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„Als du mich sahst“: Amazon-Ende und Harry Styles haben leider nichts der Buchvorlage zu tun

„Als du mich sahst“: Amazon-Ende und Harry Styles haben leider nichts der Buchvorlage zu tun
© IMAGO / Cover-Images / Jonny Marlow / Amazon MGM Studios

Der Amazon-Hit nach dem gleichnamigen Bestseller ist gerade in aller Munde. Vermutlich nicht zuletzt durch seine vermeintliche Verbindung zu Harry Styles.

In Amazons neuestem Streaminghit „Als du mich sahst“ (im Original „The Idea of You“) wird der Boyband-Traum wahr. Ganz anders als in der gleichnamigen Bestseller-Buchvorlage von Robinne Lee. Diese sieht ein anderes Ende für Hayes (Nicholas Galitzine) und Solène (Anne Hathaway) vor und wurde nicht zuletzt aufgrund ihrer vermeintlichen Inspiration durch Harry Styles populär. Warum die Geschichte so polarisiert, in der Amazon-Verfilmung allerdings deutlich entschärfter und versöhnlicher präsentiert wird und was „Als du mich sahst“ mit dem Sänger Harry Styles zu tun hat oder eben auch nicht, erfahrt ihr hier.

The Idea of You: Roman

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Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 25.05.2024 12:28 Uhr

„Als du mich sahst“: Basiert der Amazon-Film auf Harry Styles‘ Geschichte?

Um es direkt vorwegzunehmen: Die fiktive Handlung von „Als du mich sahst“ basiert lediglich auf dem von Robinne Lee geschriebenen Roman. Dafür ließ sich die Autorin zwar durch verschiedene Personen und Elemente aus der Popkultur und Musikszene inspirieren und persönliche Erfahrungen einfließen, folgte jedoch keiner bestimmten Person oder wahren Geschichte. Seit Erscheinung der Buchvorlage geht allerdings das Gerücht um, der Roman sei nicht nur von Harry Styles inspiriert, sondern quasi eine Fan-Fiction zur Geschichte des britischen Sängers (via Screen Rant).

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Wie Hayes Campbell (Nicholas Galitzine) in Buch und Film erlangte Harry Styles zwar durch eine britische Boyband („One Direction“) Berühmtheit und hat in der Vergangenheit auch ältere Frauen gedatet, „Als du mich sahst“ basiert trotz augenscheinlicher Parallelen jedoch nicht direkt auf dessen Geschichte und entspringt, anders als beispielsweise die „After“-Buchreihe, auch keiner Fanfiction zu Harry Styles. Zumindest offiziell distanzierten sich sowohl Robinne Lee (via The Guardian) als auch die Hauptdarsteller*innen der Filmadaption, Anne Hathaway und Nicholas Galitzine (E! News, via YouTube), von Harry Styles als Vorbild für Hayes und die allgemeine Handlung.

Boybands & Beziehungen: Wahre Inspirationen für „Als du mich sahst“

Dass viele Fans dennoch von einer Verbindung überzeugt zu sein scheinen, liegt vermutlich an älteren Aussagen der Autorin, die sich verselbstständigten. In früheren Interviews (via The Guardian) erklärte Robinne Lee, dass sie teilweise von Harry Styles und seinem Platz in der Popkultur als äußerst populärem Ex-Boyband-Mitglied inspiriert wurde, allerdings sei er nur einer von vielen britischen Stars gewesen, die den Charakter von Hayes geprägt haben  – darunter neben ihrem Ehemann und Filmproduzent Eric Hayes (der übrigens „Als du mich sahst“ produzierte) auch einige Ex-Freunde sowie Benedict Cumberbatch, Tom Hiddleston, Prinz Harry und „eine Prise Eddie Redmayne“ (via Vogue).

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Nicht zuletzt bezog Robinne Lee die Inspiration auch aus eigenen Erfahrungen und früheren Ideen: Bevor sie „Als du mich sahst“ schrieb, arbeitete sie jahrelang an einem halbautobiografischen Roman über eine frühere Beziehung zu einem jüngeren Mann, das sich zwar nie verkaufte, aber in vielerlei Hinsicht als Ausgangsbasis für die Entwicklung ihrer männlichen Hauptfigur Hayes diente. In der Danksagung ihres Romans erzählt sie sogar, dass sie einst gegenüber ihrem Mann scherzte: „Ich denke darüber nach, dich für einen Typen aus einer Boyband zu verlassen“, woraufhin dieser antwortete: „Das wäre ein tolles Buch“.

Anstelle von Boyband-Stars wie Harry Styles soll es in „Als du mich sahst“ im Grunde jedoch eigentlich mehr um den gesellschaftlichen Aspekt des Alterns aus der Perspektive einer Frau mittleren Alters gehen, die „ihre Sexualität zurückerobert… an einem Punkt, an dem die Gesellschaft [Frauen] traditionell abschreibt“ (via Vogue). Laut Deadline bereut die Autorin inzwischen ihre frühere Erwähnung von Harry Styles, welche zwar sicherlich zum Verkaufserfolg des Buches beigetragen habe, allerdings so stark hängengeblieben sei, dass die Geschichte als angebliche Fan-Fiction eingestuft und auf den populären Sänger reduziert werde.

