O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee (2000)

Originaltitel: O Brother, Where Art Thou?
O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee: Skurriles Roadmovie durchs ländliche Mississippi der dreißiger Jahre nach Homers "Odyssee".

Lange genug hat er seine Strafe abgesessen: Everett Ulysses McGill (George Clooney) flieht aus dem Gefängnis. Doch da die Insassen in den USA der 1930er Jahre noch an gemeinschaftliche Ketten gebunden sind, muss er seine Mitgefangenen Pete (John Turturro) und Delmer (Tim Blake Nelson) zwangsweise mitnehmen. Um das riskante Unternehmen zu rechtfertigen, verspricht Ulysses den beiden einen Goldschatz, den sie sich zu dritt teilen werden. Und so begibt sich das ungleiche Gespann auf eine Reise durch den US-Bundesstaat Mississippi, auf welcher sie auf die merkwürdigsten Gestalten treffen. Sie werden nicht nur unerbittlich von der Polizei verfolgt, sondern geraten sogar in die Fänge des Ku-Klux-Klans. Als sie aus zufälligen Gründen dann auch eine gefeierte Musik-Band werden, ist das Chaos perfekt.

Es ist eine moderne Odyssee, die die beiden Oscar-prämierten Brüder Joel und Ethan Coen in \”O Brother, Where Art Thou?\” adaptiert haben. Die Anleihen sind offensichtlich: Ein Protagonist mit dem Namen Ulysses, ein einäugiger Schurke (John Goodman) und die Sirenen am Fluss, um mal nur einige Beispiele zu nennen. Der Titel des Films, welcher die Frage \”Wo bist du?\” im shakespearischen Englisch enthält, ist auf die Bibel bezogen: So ruft Gott nach Adam mit \”Wo bist du?\” und klagt den Brudermord von Kain an: \”Where is Abel thy brother?\”. Viele Fragen zum Film drehen sich oftmals um den Soundtrack und die Tatsache, dass George Clooney offenbar sehr passabel singt. Dazu kann aber gesagt werden, dass Clooney lediglich die Lippen bewegt, während der Sänger Dan Tyminski von der Band Union Station seine Stimme lieh.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die “Odyssee” als Inspiration für eine Ausbrecher-Komödie? Warum nicht, dachten sich die Coen-Brüder, schließlich ging es schon bei Homer um Flucht, Umherirren und die Sehnsucht nach Heimkehr. Also führt nun George Clooney als Ulysses Everett McGill eine Dreierbande von Kettensträflingen an, die in der Depressionszeit durch das ländliche Mississippi streunen und dabei eine Reihe haarsträubender Abenteuer erleben. Ein visuelles Fest voll teils gefälliger, teils wunderbar absurder Gags ist “O Brother Where Art Thou?” geworden, in dem der Spaß, den die Darsteller offensichtlich mit ihren Rollen hatten, stets als treibende Kraft zu erkennen ist.

    Der Titel des Films geht zurück auf Preston Sturges’ Filmklassiger “Sullivans Reisen” von 1941, in dem ein Hollywood-Regisseur in der Verkleidung eines Landstreichers nach Stoff für ein realistisch-sozialkritisches Werk sucht, dass er “O Brother Where Art Thou” nennt. Nachdem er selbst dem Schicksal als Kettensträfling nur mit knapper Not entkommt, beschließt er, sein ehrgeiziges Projekt aufzugeben und zukünftig nur noch Filme zu drehen, die die Menschen zum Lachen zu bringen. Die Coens, schon immer Freunde des besonderen Humors, vermählen hier nun filmhistorische Referenzen mit einem großen Epos der Antike, schminken George Clooney mit viel Pomade und Bleistiftbärtchen zu einem Clark Gable im Streifendrillich, stellen ihm John Turturro und Tim Blake Nelson als geistig etwas schwerfälligen Begleiter zur Seite – und jagen die drei erst Mal hinein in ein ockergelbes Maisfeld. Das ist eine Anspielung auf den “Zauberer von Oz”, und gleichzeitig ist damit, zumindest visuell, das Thema der Heimkehr auch schon festgelegt. Ulysses verspricht seinen Kameraden einen versteckten Goldschatz, die Beute eines Überfalls, doch der Weg dorthin ist weit und von zahlreichen Begegnungen bestimmt. Da ist der schwarze Gitarrist, der seine Seele dem Teufel verkauft hat und mit den drei Sträflingen eine Platte aufnimmt, die zum Überraschungshit wird. Da sind die verführerischen Sirenen am Flussufer, der brutale Zyklop (John Goodman als herrlicher hinterhältiger Gauner) und andere. Eine Szene führt zur nächsten, die Gefährten verlieren sich und finden sich wieder, kommen an Geld und werden darum betrogen. Irgendwann geht in dem unterhaltsamen Klamauk, der tauchende Hunde, Propaganda-Zwerge und eine in der Tradition von Busby Berkley choreografierte KuKluxKlan-Parade einschließt, zwar das eigentliche Ziel von Ulysses’ Reise verloren, doch rechtzeitig vor dem Showdown gesteht er den anderen, dass er eigentlich nur ausgebrochen ist, um rechtzeitig zu seiner Ex-Gattin (Holly Hunter in der einzigen, halbwegs substantiellen Frauenrolle) zurückzukehren, ehe sie einen anderen heiratet.

    Roger Deakins, der fast alle Coen-Filme fotografiert hat, findet für “O Brother Where Art Thou” seine bislang schönsten Bilder, denen er bei der aufwendigen Computer-Nachbearbeitung ein sonnengebleichtes, leicht surreales Aussehen gegeben hat. Die karge, staubige Schönheit der Landschaft passt zu den Figuren, die zwar als schlichte Landeier dargestellt sind, deren slapstickhaftes Auftreten aber nie ins Karikaturistische abrutscht. Clooney, Turturro und die anderen grimassieren, stammeln und johlen, dass es eine Freude ist und zugleich eine gutmütige Verbeugung vor den großen Spaßmachern des alten Hollywoodkinos. Der Soundtrack, eine mitreißende Mischung aus Soul, Bluegrass und Country, sorgt für zusätzliche Authentizität – sofern man davon bei einem Film sprechen kann, in dem blinde Seher übers Bahngleis rutschen und der Teufel am Schluss von einer Flutwelle weggespült wird. evo.

Darsteller und Crew

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