Cars (2006)

Cars: Siebter CGI-Kinofilm aus dem Hause Pixar, bei dem wieder Firmenchef John Lasseter die Regie übernahm, um die Geschichte eines Sportautos mit großen Träumen zu erzählen.
Kinostart: 07.09.2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Cars: Siebter CGI-Kinofilm aus dem Hause Pixar, bei dem wieder Firmenchef John Lasseter die Regie übernahm, um die Geschichte eines Sportautos mit großen Träumen zu erzählen.

Ausgerechnet jetzt, da er als Newcomer die etablierten Stars am Rande der Niederlage hat und nur noch ein Entscheidungsrennen aussteht, verfährt sich der etwas egomanische, aber sympathische Rennwagen Lightning McQueen (Stimme von Daniel Brühl) in der Wüste. Er landet in dem abgelegenen Hinterwaldnest Rasiator Springs, wo die Uhren eher wie in den 50ern gehen und man den ungestümen Raser nach Kollateralschäden ein paar Lektionen erteilt.

Rauschhafte Optik und Autos mit doch recht menschlichen Problemen im neuen, nunmehr siebten Animationsfeuerwerk aus der Pixar-Schmiede (“The Incredibles”, “Toy Story”). Pixar-Chef Lasseter inszenierte persönlich, viele Stars drängelten sich hierzulande wie auch jenseits des Atlantiks zum Synchronisieren.

Lightning McQueen ist ein aufgetunetes knallrotes Sportauto mit großem Ego und ebenso großen Träumen: Unbedingt will der flotte Flitzer an einem großen Rennen teilnehmen, um dort ganz groß rauszukommen. Doch der Weg zur Rennstrecke ist dorniger, als Lightning sich das ausgemalt hat. Auf dem Weg wird er in dem Wüstenkaff Radiator Springs aufgehalten, wo er neben wichtigen Lebenslektionen auch die wahre Bedeutung von Freundschaft und Familie erfährt.

Weil er nicht auf den Rat seiner Boxencrew hören wollte, machen dem großmäuligen Newcomer Lightning McQueen auf der Zielgerade die Reifen schlapp. So kommt es zu einem Gleichstand im Piston Cup, und ein Entscheidungsrennen am anderen Ende des Landes wird angesetzt. Auf dem Weg dorthin verschlägt es Lightning in das Wüstenkaff Radiator Springs, sein Transporttruck ist nirgendwo aufzufinden und der hochnäsige Jungbolide muss sich jetzt mit einer Handvoll Landeier und der schnittigen Porsche-Dame Sally arrangieren.

