Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

  1. Ø 4.5
   2017

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri: Schwarze Komödie über die Mutter einer ermordeten Tochter, die sich mit der Polizei ihrer Kleinstadt anlegt, weil die noch keinen Verdächtigen gefunden hat.

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Filmhandlung und Hintergrund

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri: Schwarze Komödie über die Mutter einer ermordeten Tochter, die sich mit der Polizei ihrer Kleinstadt anlegt, weil die noch keinen Verdächtigen gefunden hat.

Monate nach der Ermordung ihrer Tochter ist Mildred Hayes (Frances McDormand) voller Verzweiflung – ein Verdächtiger ist immer noch nicht gefunden. Anscheinend hat die Polizei besseres zu tun, als nach dem Mörder zu suchen. Um die verschlafene Kleinstadt aufzuwecken, hat die 50-Jährige drei große Werbetafeln am Highway mit Botschaften bemalt, die sich direkt an Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson) richten. Hayes beschuldigt die Polizei, lieber Afroamerikaner zu diskriminieren, als sich um wirkliche Verbrechen zu kümmern. Auf den Schildern steht: „Vergewaltigt beim Sterben“, „Noch keine Verhaftungen?“ und „Wie kommt das, Chief Willoughby?“

In der Kleinstadt sind die Werbetafeln ein echter Aufreger. Manche Bürger halten zu Mildred. Die meisten aber fühlen sich provoziert. Als schließlich sogar Reporter vom nationalen Fernsehen über die außergewöhnliche Aktion berichten, kocht in Ebbin die Stimmung hoch. Plötzlich hat Polizeichef Willoughby alle Hände zu tun hat, den Schaden zu begrenzen und seinen gewalttätigen Offizier Dixon (Sam Rockwell) zurückzuhalten. Derweil bricht das Chaos aus, als kaum verdeckter Rassismus, Korruption und ganz alltäglicher Kleinstadtwahnsinn sich Bahn brechen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ – Hintergründe

Seitdem Martin McDonagh seinen letzten Film „7 Psychos“ im Jahr 2012 veröffentlichte, sind fünf Jahren vergangen, in denen es überraschend ruhig um den gefeierten Regisseur wurde. McDonagh, der im Jahr 2008 mit dem Kult-Action-Film „Brügge sehen… und sterben?“ sein Debüt als Filmemacher feierte, hat die Zeit genutzt, um sich ein persönliches Lieblingsprojekt zu verwirklichen: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Die schwarzhumorige Geschichte erzählt von einer Kleinstadt, die durch eine mutige Mutter aus dem Dornröschenschlaf geweckt wird und sich plötzlich mit Rassismus und einer unfähigen Staatsgewalt konfrontiert sieht.

Frances McDormand wurde für ihre Leistung mit einem Golden Globe ausgezeichnet © Twentieth Century Fox
Für die Umsetzung seines Drehbuches vertraut McDonagh größtenteils auf Schauspieler, mit denen er bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat. So waren Woody Harrelson („Planet der Affen: Survival„), Sam Rockwell („Poltergeist„) und Abbie Cornish („Die Versöhnung – Solace„) bereits in „7 Psychos“ zu sehen. Fans können sich darüber hinaus auf den ersten großen Auftritt von Oscarpreisträgerin Frances McDormand („Fargo„, „Burn After Reading„) freuen, seitdem sie in der HBO-Serie „Olive Kitteridge“ die Hauptrolle übernahm. Komplett ist der Cast von „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ allerdings erst mit Peter Dinklage („Game of Thrones„).

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ – Auszeichnungen

Bei den Golden Globes 2018 gehörte „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ zu den großen Gewinnern. Die schwarze Komödie konnte insgesamt vier Preise abräumen und wurde mit dem Preis als bestes Drama ausgezeichnet. Darüber hinaus gewann Frances McDormand einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin, Sam Rockwell wiederum als bester Nebendarsteller. Mit einem Preis gewürdigt wurde auch das Drehbuch von Martin McDonagh. Nominiert war außerdem die Regie von Martin McDonagh.

Abräumen konnte das satirische Drama „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ auch bei der Oscar-Verleihung 2018. Mit insgesamt sieben Nominierungen gehörte der Film zu den großen Hoffnungsträgern des Wettbewerbes. Gewonnen haben schließlich Frances McDormand als Beste Hauptdarstellerin, Sam Rockwell als Bester Nebendarsteller.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Doppelbödiges Meisterwerk, das mit pointierten Dialogen zwischen pechschwarzem Humor und tiefer menschlicher Tragik genau den richtigen Ton trifft.

