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Hail, Caesar! (2016)

Hail, Caesar! Poster
Userwertung (123)
  1. Ø 2.4
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 2.8

Filmhandlung und Hintergrund

Hail, Caesar!: Im Starsystem Hollywoods in den 1950er Jahren angesiedelte Komödie der Coen-Brüder.

1950er, Kalifornien: „Capitol Pictures“ ist eines der größten und erfolgreichsten Filmstudios in Hollywood. Der berühmte Regisseur Laurence Lorenz (Ralph Fiennes) dreht dort gerade den Monumentalfilm „Hail, Caesar!“, in dem der Superstar Baird Whitlock (George Clooney) den römischen Kaiser mimt. Eines Tages ist der Schauspieler spurlos verschwunden. Seine Entführer, die sich „Die Zukunft“, getauft haben, fordern eine Lösegeldsumme von 100.000 US Dollar. Das Studio engagiert daraufhin den professionellen Fixer Eddie Mannix (Josh Brolin), der das Verschwinden um jeden Preis vertuschen und Baird Witlock so schnell wie möglich zurückholen soll. Doch die Studiobosse haben nicht mit den Interessen und Eitelkeiten der Stars und Möchtegerns gerechnet. Da wären ein notorischer Kunde von Mannix, der Frauenheld und Jungschauspieler Burt (Channing Tatum), die übereifrige Klatsch-Kolumnistin Hedda Hopper (Tilda Swinton) und eine gewiefte Film-Synchronschwimmerin (Scarlett Johansson). Die Operation geht gehörig schief und führt den Fixer von einer absurden Situation zur nächsten. In ihrer neuesten Komödie nehmen sich die Coens das Hollywoodsystem vor: Genauer gesagt, das „Goldene Zeitalter“ von Hollywood, als die Studios unvergessliche Filme und unsterbliche Ikonen erschufen. „Hail, Caesar!“ ist der letzte Teil der sogenannten Numbskull-Trilogie, die aus den Vorgängern „O Brother, Where Art Thou? – Eine Mississippi-Odyssee“ und „Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?“ besteht. Passend zum Traumfabrik-Setting haben die Regie-Brüder wieder ein großes Staraufgebot aufgefahren. Neben den bereits genannten Schauspielern sind Frances McDormand („Moonrise KIngdom“), Alden Ehrenreich („Blue Jasmine“), Jonah Hill („21 Jump Street“) und Christopher Lambert („Lucy“) dabei. „Hail, Caesar!“ feiert die Deutschland Premiere auf der 66. Berlinale als Eröffnungsfilm.