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Kritiken und Bewertungen

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    Bis in den Abspann originell ist dieser technisch ausgefeilte, filmisch brillante, auf vielen Ebenen unterhaltsame und absolut familientaugliche Animationsfilm. Das überraschende Sujet, alle Darsteller sind Autos, stellt ganz neue Anforderungen an die Lachmuskeln. Ein fortwährendes Vergnügen (und eine große Leistung der Filmemacher) ist es alleine schon, all den automobilen Darstellern zuzuschauen und die Variationsbreite der Ausdrucksformen, Freude- und Kummerbezeugungen per Kühlergrill, Scheinwerfern und Scheibenwischern zu bewundern. Da ist es nur folgerichtig, dass auch die Zuschauer des Autorennens im Film selber Autos sind. Mit einem die Ohren strapazierenden Autorennen beginnt es, ein Formel-Eins-Einstieg sozusagen, später wird sich das als eleganter dramaturgischer Kniff entpuppen. Wir befinden uns auf der Rennpiste, wo der Hauptdarsteller eingeführt wird - Lightning McQueen ist sein Name und feuerrot seine Farbe. Ein ehrgeiziges junges Kerlchen, das es eilig hat, das nächste Rennen zu gewinnen. Das soll in Kalifornien stattfinden und, um die Pneus für das nächste Rennen zu schonen, wird er in einen Transporter verladen. Auf dem Highway in der Wüste kommt der Transporter ins Schleudern, unser Held findet sich in einer ihm fremden Gegend wieder, braust einfach drauf los und gelangt so eher unfreiwillig nach Radiator City. Das ist eine (auch vom automotiven) Fortschritt vergessene kleine Stadt an der "alten" Traumstraße Route 66 mitten in einer gigantisch-schönen Sandstein-Landschaft gelegen. Mit diesem Abstecher in eine nostalgisch-schöne Welt verlangsamt sich auch das Tempo des Films. Niemand droht hier mehr, aus den erzählerischen Kurven zu fliegen. Elegant wechselt das Erzähltempo, der filmische Fahrgenuss steigert sich unentwegt. Weil Lightning McQueen es zuerst mit dem Weiterkommen so eilig hat, demoliert er bei seinen wilden Manövern die Haupstraße und wird von Doc Hudson, dem Richter des Orts, zur Wiedergutmachung durch Arbeitseinsatz verurteilt. "In deiner Karosserie möchte ich nicht stecken", sagt dazu der Sheriff, ein bärbeißiger alter Dodge. Weil er schlampt, wird Lightning McQueen zum Nachbessern gezwungen. So lernt er (und mit ihm die Zuschauer) im Lauf der Zeit alle Bewohner von Radiator City kennen: den verrückten Schrott-Abschlepper Hook, der sein bester Kumpel wird, den Fiat Cinquecento mit italienischem Akzent, der mit Autoreifen handelt, den VW Bully, einen Hippie, der nur Bio-Diesel zu sich nimmt, und Sally, einen sexy metallicblauen Porsche 911 mit Hüftschwung. Während er mit Hook den dümmlichen Traktoren nächtliche Streiche spielt, lernt er tags darauf Sally kennen, die ihm das Wheel Well Hotel zeigt, das romantisch oberhalb des Orts liegt. Der Film ist überreich an solch liebevollen Details und die Dialoge charakterisieren die Automobil-Helden so treffend, dass es einfach Spaß macht, zuzusehen, wie die kleine Stadt sich an ihren neuen Helden gewöhnt und wie auch er die Eigenheiten und Qualitäten der einzelnen Bewohner kennenlernt. Die Animation wendet dabei einen so einfachen wie genialen Trick an, um den Automobilen menschliche Züge zu verleihen. Wichtigste Merkmale neben der individuellen Form der Autos sind nur die Augen und der Mund, die Scheinwerfer und Stoßstangen. Auf die weitere physiognomische Gestaltung eines Gesichts kann so verzichtet werden, die Wirkung ist überzeugend genug. Die liebevolle und außergewöhnlich sorgfältige deutsche Synchronisation wird gestalterisch eingesetzt, um die Dialoge auf landestypische Eigenschaften auszurichten. Bekannte deutsche Stimmen wie die von Daniel Brühl (Lightning McQueen), Rick Kavanian (Hook) und Heike Makatsch (Sally) geben den Dialogen den richtigen Drive und die nötige Ernsthaftigkeit, um auch die romantischen und ruhigen Momente zur Geltung zu bringen. Die zeichnerische Gestaltung der Landschaft als wichtiger Bestandteil des Films wirkt gigantisch auf der Leinwand und unterstreicht die philosophischen Momente. Vom "heiligen Auspuffrohr" bis zum "aktiven Windschatten" gibt es viele automobil-spezifische Sprach-Gags, die Spaß machen. Der 50er-Jahre-Look macht die Autogesellschaft überaus glaubwürdiger und betont die liebevolle Gestaltung des Films. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Das Spektakulärste an diesem Film ist wohl die Idee an sich. Bei den Figuren handelt es sich um Autos. Naturgemäß also um Gegenstände, bei der eine vermenschlichende Emotionalisierung zunächst schwierig zu sein scheint. Doch es gelingt weitestgehend. Mit Hilfe von Autotypen verschiedensten stilistischen Alters und mit Hilfe gängiger Autofahrer-Klischees lassen sich tatsächlich unterschiedliche Charaktere formen. In „Cars“ sind Rennautos zumindest männlich, formschöne Kleinwägen weiblich und putzige kleine gelbe Fiats Italiener. Riesige Augen, Brauen und Münder sorgen darüber hinaus für wirksame Kindchenschema-Effekte.