    15 Monate sind vergangen, ohne dass der Mörder ihrer Tochter ermittelt wurde. Noch immer tappt die Polizei von Ebbing, Missouri im Dunkeln. Und so unternimmt Mildred Hayes (Oscar[r]-Preisträgerin Frances McDormand, "Fargo") eine Aufsehen erregende Aktion. Sie bemalt drei Plakatwände an der Stadteinfahrt mit provozierenden Sprüchen, die an den städtischen Polizeichef, den ehrenwerten William Willoughby (Woody Harrelson, Oscar[r]-Nominierungen für "Larry Flynt" und "The Messenger"), adressiert sind, um ihn zu zwingen, sich um den Fall zu kümmern. Als sich der stellvertretende Officer Dixon (Sam Rockwell), ein Muttersöhnchen mit Hang zur Gewalt, einmischt, verschärft sich der Konflikt zwischen Mildred und den Ordnungshütern des verschlafenen Städtchens nur noch weiter. Der neue Film von Martin McDonagh verbindet aufs Meisterhafte den trockenen und bissigen Humor des irischen Regisseurs mit der radikalen Realität eines bestimmten amerikanischen Milieus, innerhalb derer er sich bewegt. THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI ist eine gelungene Genre-Mischung aus Western, Rachedrama und bitterböser schwarzer Tragikomödie. Dabei sind sämtliche Figuren von unglaublich unterhaltsamer Ambivalenz - keine Figur ist nur stark und rechtschaffen, nur böse und hintertrieben. Polizeichef Willoughby, den Woody Harrelson mit stoischer Miene spielt, ist rechtschaffen und ein Fels in der Brandung. Polizist Dixon, Willoughbys rechte Hand, erscheint auf den ersten Blick als tumber cholerischer Rassist - und durchläuft doch im Verlauf der Handlung eine Wandlung, die beim Zuschauer durchaus Sympathie weckt. Dies gelingt auch dank des großartigen Spiels von Sam Rockwell, dessen Darstellung eine wirklich ambivalente Figur erschafft, die trotz aller Komik tragische Tiefe besitzt. Als Mildred brilliert Frances McDormand. Sie spielt die verzweifelte Mutter eines ermordeten Kindes mit so viel innerer Verzweiflung und Entschlossenheit, dass man diese in jedem Blick und jeder Geste beobachten kann. Neben den fantastischen Darstellerleistungen zieht THREE BILLBOARDS seine große Stärke aber auch aus den pointiert trockenen Dialogen, der stimmungsvollen Musik von Carter Burwell und einer Geschichte, die bis zum Schluss mit neuen Twists überrascht. THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI ist bitterböse und doch liebevoll gezeichnet, brutal direkt und doch feinsinnig inszeniert - ein Meisterwerk, so vielschichtig wie die Welt, in der es spielt.

    Jurybegründung:

    Mildred Hayes ist wütend. Nach ihrer Auffassung tut die Polizei nichts, um den Täter zu fassen, der vor mehreren Monaten ihre Tochter vergewaltigt und ermordet hat. Die Polizisten foltern lieber Schwarze oder verfolgen Kinder wegen unerlaubten Skateboardfahrens als wirkliche Verbrechen aufzuklären. Und so mietet Mildred Hayes drei Plakattafeln an einer Provinzstraße an, auf denen an das schreckliche Verbrechen erinnert und die Untätigkeit der Polizei angeprangert wird. Die Plakate lösen eine Kette von Ereignissen aus, die Mildred selbst nicht vorhersehen konnte und die sie immer weniger im Griff hat.
    Der Film ist wie ein klassischer Western aufgebaut: Eine einsame Frau sucht Gerechtigkeit. Frances McDormand spielt Mildred Hayes stoisch, trotzig, mit einer ungeheuren Wut, die von Anfang an eine gewaltige Energie entwickelt. Sie muss sich gegen die Ablehnung wehren, die ihr entgegenschlägt, weil sie den beliebten (und todkranken) Polizeichef Willoughby (Woody Harrelson) namentlich angeprangert hat. Die scharfzüngigen Wortgefechte und Aktionen, frei von jeder 'political correctness', die sich Mildred Hayes mit ihrer Umgebung liefert, haben Screwball-Comedy Qualität, bringen Leichtigkeit und eine untergründige Komik in den Film. Dafür sorgt auch die Figur des Polizisten Dixon (Sam Rockwell), ein frustrierter, cholerischer Mann voller Ressentiments, dem nachgesagt wird, Schwarze zu foltern und der vor keinem (illegalen) Mittel zurückschreckt, um seinen Chef zu verteidigen. Doch am Ende wird es der tumbe Dixon sein, der die größte Entwicklung durchgemacht hat.
    Das Drehbuch, das Regisseur Martin McDonagh geschrieben hat, treibt mit pointierten Dialogen eine Geschichte voran, die immer wieder neue Einsichten und Wendungen parat hat und in der vieles nicht so ist wie es zu Beginn scheint. Der Film moralisiert und verurteilt nicht. Er zeigt Menschen, die mehr oder weniger am Abgrund stehen und allen Widrigkeiten zum Trotz versuchen, ihr Leben zu leben oder vorsätzlich darauf verzichten. Neben der großartigen Frances McDormand sind alle Rollen glänzend besetzt und sehr genau geführt. Kamera, Ausstattung, Musik und alle Gewerke sind auf höchstem Niveau.
    Vordergründig kann THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI als Anklage gegen Rassismus, Gewalt und patriarchale Machtstrukturen gesehen werden. Im Kern geht es um Schuld, Rache und Versöhnung. Martin McDonagh konfrontiert mit seiner klugen Inszenierung auch damit, wie rasch vorschnelle Urteile gefällt werden. Die Jury vergibt einstimmig das Prädikat "besonders wertvoll".

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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