I Love You Phillip Morris (2009)

I Love You Phillip Morris Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

I Love You Phillip Morris: Sympathische Mainstreamkomödie über einen notorischen Schwindler, der die Liebe des Mannes seines Lebens gewinnen will.

Steven Russell lebt als Polizist mit Frau und Kind in Georgia. Doch sein Leben ist eine Lüge: Steven ist tatsächlich schwul, sagt sich von seiner Familie los, zieht nach Florida und hält sich mit Betrügereien über Wasser, um seinem Liebhaber ein schönes Dasein zu ermöglichen. Im Knast lernt Steven die große Liebe kennen, die er mit allen Mitteln umgarnt: Phillip Morris erwidert die Gefühle. Wieder draußen, finanziert sich Steven wieder mit Betrügereien, die größer und aufwendiger denn je sind. Nur Phillip darf davon nichts mitkriegen.

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Kritikerrezensionen

  • Dies ist eine wahre Geschichte. Ganz ehrlich. Behauptet der Vorspann, und damit ist auch begründet, warum der eigentlichen Handlung eine Vorgeschichte vorausgeht von Steven Russell, den Jim Carrey spielt, der in seiner Kindheit brutal erfährt, dass er adoptiert wurde, und genau deshalb zu einem besonders guten Menschen wird. Polizist, liebevoller Ehemann und Vater, ein Vorzeige-Vorstadtbürger. Der dann aber doch seiner leiblichen Mutter nachspürt. Und herb enttäuscht wird.

    Diese Anfangsgeschichte hat sicherlich etwas mit einer lebensechten Charakterisierung der Hauptfigur zu tun, die ja einem wirklichen Menschen nachempfunden ist – aber auch mit einer Strategie des Films, der einen Ton ironischer Satire hält und zudem immer wieder den Zuschauer in eine Falle lockt. Indem er plötzlich einen Umschwung einleitet, sozusagen neu beginnt. Denn Steven Russell ist eben auch – schwul. Stockschwul. Und er beginnt ein neues Leben, heißt: einen neuen Lebensstil. In Miami, in den luxuriösesten Hotels, mit den luxuriösesten Autos, in luxuriösester Kleidung – damit hält er sich seinen Freund Jimmy, doch schwuppdi: muss er auch bemerken, dass der schwule Lebensstil sauteuer ist.

    Und er beginnt wieder ein neues Leben: Versicherungsbetrug. Um sich zu finanzieren. Und landet dafür im Gefängnis. Wo nun wirklich ein neues Leben für ihn beginnt: weil er Phillip Morris kennenlernt (nicht verwandt mit dem Tabakkonzern). Den er aufrichtig und treu liebt, und der ihn wiederliebt: eine wunderschöne, höchst romantische Liebesgeschichte – hinter Gefängnismauern.

    Eine Liebe, die immer abhängig ist von der Gefängnisverwaltung, die Häftlinge verlegen oder gar entlassen kann. Ein Horror für Steven, der so sehr, so sehr liebt! Und der sich folglich einfach als Anwalt ausgibt, um seinen Phillip zu sich in die Freiheit zu holen.

    Jim Carrey spielt diesen Hochstapler, diesen unehrlichen, niemals aufrichtigen Betrüger, der aber zumindest zur Liebe aus tiefstem Herzen fähig ist (und dafür immer nur die falschen Mittel aufwenden kann). Carrey ähnelt auf frappierende Weise immer mehr Willem Dafoe, mit kantigem Gesicht, breitestem Grinsen – während Dafoe wilde, leidenschaftliche und immer wieder böse Charaktere verkörpert, haftet an Carrey freilich seine Komiker-Geschichte: perfekt für einen schillernden Charakter, wie er ihn hier verkörpert. Ewan McGregor seinerseits ist als Phillip Morris der Naive, der Reine, der naiv und rein Liebende, ohne Arg, ohne Misstrauen, stets offen und ehrlich – und damit ist er das allergrößte Opfer von Stevens Hochstapeleien.

    Denn auch wenn der seine Liebe ganz ernst meint: er kann nicht von den Lügen lassen, die sein Leben ausmachen. Als Anwalt schlägt er sich durch, der er nicht ist, er lässt sich mit gefälschten Zeugnissen bei einem Unternehmen als hochbezahlter Finanzfachmann anheuern, steigt in der Hierarchie auf und findet jedes Loch zur Unterschlagung von Geldern – denn nur mit Geld vermag er, seine Liebe auszudrücken.