    Auch bekannte Fernsehstars lassen sich – wie der Film beweist – mit einigen wenigen Handgriffen in ein Auto verwandeln, ohne dass der Widererkennungswert nennenswert leiden würde. Das ist tatsächliche eine Animationsleistung, die gewürdigt werden will. Auch wenn betont werden sollte, dass der nahezu bewegungslose Realkäfer „Herbie“ glaubwürdigere menschliche Züge aufwies, als es Lightning und Co gelingt.

    Die Konzentration lag bei dieser Animation ganz offensichtlich auf den Figuren, nicht auf Hintergründen oder nebensächlicheren Details, die das Gesamtbild kreativ ergänzt hätten. Neben der „Massen-Animation“ des vollbesetzten Stadions gibt es ansonsten zumeist nur eine Wüstenlandschaft zu sehen, die mit Felsformationen angereichert ist, welche aussehen wie in den Boden gerammte Chevrolets. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei den Figuren des Films um Autos handelt, ist das genaugenommen ein recht makaberer Scherz. Man stelle sich einen Film mit menschlichen Figuren vor und eine Landschaft mit kopfüber in den Boden gerammten Menschen... .

    Neben diesen Felsen gibt es am Himmel Reifenspuren anstelle von Kondensstreifen und kleine blaue „Käfer“ anstelle von kleinen blauen Käfern zu sehen. Von kreativem Überschwang und überbordendem Ideenreichtum, wie ihn etwa das Konkurrenz-Produkt „Robots“ hervorbrachte, ist hier nicht viel zu bemerken. Dennoch, der Chrom blitzt, der Rost bröckelt realistisch und der aufgewirbelte Staub tanzt im Sonnenlicht.

    Eine gelungene Animation ist allerdings nicht alles. Eine gute Geschichte sollte auch vorhanden sein. Auch hier gilt: Die Grundidee ist gut. Ein egozentrischer, oberflächlicher und arroganter Rennwagen, für den Erfolg, Geld und Groupies höchstmögliche Lebensziele sind und der von den Umständen, in die er gerät, ausgebremst wird. Die Moral: Nur mit Freunden und Teamgeist kann man echtes Glück erreichen.

    Die Umsetzung weist allerdings immer wieder Mängel auf. Besonders die teilweise angestrengten und aufgesetzten Dialoge machen es schwer, sich in die Handlung hineinzufühlen. Auch das Aufgebot an Comedy- und Sportstars in der deutschen Synchronfassung, bringen hier kaum Verbesserung. Nostalgische Ausschweifungen und kitschige Sequenzen wurden leider auch nicht vermieden.

    Schade ist außerdem, dass es in „Cars“ herzlich wenig zu lachen gibt. Hin und wieder gibt es amüsante Szenen und ein paar nette kleine Gags, aber der richtige Spaß will nicht aufkommen. Immerhin gelingt es einigen der Nebenfiguren, wie etwa den Reifenverkäufern Luigi und Guido die Handlung über humorlose Abgründe hinwegzuretten.

    Insgesamt betrachtet ist „Cars“ also nicht ganz das, was er verspricht. Sowohl was den Handlungsaufbau, als auch die Dialoge und den Ideenreichtum angeht, kann Pixar nicht an vorangegangene Erfolge anknüpfen. Für einen verhältnismäßig unterhaltsamen Kinoabend dürfte zwar auch hier gesorgt sein, wahre Pixar-Fans sollten sich aber lieber noch einmal die Vorgänger-Filme des Studios zu Gemüte führen.