August Moon ist zwar eine fiktive Band, die Songs aus „Als du mich sahst“ wurden allerdings wirklich von Nicholas Galitzine und Co. eingesungen. Der Soundtrack ist auf allen gängigen Musikplattformen wie Spotify, Amazon Music, Apple Music und Deezer zu hören.

Tatsächlich von den wahren Geschichten echter Musiker*innen und Bands inspiriert sind übrigens folgende Filme, die wir euch im Video zeigen:

Die 10 besten Musiker-Biopics

„Als du mich sahst“: Filmende bei Amazon ist ganz anders als im Buch

– Achtung: Es folgen Spoiler zu Film und Buch von „Als du mich sahst“! –

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Die Verfilmung von „Als du mich sahst“ hält sich inhaltlich recht nahe am Buch, weicht aber in einigen Details und vor allem zum Ende hin stark vom Original ab. Amazon streicht, kürzt und entschärft dabei fast alles, was so richtig für Aufsehen sorgen könnte. Da wäre zum Beispiel der Altersunterschied. Im Buch ist Hayes erst 20 Jahre alt und damit nicht einmal alt genug, um in den USA, wo die Haupthandlung stattfindet, Bier zu trinken. Im Film ist der Popstar hingegen bereits 24, was den Altersunterschied verringert und das Gesamtgefüge weniger kontrovers macht. Des Weiteren sind auch die Sex-Szenen weniger und vor allem weniger explizit erotisch dargestellt als im Buch, wodurch sicherlich ebenfalls versucht wurde, den „Skandal-Faktor“ zu reduzieren.

Auch das Alter und einige Details rund um Solènes Tochter wurden angepasst. War Izzy (Ella Rubin) in der Buchvorlage erst 12, somit gerade am Beginn einer schwierigen Teenie-Phase und außerdem selbst ein riesiger Fan von August Moon, ist sie in der Amazon-Version bereits 16 und längst aus dem Boygroup-Alter heraus. Dadurch, dass Izzy wesentlich besser mit der Situation umgehen kann als im Original, wird das Konfliktpotenzial zwischen Solène und ihrer Tochter für die Verfilmung reduziert. Störfaktoren sind vor allem die Medien und das Umfeld, wobei Izzys Freunde im Film, entsprechend diverser und älter als im Buch, ebenfalls lockerer mit der Beziehung umgehen.

Nichtsdestotrotz wird der Trubel letztendlich genau wie im Buch zu viel. Der Medienrummel und die Hänseleien in der Schule setzen Izzy zu. Um ihre Tochter zu schützen, beschließt Solène schweren Herzens, sich von Hayes zu trennen. Dieser will an der Beziehung festhalten. Im Buch sucht er noch eine ganze Zeit nach der Trennung Kontakt, gibt allerdings irgendwann auf, weil Solène hart bleibt. Trotz ihrer Entschlossenheit trauert sie Hayes lange nach und es ist klar, dass aus den beiden nie wieder ein Paar wird.

Mit dem Wiedersehen nach fünf Jahren in der finalen Szene in Solènes Galerie schlägt die Amazon-Verfilmung also einen ganz anderen, deutlich versöhnlicheren Weg ein. Dadurch bekommen Fans zwar das Happy End, das ihnen im Roman verwehrt bleibt. Weniger kontrovers und deutlich versöhnlicher verliert die Filmhandlung dadurch jedoch auch an Vielschichtigkeit und hat weniger Mut zur emotionalen Hässlichkeit, weshalb das Ende weniger nachwirkt. Ein Finale, das, wie sie selbst gegenüber EW verriet, zwar nicht ganz im Sinne der Autorin, aber eben typisch Hollywood und sicherlich mehr im Sinne der breiten Masse ist, weshalb Robinne Lee die drastische Änderung gelassen sieht:

„Das ist nicht die Geschichte, die ich erzählen wollte. Ich wollte deutlich machen, dass gerade Frauen häufig andere über ihr eigenes Glück stellen. So läuft das in Hollywood eben […]. Vielleicht war Amerika noch nicht bereit für ein trauriges Ende.“

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Falls ihr hingegen noch tiefer in die Welt von „Als du mich sahst“ eintauchen möchtet und bereit seid für ein trauriges Ende und eine Geschichte, die lange nachwirkt, solltet ihr unbedingt die Buchvorlage lesen. Ansonsten können wir euch an dieser Stelle eine weitere wundervolle Romanverfilmung mit Nicholas Galitzine in einer anderen Romanze, die allen Widrigkeiten strotzen muss, empfehlen: „Royal Blue“ könnt ihr ebenfalls bei Prime Video streamen.

Erkennt ihr die Filmhighlights 2024 nur anhand eines Bildes? Findet es in unserem Quiz heraus:

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