    Neben der schwulen Liebesgeschichte unter merkwürdigsten Umständen bauen die Regisseure Glenn Ficarra und John Requa hier eine zweite Schiene auf: Sie verknüpfen in der Person des Steven Materialismus mit Gefühl. Nur, wenn er Geld ausgeben kann und wenn sein Gegenüber das Geld annimmt, ist sich Steven der Liebe sicher; und nur, wenn er in eine Rolle schlüpfen kann, die ihm Geld einbringt, ist er sich seiner selbst sicher. Eine wirkliche, eigene, innere Identität ist ihm fremd – er definiert sich über das Geld, das er bekommt, und über Phillip Morris’ Liebe, die er sich damit erkauft.

    Liebesgeschichte und Mann ohne Eigenschaften: diese Verbindung gelingt Ficarra und Requa, und sie bringen am Ende sogar ein Stück Melodram hinein, eine AIDS-Tragik. Doch das Sprichwort (ist es böswillig?), dass sogenannte Independent-Filme mit Starbesetzung lediglich Hollywood-Mainstream ohne Happy End sei, das bewahrheiten sie – wenn man so will – doch wiederum auf ganz neue Weise. Denn zwischendurch muss Steven Russell natürlich nochmal ein, zwei neue Leben anfangen.

    Fazit: Schwule Liebesgeschichte hinter Gittern: Zwei Topstars in einem Indiefilm.
  • Komödie und Tragödie, Hochstapler- und Schwulenfilm – den “Bad Santa”-Autoren Glenn Ficarra und John Requa gelingt in ihrem Regiedebüt ein schwieriger Spagat.

    In “Citizen Kane”-Manier beginnt der Film. Held Jim Carrey alias Steve Russell lässt auf dem Totenbett sein Leben Revue passieren. Vorzeigefamilienmensch ist er zunächst, Vorzeigepolizist, ein Mann, der in der Kirche Orgel spielt und gemeinsam mit der Gattin (Leslie Mann) abends betet. Die Freizeit verbringt er mit der Suche nach der leiblichen Mutter, die ihn als Kind weggab. Als er sie findet, will sie immer noch nichts von ihm wissen. Daraufhin bricht er mit aller Bürgerlichkeit, verlässt die Familie, zieht nach Miami, wo er endlich er selbst sein kann: schwul, selbstbewusst, flamboyant. Doch la dolce vita kostet viel, Steve betätigt sich als Hochstapler – höchst erfolgreich. Bis die Kreditkartenbetrügereien auffliegen, er hinter Gittern landet und dort auf den Mann seiner Träume trifft.

    “I Love You Phillip Morris”, der Titel ist Programm, Steves Treiben ausschließlich Folge seiner nie abebbenden Liebe zum Titelhelden, den der stoppelbärtige Sternenkrieger Ewan McGregor mit Schmachtblicken und femininen Bewegungen höchst glaubwürdig zum Leben erweckt. Die “Bad Santa”-Autoren Glenn Ficarra und John Requa führen nach eigenem Drehbuch erstmals Regie, haben sich für ihr Debüt einer wahren Geschichte angenommen. Was sich im Inhalt etwas schräg liest, entpuppt sich auf der Leinwand als solider, authentisch und einfühlsam erzählte Mainstream-Arbeit, die in ihren besten Momenten durchaus an Ang Lees ähnlich gelagerten Meilenstein “Brokeback Mountain” erinnert – mit einem entscheidenden Unterschied: Hier wird primär auf Komödie gesetzt, das Drama schleicht sich erst spät – und nicht unbedingt zum Vorteil des Werks – in die Handlung ein.

    (Inzwischen) gewohnt gut, weil zappel-gebremst und mit eher kontrollierter Mimik, sorgt Carrey in “Truman Show”-Manier für die Lacher, ob als “Anwalt”, der in dieser Funktion seinen Lover regelmäßig im Gefängnis besucht, als Ausbrecherkönig oder einfach als Charmeur, der spielend auch Richter um den Finger wickelt. McGregor hat bei dieser Romanze um Lüge und Liebe den undankbareren Part, gibt den passiven, schüchternen Beau, dem wenig Raum bleibt, gegen den Partner anzuspielen und der sich damit begnügen muss, in mit Gegenlicht gefilmten Kussszenen (Kamera: Xavier Pérez Grobet) gut auszusehen. Zu erwähnen bleibt, dass die Finanzierung des Projekts sich schwierig gestaltete und erst zustande kam, als Luc Besson (“Taxi”) als ausführender Produzent mit einstieg. Er hat klar erkannt, dass es im Film nicht primär um Homosexualität geht, sondern um echte Liebe, den ewigen Drang nach Freiheit und die schwierige Suche nach sich selbst. geh.

Darsteller und Crew

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