    Fazit: Gut animiert und relativ unterhaltsam, aber nicht ganz das, was man aus dem Hause Pixar gewohnt ist.
  • In Pixars siebtem Film geht es um einen eigensinnigen Rennwagen, der in einem Kuhkaff Zwangspause einlegen muss und eine Generalüberholung erhält. Zwischen den Zeilen erzählt Pixar-Chef Lasseter in seiner ersten Regiearbeit seit “Toy Story 2″ mit Wehmut und sehr persönlich vom Sterben der amerikanischen Kleinststädte.

    Die Story vom selbsterklärten Autofanatiker Lasseter und fünf weiteren Drehbuchautoren beginnt mit einem hochtourigen NASCAR-ähnlichen Autorennen in einem Megastadion. Sogleich sticht die optische Finesse ins Auge, die Pixar zum unangefochtenen Branchenführer gemacht hat. Tiefenschärfe, Perspektive und Lichteffekte erzeugen einen geradezu perfekten Fotorealismus, der später besonders bei den großartigen Landschaftsaufnahmen zum Tragen kommt. Als vierreifiger Protagonist fungiert der knallrote Rennwagen Lightning McQueen (im Original sympathisch von Owen Wilson gesprochen; in der deutschen Fassung von Daniel Brühl), dem es als Neuling durch gewagte Manöver gelingt, mit dem Championveteran The King und dem fiesen Chick Hicks gleichzuziehen. Daher wird für ein paar Tage später ein Entscheidungsrennen für den Piston Cup in Kalifornien angesetzt. Beim Transport dorthin rollt Lightning versehentlich von der LKW-Rampe und landet abseits von der Autobahn im gottverlassenen Städtchen Radiator Springs. Dort scheint die Zeit in gutbürgerlicher 50er Jahre “American Graffiti”-Nostalgie (auch wenn sich neuere Automodelle finden) stehen geblieben zu sein, seit sie von der Hauptverkehrsroute abgeschnitten worden sind. Da Lighting in seiner Panik, sich verfahren zu haben, die Hauptstraße demoliert hat, wird er verurteilt, den Schaden zu richten. Für den ungeduldigen Lighting sind die Bewohner, bestehend aus dem souveränen Sheriff Doc Hudson (Paul Newman), dem rostigen Abschleppwagen Mater, einem Hippie-VW-Bus, einem weinerlichen Feuerwehrwagen und der schnittigen Sally Carrera, ein Haufen Hillbillies, denen er schnellstmöglich seinen Spoiler zukehren möchte. Doch der bislang nur auf seinen Sieg versessene Lightning lernt durch sie Lektionen von wahrer Freundschaft, Loyalität, Respekt für die ältere Generation und seine Rivalen und echten Zusammenhalt. Selbst romantische Gefühle regen sich unter seiner Motorhaube. Beim Abschlussrennen hat Lightning schließlich dramatisch Gelegenheit, seine neu gefundenen Werte auf die Piste zu bringen.

    Nostalgie ist die entscheidende Komponente dieser Pixar-Produktion, der mit Popkultur-Humor und cleveren Kfz-inspirierten Details (Bremsspurwolken, geflügelte Käfer mit VW-Körper, ein Monument Valley mit Kühlerfiguren etc.) gegengesteuert wird. Für den Soundtrack werden hitverdächtige Songs von Sheryl Crow und Brad Paisley aufgefahren, der Score wie gewohnt von Randy Newman beigesteuert. Lediglich im Mittelstück des 116-minütigen Films hätte Lasseter ein wenig mehr auf die Tube drücken können, um auch die ungeduldigen Kiddies bei Laune zu halten. Insgesamt ein nicht ganz so kreativer Triumph wie bei “Findet Nemo” oder “Die Unglaublichen – The Incredibles”, dennoch sollte “Cars” auf dem diesjährigen Siegerpodium des Genres mit ganz oben stehen. ara.

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