Jim Carrey

Jim Carrey

Leben & Werk

Mit der Gesichtsgymnastik eines gurgelnden Gummischlauchs und als anarchischer Körperverrenker mit garantierter Turbokomik übertrifft Jim Carrey alle Artisten, die in der Tradition von Jerry Lewis für Lacher sorgen. Auf Carreys Allerweltsgesicht spielen sich die wildesten Guerillakämpfe ab, gelingen ihm virtuose Lippen-, Nasen- und Backenknochen-Verrenkungen von fulminanter Verrücktheit. Carrey beherrscht die “Physical Comedy” als Meister seines Fachs.

Der Kanadier wurde 1962 in Newmarket in der Provinz Ontario geboren, brachte schon in der Schule alle zum Lachen und erhielt mit 15 Jahren eine Anstellung als Stand-up-Comedian in einem Comedy Club in Toronto. TV-Engagements und Nebenrollen in Filmen folgten, darunter die in der Science-Fiction-Farce “Zebo der Dritte aus der Sternenmitte/Mein Liebhaber vom anderen Stern”, wo Carrey als skurriles buntes Alien an kalifornischen Swimmingpools herumtobte.

Der Durchbruch gelang mit der kleinen Hilfe von Haustieren. Als eine Art Inspector Clouseau der Viecher war er in “Ace Ventura – Ein tierischer Detektiv” (1993) auf der Spur eines entführten Delphins und in der zwei Jahre später entstandenen Fortsetzung auf Afrika-Kurs in Urwaldkriegen und Mutproben-Marathons.

Als debiler Cousin von Forrest Gump machte er in “Dumm und dümmer” Highways und Skipisten unsicher. Mit diesem Klamauk der Brüder Farrelly durchstieß er endgültig die Schallmauer, nun kehrt Carrey in die Rolle des grenzdebilen Tölpels an der Seite von Jeff Daniels zurück: Gemeinsam sind sie “Dumm und Dümmehr“. Für die Farrellys spielte Carrey auch in “Ich beide & Sie” eine atemberaubende Schizophrenie-Tour de Force als Cop, der sich vom freundlichen Dr. Jekyll ohne Übergang in einen bösen Mr. Hyde verwandelt.

In “Die Maske”, einem der ersten computeranimierten Filme, fielen Carrey die Augen buchstäblich aus dem Kopf, schlängelte sich die Zunge wie eine Anaconda über den Tisch. Als diabolischer Erfinder Riddler gehörte Carrey in “Batman Forever” zu den Gegnern des Herrschers von Gotham City.

Von diesem Zeitpunkt an setzte Carrey seine wüsten Körperverzerrungen nicht mehr nur als Klamauk ein. In “Cable Guy” terrorisierte er als Techniker vom TV-Service einen Yuppie mit seiner Freundschaft, in “Der Dummschwätzer” brachte er als Lügenbaron für den Sohn den Mut zur Wahrheit auf, zerlegte Telefone in bester Chaplin-Tradition und jagte einem startenden Jet mit der Gangway nach. In Peter Weirs Welterfolg “Die Truman Show” musste er erkennen, dass er seit seiner Geburt vor 30 Jahren ein Kind des Mediums TV und sein Leben eine gigantische Show war. In Milos Formans “Der Mondmann” stellte er das Leben des Entertainers Andy Kaufman nach und zeigte zunehmend Gespür für leise Zwischentöne, wie auch schon in “Die Truman Show” zu erkennen war..

Sein nächster Erfolg war in einer ihn beinahe unkenntlich machenden Gummimaske das traurige Bergwesen “Der Grinch”, der den Kindern von Whoville Weihnachten stehlen will. Weniger Zuspruch beim Publikum fand das Drama “The Majestic”, in dem Carrey einen Drehbuchautor mimte, der 1951 Opfer der Kommunistenhatz wird. Mit Carreys Rückkehr zum Stil von “Dumm und Dümmer” befand er sich wieder auf der Erfolgsspur: Die Komödie “Bruce Allmächtig“, in der er als TV-Reporter eine Woche lang von Gott dessen Job übertragen bekommt, war einer der größten Kino-Erfolge des Jahres 2003. Nach einem erneuten Ausflug in Arthouse-Gefilde mit Michel Gondrys großartigem “Vergiss mein nicht” (Drehbuch: Charlie Kaufman), in dem Carreys angenehm zurückhaltend gespielter Joel dahinterkommt, dass sich seine Ex-Freundin (Kate Winslet) alle Erinnerungen an ihn hat ausradieren lassen, widmete sich Carrey erneut erfolgreich dem Familienfilm: als skrupelloser Graf Olaf hat er es mit Hakennase und schütterem Haar in “Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse” auf das Vermögen dreier Waisenkinder abgesehen. Mit “Dick und Jane”, dem Remake des Tod-Kotcheffs-Films aus dem Jahre 1977 mit George Segal und Jane Fonda, kehrt er an der Seite von Tea Leoni zu der überdrehten Slapstick-Komik zurück, die ihn berühmt machte. Er sprach den Elefanten Horton in der charmanten Animationskomödie “Horton hört ein Hu!” und lieh Ebenezer Scrooge Stimme, Mimik und Gestik in Robert Zemeckis im Motion-Capture-Verfahren und 3D realisierten “Disneys Eine Weihnachtsgeschichte” nach Charles Dickens’ Klassiker.

Einen Publikumserfolg landete Carrey auch mit der Kinderbuchverfilmung “Mr. Poppers Pinguine” als Workaholic, der von sechs Pinguinen, die ihm sein Vater vererbt hat, die wahren Werte des Lebens lernt.

Bilder

News & Stories

  • Jim Carrey und Keanu Reeves in Kannibalen-Love-Story

    Was zunächst nach einem schlechten Scherz klingen mag, ist tatsächlich ernst gemeint. Die Hollywoodstars Jim Carrey und Keanu Reeves stoßen zum Cast des Kannibalen-Films The Bad Batch, den die iranische Regisseurin Ana Lily Amirpour in Szene setzen wird. Als Hauptdarsteller gesetzt war bereits im Vorhinein Jason Momoa. Wirklich viel kann über The Bad Batch im Augenblick nicht gesagt werden. Soweit bekannt, handelt...

  • Jim Parsons wäre gerne der Riddler

    Der "The Big Bang Theory"-Star sieht sich schon im nächsten Superheldenfilm an der Seite von Batman Ben Affleck.

  • Jim Carrey nimmt "Deep Cover"

    Red Granite, Finanzier und Produzent von "Dumm und Dümmehr", plant eine weitere Komödie mit Hauptdarsteller Jim Carrey.

Filme

Weitere Stars

Kommentare