The Raid 2 (2014)

Originaltitel: Serbuan maut 2: Berandal
The Raid 2 Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

The Raid 2: Cop Rama, erneut schlagkräftig verkörpert von Kampfmaschine Iko Uwais, spielt in Gareth Evans' extrem hartem Sequel Gangster in Jakarta gegeneinander aus.

Polizist Rama lässt sich von seinem Chef zu einer brandgefährlichen Undercover-Mission überreden. Mit neuer Identität ausgestattet, arbeitet er sich im Gefa?ngnis in der Hierarchie der Gesetzlosen nach oben und gewinnt so das Vertrauen des Sohnes eines mächtigen Gangsterbosses von Jakarta. Nach seiner Entlassung bekommt er Zugang zum innersten Kreis der mächtigen von höchsten Stellen gedeckten indonesischen Mafia. Ganz auf sich alleine gestellt, beginnt er die verschieden Clans gegeneinander auszuspielen und im Sumpf aus Korruption und Gewalt aufzuräumen.

Cop Rama lässt sich undercover in die Organisation eines mächtigen Gangsterbosses einschleusen. Gareth Evans’ extrem hartes Sequel setzt neue Maßstäbe, was im Actionfilm möglich ist.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Geschichte ist nach wie vor mager, aber die Action ist ein Gedicht (der Gewalt).
  • In Gareth Evans’ Gangsterepos, das er als furiose Martial-Arts-Schlachtplatte aufbereitet, brilliert erneut Nahkampfgenie Iko Uwais als Ein-Mann-Armee.

    Wind streicht durch ein Bambusfeld. Ein Mann mit Baseballschläger schlendert durch die Straßen. Eine Frau mit Sonnenbrille fährt U-Bahn. Immer wieder kehrt der Film zu diesen Szenen zurück. Bis der Mann vor einem Lagerhaus ankommt und die Frau zwei Hämmer aus ihrer Tasche holt. Im Umschnitt spritzt Blut auf Bambusblätter. Eine Explosion der Gewalt, klug aufgebaut, selbsterklärend – erst Ruhe, dann Sturm.

    Diese Art von Tempowechsel ist symptomatisch für Gareth Evans’ Sequel zu seinem hoch erfolgreichen Martial-Arts-Actioner “The Raid” (2011), in dem eine Spezialeinheit in Jakarta die Wohnfestung eines Drogenlords erstürmt. Ein Vorspiel, Einstimmung nur auf “The Raid 2″, der den Vorgänger in Sachen Blutzoll, Härte und Tempo weit übertrifft. Knapp 150 Minuten Adrenalin pur, im Zentrum steht erneut Polizist Rama, der sich nach dem Mord an seinem Bruder zu einer lebensgefährlichen Undercover-Mission überreden lässt. Einen mächtigen Gangsterboss soll er zu Fall bringen. Um an ihn heranzukommen, geht der Cop für zwei Jahre ins Gefängnis. Hier rettet er dem Sohn des Clanchefs das Leben – seine Eintrittskarte ins mächtige Bangun-Syndikat.

    War in Teil eins, einer Art Fernost-Variante von “Rio Bravo“, noch Reduktion angesagt, beschreitet der in Indonesien lebende walisische Regisseur hier den entgegen gesetzten Weg. Die ganze Stadt, eine trostlose graue Betonwüste, wird zum Schlachtfeld, jeder kämpft gegen jeden, die Allianzen wechseln stetig. Das Personal – eine korrupte Exekutive inklusive – ist US-Gangsterfilmen ebenso entlehnt wie den Polizeifilmen aus Hongkong, die Figuren sind stilisiert wie bei Jean-Pierre Melville. Es geht um Loyalitäten, offene Rechnungen, Hierarchiekämpfe sowie Väter und Söhne, die sich verraten, für einander sterben und töten. Und das in extremster Form. Knochen splittern krachend, dutzendfach wird mit Messern zugestochen, Kugeln fliegen.

