The Strangers: Opfernacht Poster

„The Strangers 2: Opfernacht“: Kritik – Dasselbe nochmal, aber völlig anders

Kristina Kielblock  

Wenn euch unerwartete Besucher nach einem Unbekannten fragen, seid auf der Hut. Es könnte der Beginn einer schaurigen Bekanntschaft sein, die womöglich mit dem Tod endet.

Den ersten Teil, „The Strangers“ von Bryan Bertino mit Liv Tyler in der Hauptrolle, gesehen zu haben, ist für den Genuss des zweiten Films keine notwendige Bedingung. Horror-Fans, die erst in der letzten Dekade zum Genre gestoßen sind und das Szenario verpasst haben, können sich unbesorgt ohne weitere Vorbereitung ins Kino setzen.

Wer aber den ersten Teil schon kennt und schätzt, sollte sich die Fortsetzung keinesfalls entgehen lassen. Den Trailer seht ihr hier:

„The Strangers: Opfernacht“: Ein Klopfen, das den Puls erhöht

Gefühle der Angst machen gute Laune, wenn der Schreck nachlässt. Nicht allen von uns bereitet das, was nach der Furcht kommt, gleichermaßen große Lust, doch wer sich hier informieren will, scheint sich gerne an den körperlichen Effekten des kontrollierten Gruselns zu erfreuen. Vorab: „The Strangers: Opfernacht“ erzeugt in diesem Sinne wohlige Gefühle.

Der erste Teil überzeugte (nicht alle) mit zum großen Teil bezaubernd furchterregenden Jump Scares und einer dauerhaft anhaltenden psychischen Anspannung, erzeugt durch drei Fremde, deren Handeln überhaupt nicht nachvollziehbar wird und beunruhigend sinnlos und brutal ist. Alles, was dem Pärchen passiert, geschieht ihnen schlicht nur, weil sie im Haus sind.

Am Ende des Terrors, der mit einem Klopfen beginnt, sehen wir die drei Fremden – Dollface, Pin Up Girl und Man in the Mask in ihrem Wagen davonfahren. Dass sie wiederkommen, war keine Frage, denn Autor und Regisseur Bryan Bertino setzte sich zeitnah an die Fortsetzung. Dann aber folgten Ankündigungen und Verschiebungen im Wechsel, die Zukunft des Films blieb lange im Unklaren, statt Laurent Briet übernahm Johannes Roberts die Regie, das Sequel nahm wieder Fahrt auf und ist ab dem 21. Juni 2018 endlich auch in den deutschen Kinos mit einer FSK von 16 Jahren zu sehen.

„Ist Tamara zu Hause?“

Die Exposition wird Kennern des ersten Teils bis hin zu einzelnen Kameraeinstellungen bekannt vorkommen. Diesmal ist es kein Pärchen in einer Ferienhütte, sondern eine Familie mit zwei Teenager-Kindern in einem Trailer-Park außerhalb der Saison, die sich nach einem Klopfen an der Tür mit der unschuldigen Frage konfrontiert sehen, ob Tamara zuhause ist. Dann beginnt das Grauen: Ein scheinbar aussichtsloser Kampf gegen sinnlose Bösartigkeit.

Wie auch im ersten Teil bleibt im Verborgenen, was die maskierten Unbekannten zu ihren Taten treibt. Sie tun es einfach, weil sie es können. Die Frage nach dem Warum wird mit einem klaren „Warum nicht?“ beantwortet.

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Ein Sequel, das niemanden enttäuschen dürfte

Freunde gelungener Jump Scares kommen garantiert auf ihre Kosten. Obwohl die Handlung in heutiger Zeit spielt, sorgen Soundtrack und Ästhetik für ein charmantes 80er-Jahre-Feeling. Der Trailer-Park mit Spielplatz im Nebel und Swimming-Pool mit Neon-Deko bietet ausreichend Raum für ein abwechslungsreiches Versteckspiel auf Leben und Tod.

Die Entscheidungen der Familienmitglieder in der ersten Filmhälfte sind (auch für einen Horrorfilm) außergewöhnlich stupide, sodass man teilweise mehr mit Kopfschütteln als mit Fürchten beschäftigt ist. Dafür wird der Zuschauer aber entschädigt, wenn sich die Protagonisten entscheiden, aus der Rolle des Opfers zu schlüpfen und stattdessen ihr eigenes Gewalt-Potenzial entdecken. Dann wird die Opfernacht zur Nacht der Opfer.

Auch wenn der Film dann zunehmend ins Absurde abrutscht, kommt er – wie auch der Vorgänger – konsequent ohne eine ironische Meta-Ebene aus. Ein Terror-Trip bis zum bitteren Ende ohne weitere (störende) Handlung.

Fazit: Es gibt keinen Grund, den Kinobesuch zu verweigern. Vor euch liegen 85 Minuten sehenswerter Home-Invasion-Horror. Und wer nicht nur gerne erschreckt wird, sondern es ebenso liebt, Schrecken zu verbreiten, kann ja anschließend mal mitten in der Nacht bei seinen Kinofreunden an die Tür klopfen!

In den USA und Großbritannien konnte der Film mit einem sensationell günstigen Produktionsbudget von 5 Millionen Dollar bislang schon 27,1 Millionen einspielen.

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