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Kritiken und Bewertungen

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    Das Hollywood der 50er Jahre ist eine Fabrik, die Träume produziert. Und wie in jeder anderen Fabrik gibt es auch in Hollywood hier und da kleine und große Problemchen. Das weiß auch Eddie Mannix. Er ist bei einem der großen Studios als universeller "Problemlöser" angestellt und ist so den ganzen Tag damit beschäftigt, zickige Diven zu besänftigen, neugierige Klatschreporterinnen abzuwehren und anspruchsvolle Regisseure in ihre Schranken zu weisen. Eigentlich hat Eddie die Sache ganz gut im Griff. Doch dann wird auf einmal der große Star Baird Whitlock vom Set eines Monumentalfilms entführt. Die Entführer nennen sich die "Zukunft" und fordern 2 Millionen Dollar. Nun ist guter Rat teuer, denn keiner darf erfahren, was wirklich vor sich geht. Ein Ablenkungsmanöver muss her. Doch Eddie muss feststellen: In der Traumfabrik eine glaubhafte Illusion herzustellen, ist leichter gesagt als getan. In Form einer Hommage zelebriert der neue Film der Coen-Brüder das klassische Genrekino der 1940er und 1950er Jahre. Keine Standardsituation und kein Starklischee, das hier nicht parodiert und persifliert wird. Da gibt es den Westernhelden, der in seiner darstellerischen Leistung etwas begrenzt daher kommt, aber dennoch vom Studio zu einem Imagewechsel hin zum Charakterdarsteller gezwungen wird. Da gibt es das "American Sweetheart", das alle auf der Leinwand verzaubert - und das hinter den Kulissen flucht wie ein Kesselflicker und Ehen sammelt wie andere Socken. Und da gibt es den großen Star, der die Leinwand gottgleich beherrscht, der aber ansonsten über wenig Tiefe und charakterlichen Ausdruck verfügt. Es ist dem stargespickten Ensemble (unter anderem George Clooney, Josh Brolin, Tilda Swinton, Scarlett Johansson und Ralph Fiennes) in jeder Minute anzusehen, welch großen Spaß allen das Spiel mit den Konventionen und den ironischen Brechungen derselben bereitet. Angesprochene Themen wie die Kommunistenverfolgung der McCarthy-Ära oder auch der Konflikt zwischen Film und Religion als Zensor verleihen der Farce eine weitere tiefergehende Dimension. All diese Aspekte vereinen die Coens auf wunderbar verspielte Weise, ohne jemals zu verleugnen, dass es der Zuschauer hier mit einem Kino der Attraktionen zu tun hat, das in erster Linie unterhalten soll. Es ist außerdem das Kino der Genres, dem die Coens auf respektvolle und dennoch augenzwinkernde Weise huldigen, mit dem für sie so typischen und herrlichen trockenen Humor, der sich vor allem in den köstlichen Dialogen spiegelt. Auf kunstvolle Weise vereinen sie die einzelnen filmischen Stilmittel wie Musik, Bühnenbild, Score und Montage, um ein großartiges Panoptikum des vergangenen Hollywoods zu zeichnen. Und um zu zeigen, warum das Kino seit jeher der perfekte Ort für Leinwandträume war. Und für immer bleiben wird. HAIL CAESAR! von Joel und Ethan Coen ist ein bunter Kostümfilm, ein großes Monumentalepos, ein komplexer Film Noir. Und als Film eine wundervolle und geistreiche Verbeugung vor dem Kino an sich. Jurybegründung: Mit HAIL, CAESAR! liegt der neue Film des Regieduos Joel und Ethan Coen vor, der sich deutlich neben deren frühere Werke über das Studiosystem Hollywoods einreiht. Vor allem sind Ähnlichkeiten zum Noir-Thriller BARTON FINK (1989) auffällig, denn hier wie dort geht es um die Nöte der Angestellten und Leitenden der klassischen Hollywood-Produktionen. HAIL, CAESAR! versammelt eine eindrucksvolle Schauspielerriege: Josh Brolin spielt den überlasteten Studioboss Mannix von Capitol Pictures, George Clooney den männlichen Superstar Whitlock, Ralph Fiennes einen virtuosen Genrehandwerker, Scarlett Johansson eine etwas zickige Diva, Tilda Swinton erscheint als Kritiker-Zwillingsschwestern und Channing Tatum als kommunistischer Tanzstar. Mit ihnen entfaltet der Film ein vielschichtiges Kaleidoskop der kalifornischen Filmproduktion der 1950er Jahre, als das Studiosystem florierte und klassische Genres wie Historienepos, Musical und Western hervorbrachte. Diesen historischen Hintergrund nehmen die Regisseure zum Anlass, in originellen und liebevoll inszenierten Episoden ein vielschichtiges Bild von einer vergangenen Ära des Kinos zu zeichnen. Dabei liefern sie die metafilmische Reflexion der Ära Hollywoods, die auf Starpolitik mit festen Studioverträgen baute. Zu kurzzeitigen Turbulenzen kommt es, als der Hauptdarsteller eines christlichen Monumentalfilms (Clooney) betrunken vom Set weg entführt wird und einer Reihe kommunistischer Drehbuchautoren in die Hände fällt, die die