Ex Machina (2014)

Ex Machina Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (7)
  1. Ø 4.7
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 4.2

Filmhandlung und Hintergrund

Ex Machina: Science-Fiction-Drama von Alex Garland über einen jungen Programmierer, der unwissend an einem Experiment teilnimmt.

Als Programmierer Caleb in der Firmen-Lotterie einen Besuch beim mysteriösen Chef seines Online-Unternehmens gewinnt, denkt er, er bekommt ein paar Tage Auszeit. Doch Chef Nathan, der zurückgezogenen in einer riesigen, modernen Villa mitten in den Bergen wohnt, hat andere Pläne mit Caleb. Dieser soll einen von Nathan entwickelten und mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Roboter darauf testen, ob dieser auch über ein Bewusstsein verfügt. Bald beginnt nicht nur zwischen den Männern ein psychisches Duell.

Ein junger Programmierer wird von seinem steinreichen Chef für an ein folgenschweres Experiment missbraucht. Brillant auf seine Essenz reduzierter Science-Fiction-Thriller von Alex Garland – ein Kinohighlight des Jahres 2015.

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Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Bei wahrer Science Fiction geht es um Ideen, was wiederum heisst, dass echte Science Fiction Filme rar sind. Was es dagegen mehr als genug gibt, dass sind solche Filme mit Science Fiction Beigeschmack: Der drückt sich aus in futuristischen Designs und irgendwelchen satirisch soziologischen Betrachtungen unserer Zukunft. Vergessen wird aber viel zu oft: Das Ungewöhnliche! Ex Machina, das Debüt des Schriftstellers und Drehbuch-Autoren Alex Garland aber gehört zu den willkommenen Ausnahmen. Es beginnt wie ein Thriller mit einem Forscher, der menschliche Intelligenz erschaffen hat und offenbar unter einer gestörten Persönlichkeit leidet (Oscar Isaac). Ein junger Programmierer, Caleb (Domhnall Gleeson), wird ausgewählt, dem Experiment menschlicher Intelligenz in Robotern beizuwohnen. Eingeladen vom exzentrischen Genie Nathan, dem Wissenschaftler, der Kette trinkt und Züge von Wittgenstein trägt: Nathan hält weibliche attraktive Rovboter gefangen. Sein schönstes Exemplar Ava (Alicia Vikander) empfindet scheinbar Gefühle für den Programmierer. Ava wird zunehmend zur zentralen Figur des Films, wenn sie Caleb erzählt, welchem Terror sie unter Nathan ausgesetzt ist. Sie scheint bekümmert und doch wissen wir, dass Ava eine Schöpfung Nathans darstellt. Ihre Weiblichkeit wirkt in Ex Machina so wie jede Weiblichkeit auch: Sie ist nichts weiter als ein Konstrukt. Garland baut langsam und intensiv Spannung auf. Seine Special Effects gehören zu den besten, die ich je im SciFi Genre sah (besonders die unter ihrem Kleid durchscheinenden künstlichen Knochen Avas und die Beschaffenheit ihres Gesichts!). Das Drehbuch arbeit sehr beeindruckend mit Referenzen aus der Mythologie, Geschichte und Physik. Die Unterhaltungen zwischen Nathan und Caleb machen deutlich, dass Garland weiss, wovon er spricht. Ein Höhepunkt ist die Diskussion der beiden über Jackson Pollocks "Automatic Painting". Das Ende schliesslich - überwältigend! Das ist ein moderner Klassiker! mehr auf cinegeek.de
  • Als der 24-jährige Web-Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson) als Sieger eines firmeninternen Wettbewerbs eine Woche Aufenthalt im ultraschicken Bergdomizil des zurückgezogen lebenden Konzernchefs Nathan (Oscar Isaac) gewinnt, muss er dort an einem ebenso seltsamen wie faszinierenden Experiment teilnehmen. Er soll Kontakt aufbauen zu der weltweit ersten, wahren künstlichen Intelligenz in Form der bildschönen Roboterfrau Ava (Alicia Vikander). Caleb kann seine Gefühle nicht ausschalten – aber ist sich verlieben zwischen Mensch und Maschine wirklich vorgesehen??Er gerät in ein kompliziertes Liebesdreieck und wird mit großen Fragen um Wahrheit und Lüge, Bewusstsein, Emotion und Sexualität konfrontiert. Die Zukunft hat es ihm angetan, keiner bedient das Genre spannender als Alex Garland, Autor so bewegender Science-Fiction- und Horror-Dramen wie “Alles was wir geben mussten”, “Dredd” und “28 Days Later“. Jetzt zeigt er sich erstmals nicht nur als Autor auf der Höhe der Zeit, sondern beweist auch als Regisseur sein Gespür für die Zukunft. Hinter dem faszinierenden Projekt steckt Erfolgsproduzent Scott Rudin (“No Country for Old Men“, “The Social Network“).

