurde sie ins Spiel gebracht.

Christopher Tolkien hatte sich stets geweigert, die Rechte am Silmarillion zu verkaufen. Die neuen Leiter des Tolkien-Erbes könnten darauf aber anders blicken. Dass Amazon sich gerade jetzt die Rechte an einer „Der Herr der Ringe“-Serie sicherte, ist beispielsweise wohl kein Zufall, sondern soll eng mit dem Abschied von Christopher Tolkien verbunden sein. Mittelerde-Fan Peter Jackson, der sicherlich nicht zu Christopher Tolkiens Lieblingsmenschen gehört, könnte damit erneut in die Welt von „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ zurückkehren.

Ob es etwaige Pläne tatsächlich gibt, ist derzeit nicht bekannt. Wenn sich Warner Bros. und New Line Cinema die Rechte an einem Silmarillion-Film kaufen sollten, dürfte Peter Jackson aber sicherlich bei ihnen als Regisseur gehandelt werden. Immerhin haben sie bei zwei Trilogien gute Erfahrungen mit ihm gesammelt.

Das Silmarillion erzählt die Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Es handelt sich hierbei um eine Sammlung von mythischen Erzählungen über die Entstehung und Geschichte der Welt, in der auch Götter thematisiert werden. Da das Silmarillion keine stringente Geschichte wie „Der Herr der Ringe“ aufweist, wäre eine Film- oder Serien-Adaption entsprechend schwieriger. Allerdings gibt es so auch Freiräume, die Handlungen miteinander zu verbinden.