Paul Thomas Anderson

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

In seinen Filmen regnet es Frösche vom Himmel, fällt ein Klavier aus dem Nichts auf die Straße, helfen sich Porno-Darsteller beim Dreh wie Hand anlegende Familienmitglieder und sind Personen, die sich nicht kennen, auf zauberhafte Art durch ein gemeinsames Lied verbunden. Dafür gab es den Goldenen Bären der Berlinale 2000 und drei Oscar-Nominierungen („Magnolia“), ebenfalls drei Oscar-Nominierungen und einen Golden Globe für Burt Reynolds („Boogie Nights„) und den Regiepreis in Cannes 2002 („Punch-Drunk Love„).

Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Paul Thomas Anderson, in dieser Personalunion der klassische Autorenfilmer und Amerikas ambitioniertester Kunstfilmer, wurde 1970 in Los Angeles geboren und erklärte als Siebenjähriger vor versammelter Schulklasse unumwunden, er wolle Filmemacher werden. Anderson verzichtete auf ein Filmstudium und begann als Autodidakt siebzehnjährig mit einer geliehenen Videoausrüstung zu drehen (die erste Version von „Boogie Nights“). Produktionsassistenzen für TV Movies, Musikvideos und Game Shows sowie eigene Kurzfilme („Cigarettes and Coffee“, in der Titelumkehrung eine Hommage an Independent-Regisseur Jim Jarmusch) führten ihn 1996 zum ersten Spielfilm „Hard Eight“ („Last Exit Reno“), eine Liebes-, Rache- und Erlösungsgeschichte aus Nevada, in der bereits einige seiner bevorzugten Darsteller wie John C. Reilly, Philip Baker Hall und Philip Seymour Hoffman spielten.

Den Durchbruch schaffte Anderson mit „Boogie Nights“, einer tragikomischen Geschichte um Aufstieg und Fall eines jungen Pornodarstellers (Mark Wahlberg) in den 70ern. Andersons Talent, große Ensembles zu dirigieren, machte ihn zu einer „heißen Nummer“ in Hollywood und führte zu seinem Meisterwerk „Magnolia“, einer dreistündigen Variante von Robert Altmans Geniestreich „Short Cuts“. Wie „Boogie Nights“ und „Punch-Drunk Love“ spielt „Magnolia“ im San Fernando Valley, einer von der Filmindustrie vernachlässigten Region, deren Reiz Anderson in Scopebildern von Straßen, Malls, Lagerhallen und Hinterhöfen einfängt. Eine Partitur von Personen, Konstellationen und Situationen in neun miteinander verbundenen Geschichten um Wunderkinder, Vater-Sohn-Konflikte, die Kraft des Verzeihens und die Einsamkeit von Menschen im Medienzeitalter führt Schauspieler wie Jason Robards, Tom Cruise, Julianne Moore oder William H. Macy zu intensiven Bravourleistungen und scheint dramaturgische Konventionen zu sprengen. In „Punch-Drunk Love“ gelingt es Anderson, in eine kleine intime Liebesgeschichte zwischen Adam Sandler und Emily Watson überraschende surreale Einsprengsel einzubringen und höchst originell Liebe, Aggression und Erlösung zu verbinden. Danach ließ er sich fünf Jahre Zeit bis er 2007 seinen nächsten Film „There Will Be Blood„, eine Adaption des Upton-Sinclair-Romans „Öl!“ von 1927, in die amerikanischen Kinos brachte. In einer epischen Inszenierung erzählt er darin die Geschichte des Ölmannes Daniel Plainview, der als Geschäftsmann einen rücksichtlosen Kapitalismus pflegt. Der Film lief 2008 im Wettbewerb der Berlinale und erhielt acht Oscar-Nominierungen, darunter eine für die beste Regie.

Andersons Credo: „Zu meinem Job als Regisseur gehört eine Portion Unverschämtheit, das heißt, den Zuschauer herauszufordern.“

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