    Fazit: Ein bizarres Experiment zeigt: Es gibt nichts Menschlicheres als den Willen zu Überleben.
  • Grandiose Sci-Fi-Kammerspiel, das den Intellekt des Zuschauers anspricht. Ein Film zum Nachdenken!
  • Bevor Alex Garland für sein Erstlingswerk „Ex Machina“ erstmals auf dem Regiestuhl platznahm, schrieb er Drehbücher zu diversen Genre-Klassikern. Aus seiner Feder stammen die Geschichten zu „The Beach“ oder „28 Days Later“ und auch zu seiner schon jetzt umjubelten Sci-Fi-Fantasie steuerte er gleichsam das Drehbuch bei. Das Thema „Künstliche Intelligenz“ ist dabei kein unbetretenes Terrain im Bombast liebenden Hollywood. Allein 2015 schaffte es mit „Chappie“ ein thematisch ähnlicher Streifen in die weltweiten Lichtspielhäuser, wenngleich dieser wesentlich zurückhaltender aufgenommen wurde als Galands Film. Trotzdem eint beide Filme die Faszination für das Verschwimmen zwischen Mensch und Maschine, und Alex Garland sowie sein Ensemble setzt diesem Thema nun die Krone auf. Erstmals geht es nicht um die Fähigkeit, Emotionen wie Angst oder Glückseligkeit wahrzunehmen; Garland wagt sich direkt an jene Gefühle, die aus Menschen Menschen machen: die Liebe und all den Schmerz, der mit ihr verbunden ist.

    Letztlich ist „Ex Machina“ ein waschechtes Kammerspiel. Getragen wird die Science-Fiction-Fantasie von drei Darstellern: Domhnall Gleeson („Unbroken“) ist in seiner längst überfälligen Hauptrolle als zurückhaltender aber engagierter Programmierer zu sehen, der unser aller Interesse für das Thema Künstliche Intelligenz gekonnt wiederspiegelt. Sowohl im Zusammenspiel mit Oscar Isaac („A Most Violent Year“), als auch mit Alicia Vikander („Seventh Son“) überzeugt er auf ganzer Linie: Mal hat er die Oberhand, mal gibt er den Untergebenen - doch die Kraft und der Wille, gegen eingemeißelte Moralvorstellungen vorzugehen, ist ungebrochen. So ist gerade die Interaktion mit Isaacs Figur, einer modernen Variante des typisch verrückten Wissenschaftlers, besonders intensiv. Beide Männer brennen für den technischen Fortschritt, doch die selbst auferlegten Grenzen lassen sie mit dem Thema vollkommen anders umgehen. Die ethischen Grundsätze überschneiden sich und prallen an anderer Stelle direkt aufeinander, wodurch die brodelnde Stimmung innerhalb der (einzigen) Kulisse des Forschungslabors teils kaum auszuhalten ist. Und dann wäre da noch Ava, eine verführerische Femme Fatale, die es trotz ihres Roboterdaseins immer wieder vergessen macht, dass man es bei ihr eben nicht mit einem menschlichen Individuum zu tun hat.

    Alex Garland geht in seiner Inszenierung mit beherztem Minimalismus vor und legt das Hauptaugenmerk zu jeder Zeit auf die Dialoge seiner Hauptfiguren. „Ex Machina“ ist kein Ereigniskino und steht im Science-Fiction-Genre damit recht einsam da. Dass man als Zuschauer dennoch an den Lippen aller Beteiligter hängt, ist die unberechenbare Stimmung, ausgehend von einem allzeitbereiten Drehbuch, dessen Twists aus dem Nichts kommen und so dazu führen, dass das Publikum auf alles vorbereitet sein muss. Domhnall Gleeson macht es ihm zudem sehr leicht, mitzufiebern, denn der britische Blondschopf beweist in der hiesigen Hauptrolle einmal mehr, dass seine natürliche Ausstrahlung wie gemacht ist, um einem weltweiten Kinopublikum den Kopf zu verdrehen. Isaac kann das normalerweise auch, geht hier jedoch ganz und gar in seiner zwielichtigen Rolle des Bösewichts auf. Doch auch hier bleibt die Frage: „Ab wann ist böse eigentlich böse und wann heiligt Zweck die grausamen Mittel?“

    Fazit: In „Ex Machina“ verknüpft Alex Garland typischen Science-Fiction-Stoff mit kammerspielartigem Thrill und kleidet das Unterfangen in eine Hülle aus philosophischen Fragen. Damit schafft es der Regiesseur, der faszinierenden Frage nach der Sinnhaftigkeit künstlicher Intelligenz ganz neue Facetten abzugewinnen und macht aus seinem Film nicht nur ein Debüt mit Ausrufezeichen, sondern direkt einen der besten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre. Grandios!
  • "Ex Machina" ist weniger eine Studie über die technischen Finessen, als vielmehr eine beeindruckende Beschäftigung mit den Themen von Emotionalität, künstliche Intelligenz, Liebe, Verrat und Misstrauen. Für Fans der dystopischen Zukunftsaussicht ein absolutes Muss.
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