Olympische Winterspiele 2018: ARD leistet sich peinliche Panne bei Eröffnungsfeier

Ronny Zimmermann  

Am letzten Freitag, den 9. Februar 2018, fand im südkoreanischen Pyeongchang die Eröffnungsfeier der 23. Olympischen Winterspiele statt. Wie viele andere Medien weltweit übertrug auch der Primus des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehens die pompöse Show. Dabei leistete sich das Erste allerdings einen äußerst peinlichen Fauxpas.

Seit 1924 finden alle vier Jahre die Olympischen Winterspiele statt und wie auch in den vergangenen Jahrzehnten gibt es während der Eröffnungsfeier Ansprachen von Offiziellen des Gastgeberlandes, die sie in vielen Fällen in ihrer Muttersprache halten. So auch Lee Hee-Beom, des Chefs des südkoreanischen Organisationskomitees, der am letzten Freitag seine Ansprache auf Koreanisch hielt.

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Aus diesem Grund hatten beinahe alle deutschen Sender, die die Feierlichkeiten übertragen haben, einen Übersetzer engagiert. So konnten die Zuschauer vor den Empfangsgeräten zu Hause, die der koreanischen Sprache nicht allzu mächtig sind, den Worten des Offiziellen ebenfalls folgen. Einzige Ausnahme waren die über vier Millionen Zuschauer der ARD, wie DWDL berichtet. Dort hatten die Programmverantwortlichen eigenen Angaben zufolge und im Gegensatz zur Konkurrenz keine Information darüber, dass Lee Hee-Beom seine Ansprache in Koreanisch halten würde. So blieb der fälschlicherweise für diese Rede eingesetzte Simultan-Übersetzer Jürgen Stähle nach seiner eigenen Begrüßung der Zuschauer stumm und erklärte am Ende der Rede nur kurz die Situation.

Bei anderen Sender wurde übersetzt

Der MDR gibt an, dass es sich bei der Panne um einen Kommunikationsfehler zwischen der Sendezentrale in Deutschland und der Regie in Pyeongchang handelte. In Deutschland bekam man die Information, dass die Rede auf Englisch gehalten würde. Die Verantwortlichen müssen sich in diesem Zusammenhang allerdings die Frage gefallen lassen, warum denn aber alle anderen deutschsprachigen Anstalten, wie zum Beispiel Eurosport, das SRF oder der ORF, einen Deutsch-Übersetzer für die in Koreanisch gehaltene Rede bereitstellen konnten.