Filme subtil mit ihren Botschaften unterwandern - eine Angstphantasie der McCarthy-Ära. Das Changieren zwischen Film im Film und Szenen von den Dreharbeiten schafft ein cleveres Spiel mit den Realitätsebenen, das einem unterschiedlichen Publikum Vergnügen bereiten wird. Mit eleganter Beiläufigkeit werden dabei die Einflüsse religiöser Gruppierungen im klassischen Hollywood thematisiert und der Dialog zwischen christlichen und jüdischen Positionen integriert. Dieser Konflikt mündet schließlich in einem versöhnlichen Konsens im Film. Während ein filmhistorisch interessiertes Publikum ein besonderes Vergnügen an der Neuinterpretation klassischer Genrestandards finden wird (Tanzchoreographien, Westernstunts), liegt ein besonderer Wert des Films in der Vermittlung filmhistorischer Aspekte auch an ein weniger informiertes Publikum. Insbesondere das Image-Building der Studios wird an der Figur eines jungen und etwas tumben Westernstars lebhaft vorgeführt. Dazu kommen politische Aspekte: so vermeidet der Studiochef Mannix (Brolin) einen Deal mit dem Waffenhersteller Lockheed, die Wasserstoffbombe wird ebenso thematisiert wie die Kommunistenangst. Dabei nehmen die Filmemacher die marxistische Kritik an Hollywood als Schlüsselmotiv auf. Die lautmalerische Parallele von Capitol Pictures und Karl Marx' "Kapital" erscheint hier ebenso bedeutend wie das Auftreten von Herbert Marcuse persönlich, der Whitlock, den alkoholkranken Lebemann, kurzfristig zum Kommunisten macht. Dabei steht Clooney schauspielerisch einmal mehr souverän in der Tradition von klassischen Stars wie Clark Gable oder Cary Grant. Frances McDormand bleibt in Erinnerung als kettenrauchende und hyperprofessionelle Cutterin, die sich im Schneideraum fast selbst stranguliert, als ihr Schal in die Filmspule gerät - eine eindringlichere Erinnerung an die Physikalität des Zelluloid-Filmprozesses ist kaum denkbar. HAIL, CAESAR! ist eine intensive und monumentale Liebeserklärung an das klassische Hollywoodkino mit all seinen Tücken, von dem bewährten Coen-Team originell und detailreich inszeniert. Roger Deakins liefert makellos choreographierte Bildkompositionen, die Schauspieler glänzen in mitunter satirisch überhöhten Rollen, die indes nie das Interesse an den Charakteren verlieren. Die Coens haben mit diesem Film erneut bewiesen, dass sie zu den außergewöhnlichsten amerikanischen Filmkünstlern ihrer Generation gehören. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Es ist eine Weile her, seit die Coen Brüder eine reine Komödie inszeniert haben. Hail Caesar kommt nun wie ein Comic daher: Ziemlich klug gemacht, aber auch reichlich meschugge. Hail Caesar ist der heiterste Film, den die Coens je gedreht haben (obwohl alles mit einem gekreuzigten Jesus in einer katholischen Kirche beginnt). Wir befinden uns im Hollywood der 50er Jahre, jedenfalls irgendwann nach dem zweiten Weltkrieg und vor 1960. Erzählt werden 28 Stunden aus dem Leben von Studio-Chef Eddie Mannix (Josh Brolin). Wir erleben die Produktion eines Sandalen-Films mit allen möglichen Problemen. Der Star DeeAnna Moran (Scarlett Johansson) ist unehelich schwanger, zwei Klatschreporterinnen (beide gespielt von Tilda Swinton) umschwirren das Idol Baird Whitlock (George Clooney) - am Ende wird Whitlock auch noch vom Set des Bibel-Epos entführt, selbstverständlich von einer Gruppe Kommunisten, die sich "The Future" nennen. Währenddessen muss Mannix mit seinen eigenen Dämonen kämpfen, denn er ist Katholik und geht zur Beichte. Sünden gibt es genug, so hat er der geliebten Gattin erzählt, er hätte aufgehört zu rauchen und findet sich doch an seinem stressigen Tag mit einer Zigarette in der Ecke wieder. Der arme George Clooney, der zum vierten Mal den Idioten spielt für die Coens (er trägt während des gesamten Films eine Perücke und ein Römer-Kostüm) wird während seines Kidnappings sogar mit Dr. Herbert Marcuse selbst konfrontiert. Die Coens wären aber schliesslich nicht Coens, wäre ihnen irgend etwas heilig. Diese Details, du kannst sie geniessen oder ignorieren - es wird dich nicht am Vergnügen des Films hindern, der wie ein Uhrwerk abläuft. Mannix selbst ist eine typische Coen Figur. Ein guter Mann, der sich redlich bemüht, das Richtige zu tun. Trotzdem entgleitet ihm das Geschehen, das Chaos bricht herein und nur der Zufall entscheidet. Alles Streben, es führt zu nichts; die Parameter sind nicht zu beherrschen. Wir können aber immerhin darüber lachen.
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  • Die Coens sind die Coens sind die Coens. Und selten wurde man daraus so wenig schlau.
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