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„Messiah“ Staffel 2: Netflix hat die Serie abgesetzt, Ende bleibt unklar

Author: Kristina KielblockKristina Kielblock |

© Netflix

„Messiah“ gibt uns Rätsel auf und nur eine Fortsetzung kann endgültig klären, wer dieser sonderbare Mann in Wirklichkeit ist. Netflix wird aber keine mehr machen.

Die Nachricht hat sich über die Sozialen Medien wie der Blitz verbreitet: „Messiah“ Staffel 2 wird es nicht geben, aber stattdessen ein Werk auf Netflix, das nicht unbedingt als vollendet betrachtet werden kann. Wie der Schauspieler Will Travel aus der ersten Staffel über Instagram erklärte, erreichte ihn die Nachricht des Anbieters, dass dieser die Serie abgesetzt hat:

Wie dort zu lesen ist, macht die Nachricht ihn traurig und er dankt allen Fans für ihre Unterstützung und ihre Liebe. Er wünschte, die Dinge wären anders.

„Messiah“ hat es nicht geschafft. Mit welchen anderen Netflix-Produktionen die Serie ihr Schicksal teilt, zeigt euch die Bildergalerie:

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Das Ende der ersten Staffel bleibt zweideutig

Wer die zehn Folgen „Messiah“ auf Netflix schon gesehen hat, fragt sich wahrscheinlich, wer Al-Masih wirklich ist. Das Ende lässt uns im Unklaren, ob es sich um ein göttliches Wesen oder einen Bauernfänger handelt. Um das zu klären, hätte Netflix den Fans eine Fortsetzung spendieren sollen.

Ist „Messiah“ Al-Masih wirklich die Reinkarnation von Jesus? Oder wie im arabischen Sprachraum vermutet wird, der wahrhaftige Antichrist? Sein Name könnte auch als die Kurzform von Al-Masih ad-Dajjal gelesen werden und dieser Name steht im Islam für den Antichrist. Immerhin berichten einige User, die diesen Umstand über Twitter verbreiteten, dass sie von Netflix geblockt wurden. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Anbieter hier ein Geheimnis um die wahre Identität zu bewahren wünscht.

Dass Al-Masih offensichtlich in der Lage ist, einige Wunder zu wirken, wie zum Beispiel Tote zum Leben zu erwecken, spricht ebenfalls dafür, dass er in irgendeiner Form übernatürlich sein könnte.

Auf der anderen Seite könnte es ebenso gut sein, dass er ein ganz normaler Mensch ist, der sich viele magische Tricks angeeignet hat. So hat es zumindest die CIA-Agentin Eva Gellar herausgefunden und die CNN-Reporterin Miriam Keneally berichtet. Sein Geburtsname ist Payam Golshiri und er wurde von seinem Großvater erzogen. Payam und sein Bruder lernten die Zaubertricks und Betrügereien, um sich in ihrem kleinen iranischen Dorf über Wasser zu halten. Al-Masih bestreitet diese Tatsachen nicht, als er damit konfrontiert wird. Ebenfalls mutet sein Kontakt zu dem Cyber-Terrorist Wallace sehr weltlich orientiert an. Dieser wiederum betont, dass er Al-Masih folgt und nicht umgekehrt.

Wenn er aber wirklich der Nepper-Schlepper-Bauernfänger-Kategorie angehört, bleibt wirklich fraglich, wie er die Wiedererweckung der Toten bewerkstelligt. Sollte dies einfach ein Trick sein, ist es wahrlich ein Kunststück. Wahrscheinlicher ist, dass er in irgendeiner Form tatsächlich nicht rein menschlicher Herkunft ist. Wäre dies so, bliebe aber immer noch die Frage, ob er als zerstörerischer Antichrist oder als Frieden und Heil bringende Jesus-Reinkarnation zu betrachten ist.

Laut DenOfGeek liegen für die Antichrist-Version noch weitere Hinweise vor. So zum Beispiel die Szene mit Rebecca, die offensichtlich für Payam ein wichtiges Instrument zur Verbreitung seiner Botschaft darstellt. Sie spricht davon, dass er das Auge ist, das Auge des Sturms. Mit dem Islam vertraute Menschen werden hier wohl hellhörig, denn der Antichrist Al-Masih ad-Dajjal hat nur ein Auge. Ist dies eine Anspielung auf die Wahrheit? Das Magazin packt ebenfalls noch in die Waagschale, dass in diesem Kontext vielleicht auch Jibril Medina, der Charakter mit dem die Staffel beginnt, der wahre Messias sein könnte.

Sollte sich Netflix für die Bestellung einer zweiten Staffel entscheiden, bleiben also noch mehr als genug Mysterien zu klären.

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Kontroverse um „Messiah“ könnte zweite Staffel verhindern

Die Serie hat die religiösen Gefühle vieler Menschen verletzt. Besonders anstößig wird empfunden, dass unter dem Titel „Messiah“ die islamische Erzählung über den Anti-Christen, der sich selbst al-Massih nennt (wie der Hauptprotagonist der Serie) als Basis verwendet wurde. Die Online-Petition, in der der Netflix-Produktion aus der Feder von Michael Petroni ein respektloser Umgang mit Religion und eine anti-islamische Propaganda vorgeworfen wird, haben innerhalb kurzer Zeit schon über 5.000 Menschen unterzeichnet.

Vor dem Serienstart hatte bereits „The Royal Film Commission“ von Jordanien Netflix gebeten, die Serie in ihrem Land nicht online gehen zu lassen. Ein Sprecher von Netflix hat allerdings gesagt, sie hätten eine solche offizielle Anfrage nie bekommen, wie Deadline berichtet.

Auch, wenn sich Netflix weiterhin gar nicht zu dieser Kritik äußert, bleibt sie dennoch bestehen und die Frage ist, ob der Anbieter ein Interesse daran hat, ein zweites Mal religiöse Gefühle vieler Menschen zu verletzen.

Grundsätzlich wollte Michael Petroni eine Debatte mit seiner Serie auslösen, wie er in Interviews vor Erscheinen von „Messiah“ kundtat. Ob es diese Art von Diskussion war, die er wollte, bleibt bisher unklar.

Trotz der Debatte: Fortsetzung nicht ausgeschlossen

Petitionen und Beschwerden müssen allerdings auf Netflix keinen Eindruck machen, denn auch die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“, in der der Selbstmord einer Schülerin thematisiert wird, war begleitet von Protest und Sorgen verschiedener Verbände, was den Anbieter nicht von zwei weiteren Staffeln abhielt und eine vierte wird folgen.

Denn natürlich zählt für Netflix auch der Erfolg, also die Streaming-Abruf-Zahlen der betreffenden Produktion. In der Regel lässt sich der Anbieter mindestens einen Monat Zeit, bis er die Entscheidung verkündet. Wir dürfen gespannt sein.

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