Scarlett Johansson Poster

Nach Protesten wegen Transgender-Rolle: Scarlett Johansson zieht Konsequenzen

Andreas Engelhardt  

2017 erschien die Anime-Adaption „Ghost in the Shell“ von Regisseur Rupert Sanders. Darin spielte Scarlett Johansson die Hauptrolle, der Hollywood-Star musste sich deswegen aber einige Kritik anhören. Jetzt gab es erneut Ärger um ihre Besetzung – und diesmal hat die Schauspielerin im Vorfeld Konsequenzen gezogen!

Scarlett Johansson sorgte mit ihrer neuesten Rolle jüngst für Aufsehen. In Rupert Sanders‚ Krimi-Drama „Rub & Tug“ sollte sie den Transgender-Mann Dante „Tex“ Gill spielen. Dieser betrieb im Pittsburgh der 70er einen Massagesalon, wobei dieser lediglich eine Fassade für sein Prostitutionsgeschäft war.

Nachdem Johanssons Rolle bekannt wurde, äußerten einige ihren Unmut über die Besetzung. Johansson sei schließlich eine Cissexuelle, sprich ihr biologisches Geschlecht stimmt mit ihrer Geschlechtsidentität überein. Da Dante Gill aber transsexuell war, sollte die Rolle laut den Kritikern entsprechend mit einer transsexuellen Schauspielerin besetzt werden.

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Scarlett Johansson reagierte zunächst verständnislos – und ruderte dann wieder zurück

Zunächst meinte Scarlett Johansson in einer Stellungnahme zu der Kontroverse lediglich, dass jegliche Kritik an die Sprecher von Jeffrey Tambor, Jared Leto und Felicity Huffman weitergeleitet werden könnte. Alle drei spielten als transsexuelle Charaktere und ihre Leistungen wurden dafür größtenteils gelobt, obwohl sie selbst cissexuell sind. Tambor gewann mehrere Preise als Trans-Frau in „Transparent“, Leto einen Oscar für „Dallas Buyers Club“ und Huffman war als Transsexueller in „Transamerica“ zu sehen.

Wie wir jetzt via The Hollywood Reporter erfahren haben, hat sich Johansson die Kritik der Aktivisten zu Herzen genommen und ist von ihrer Rolle abgesprungen. Gegenüber dem Magazin Out ist die 33-Jährige zurückgerudert und gab zu Protokoll, dass ihre Stellungnahme unsensibel gewesen sei und sie seitdem viel von der Transgender-Gemeinde gelernt habe und diese liebe sowie akzeptiere.

Via Twitter hatten sich vor rund anderthalb Wochen die transsexuellen Darsteller Trace Lysette („Transparent“) und Jamie Clayton („Sense8“) zu Wort gemeldet. Sie kritisierten darin vor allem die unfaire Behandlung in Hollywood, die durch die Besetzung von Scarlett Johansson ihrer Meinung nach erneut deutlich wurde.

Sowohl Clayton als auch Lysette beschwerten sich darüber, dass transsexuelle Darsteller in Filmen und Serien ausschließlich transsexuelle Charaktere spielen dürften. Für Rollen von Cissexuellen würden sie nicht einmal zum Vorsprechen eingeladen werden. Da aber wiederum Cissexuelle Transgender-Parts erhalten, wie jetzt erneut im Fall von Scarlett Johansson, würde das eh schon knappe Rollen-Angebot für Transsexuelle weiterhin schrumpfen.

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