Punch-Drunk Love Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Punch-Drunk Love: Schräge romantische Dramödie, in der Adam Sandler als verschrobener Einzelgänger auf abenteuerlichen Wegen seine große Liebe findet.

Barry Egan (Adam Sandler) kommt einfach nicht zur Ruhe. Der Jungunternehmer will doch einfach nur seiner Arbeit nachgehen, doch dabei wird er immer wieder von seinen sieben Schwestern unterbrochen, die ihn durch Telefonterror zusetzen. Er wird zu einem kleinen Familientreffen bei einer seiner Schwestern eingeladen, doch dabei platzt Barry der Kragen und er tickt komplett aus. Dabei gehen auch einige Terrassenscheiben zu Bruch, doch die Wut, die sich angestaut hatte, musste einfach mal raus.

Am Abend will er noch ein bisschen entspannen und beschließt bei einer Telefonsex-Hotline anzurufen. Er gibt einer entsprechenden Agentur seine Telefonnummer und Kreditkartennummer und schon wenig später meldet sich eine Frau bei ihm, die ihm den Abend versüßen möchte. Doch diese kann von Barry anscheinend nicht genug bekommen, denn am nächsten Morgen ruft sie ein weiteres Mal an und verlangt noch viel mehr Geld von ihm. Barry lehnt vehement ab, doch das war nicht die beste Entscheidung, denn plötzlich sind ihm vier grimmige Gestalten an den Fersen, die das fehlende Geld eintreiben wollen.

Mitten in diesem Chaos lernt Barry eine Frau kennen, die sein Leben komplett umkrempelt. Lena Leonard (Emily Watson) arbeitet bei einer der Firmen, bei der auch einer seiner Schwestern angestellt ist. Als sie sich kennen lernen fühlt sich Barry sofort zu ihr hingezogen. Sie kommen sich schnell näher, doch da ist immer noch das dubiose Sex-Hotline Problem, dass ihn einfach nicht loslassen will und so macht er sich auf den Weg, die Dinge ein für alle Mal klarzustellen.

Für seine Rolle als Barry Egan wurde Adam Sandler im Jahr 2003 für den Golden Globe Award nominiert.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Was passiert, wenn der gegenwärtig größte Schenkelklopf-Komödienstar und Amerikas vielleicht ambitioniertester Kunstfilmemacher zusammenarbeiten? Eine romantische Komödie über einen einsamen Simpel auf der Suche nach der Liebe, wie sie vielleicht David Lynch ersinnen könnte, ist die Fläche, auf der sich die Extreme Adam Sandler (“Mr. Deeds”) und P.T. Anderson (“Magnolia”) begegnen und zu einem filmischen Höhenflug ansetzen, der sich mit nichts vergleichen lässt. Das eigentliche Wunder von “Punch-Drunk Love” (Regiepreis in Cannes) besteht darin, dass die Fangemeinden beider Künstler jeweils ihre uneingeschränkte Freude haben werden: Sowohl für Sandler als auch für Anderson markiert diese exzentrische, originelle und surreale Verrücktheit einen Karrierehöhepunkt, ohne dass einer von beiden Kompromisse hätte eingehen müssen.

    Während sich Adam Sandler mit Filmen wie “Happy Gilmore”, “Eine Hochzeit zum Verlieben”, “Waterboy” und “Big Daddy” als ewiges Kind mit allamerikanischem Schalk im Nacken zum größten Komödienstar unserer Tage aufschwang und der Kritik langsam die Adjektive ausgingen, mit der sie ihr Missfallen an Sandlers burschikosen College-Comedies und seines schauspielerischen Non-Talents Ausdruck verleihen konnte, wuchs P.T. Andersons (wie übrigens auch Quentin Tarantinos) Begeisterung für den sympathischen Trottel vom Dienst zunehmend. Das Resultat ist “Punch-Drunk Love”, eine knappe, geradlinige, überraschende Surrealkomödie über die Einsamkeit im San Fernando Valley, kleine Alltagswunder und das Hoffen auf Liebe und Erlösung, die Sandlers patentierte Leinwandpersona in Andersons wundersames Filmuniversum (inklusive verdienter Anderson-Darsteller wie Luis Guzman und Philip Seymour Hoffman) verpflanzt und dann tollste Kapriolen schlägt. Besonders anstrengen muss man sich nicht, um sich vorzustellen, wie der von Sandler gespielte Barry Egan mit den einsamen Seelen von Andersons “Magnolia” in deren Chor “Wise Up” einstimmt. Von Olivia Öls traurigem Lamento “He needs me” aus “Popeye” leitmotivisch geführt, lebt dieser Unhappy Gilmore in leuchtend blauem Anzug mit sieben Schwestern, einem tristen Job in einer gigantischen Lagerhalle und keiner Frau an seiner Seite, bis neben einem Harmonium auch die geheimnisvolle Lena Licht in seine Existenz bringt. Alles, was Anderson dem Publikum zeigt, ist einen Tick zu grell, zu viel, zu laut, zu intensiv: Wenn Barry auf der Straße ein Harmonium findet, geht das mit einem der wüstesten Autounfälle der Filmgeschichte einher. Wenn Lena bei ihm ist, reißt er die Tonspur mit Percussionsprengseln von Jon Brion bis zum Anschlag auf. Wenn er zu einem ersten Abschiedskuss zu Lenas Wohnung zurückeilt, dann nur mit dem Umweg über endlose Gänge und Flure. Ein Schreiduell zwischen ihm und Philip Seymour Hoffman artet zu einer regelrechten Hymne von Obszönitäten aus. Und natürlich reichte nicht eine nörgelnde Schwester, es mussten gleich sieben sein. Dabei liegen bei dem Film die Nervenenden lediglich genauso bloß wie bei Barry, der auf die endlosen Anforderungen in seinem Leben oft mit unverhohlenen Gewaltausbrüchen reagiert und schon mal eine Restauranttoilette zu Kleinholz verarbeitet, wenn ihm gerade das Herz übergeht. Diese Art der Aggression liegt allen Sandler-Figuren zugrunde, aber Anderson kitzelt da eine Menschlichkeit heraus, die einem die Sprache verschlägt, speziell wenn sich auf Barrys vom gegen die Wand schlagen wunden Knöchel ein zärtliches “Love” abzeichnet. All die vorangegangene Ungemach um einen Anruf bei einer Telefonsexnummer, die sich zu einer absurden Erpressung mit körperlicher Abreibung auswächst, rückt in den Hintergrund, als die feenhafte Lena den schüchternen Einzelgänger an die Hand nimmt und ihm die Liebe erklärt. Jetzt kommt es gelegen, dass Barry einen Fehler einer Werbeaktion für Bonusmeilen entdeckt hat. Einige Lagen Billigpudding sollen ihm den Flug nach Hawaii sichern, ins Paradies, zu Lena, zur Liebe. Dass es sich gar nicht zu Hinterfragen lohnt, warum sich eine hinreißende Frau wie Lena in einen Tölpel wie Barry verliebt, liegt auf der Hand: Hier geht es nicht um die Chronik einer Liebes, sondern eine Annäherung an die Liebe als Gefühl selbst, in der trotz der ökonomischen Laufdauer von etwas mehr als 90 Minuten allemal ausreichend Raum für wunderbare Sandler-Momente und Überraschungen am laufenden Band bleiben. ts.

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