    Vor allem ist jedoch Nahkampf angesagt. Bewegungswunder Iko Uwais scheint als Held der Schwerkraft zu trotzen, brillant choreographiert sind die zig (Massen-)Kampszenen, die ohne CGI-Effekte auskommen. Ein analoges Ballett der Gewalt, untermalt von einem hämmernden Soundtrack. Wahrlich nichts für Zartbesaitete – wie auch die sensationelle Autoverfolgungsjagd, die spielend neben denen aus einschlägigen Klassikern wie “Bullitt” oder “French Connection” besteht. Ton und Tonalität des Films entsprechend düster sind die Bilder von Matt Flannery, Grau-, Schwarz- und Brauntöne dominieren diese archaische Schlachtplatte, die an eine antike Tragödie erinnert. geh.
  • Mit "The Raid 2" knüpft Regisseur und Autor Gareth Evans (The Raid") mit seinem Hauptdarsteller Iko Uwais inhaltlich an das Ende des furiosen Vorgängers an, wo sich ein einsamer Polizist durch ein Wohnhaus voller krimineller Subjekte prügeln, kämpfen und schlagen musste. Doch das Konzept dieses rasanten Kampfspektakels - im Grund auf der Dramaturgie eines Videospiels mit sich stets steigernden Levels bauend - wollte der walisische Filmemacher nicht noch einmal wiederholen. Vielmehr basiert die Fortsetzung auf sein Skript von "Berandal" ("Krimineller"), einer aufwändigen Gangstersaga, die das Duo ursprünglich schon vor "The Raid" umsetzten wollte. Nun schrieb man das Konzept als Mittelteil einer geplanten Trilogie um.

    Eigentlich muss man den Inhalt des Vorgängers nicht kennen, denn geblieben sind nur Protagonist Rama und seine wieder nur kurz auftauchende junge Frau, die es zu schützen gilt. Erneut trifft man auf Actionchoreograf Yayan Ruhian, der im ersten Teil den Killer "Mad Dog" verkörperte und hier als trauernder Gangster Prakoso einen anderen Part übernahm. Damit dies nicht sofort auffällt, tritt er im Penner-Look mit langen Haaren und zottigem Bart auf. Schon in "Merantau", Evans erstem "Pencak Silat"-Kampfkunstfilm, war er in doppelter Funktion mit von der Partie.

    Im Gegensatz zur klaren Struktur von "The Raid", der nach kurzer Exposition sofort ins Geschehen einstieg, setzt Evans nun auf eine komplizierte Story um Rache, Hass, Machtgier, Neid, Verrat und Generationskonflikte, in der er zudem Fragen nach Moral und Zugehörigkeit stellt. Im Grunde fiel der Plot relativ einfach aus, doch eine Vielzahl an Charakteren und narrativen Richtungen erschwert zunächst die Übersicht. Hinzu kommt eine mitunter elliptische Inszenierung, die besonders zu Beginn nur gewisse Ausschnitte des Geschehens preisgibt. Manchen Zusammenhang muss der Zuschauer selbst erschließen, denn es gilt, sich innerhalb dreier Gangsterbanden, ihrer Machverhältnisse und wechselnden Allianzen zurecht zu finden.

    Bei einer Laufzeit von zweieinmalb Stunden benötigt "The Raid 2" ganze 80 Minuten für die Exposition. Erst nach diesem Zeitpunkt sind die Fronten (zumindest für den Zuschauer) geklärt, und in teils parallelen Handlungssträngen entfesselt Gareth Evans ein Actionfeuerwerk aus blutigen Morden, rasanten Autoverfolgungsjagden und unerbittlichen Zweikämpfen. Keineswegs fiel der Einstieg langatmig aus, denn die Anschläge, Intrigen und Verwicklungen halten den Zuschauer stets in Atem. Doch trotz seines Stilwillens und ausgefeilter inszenatorischer Einfälle hätte sich Evans hier kürzer fassen sollen.

    Im Vergleich zum ersten Teil verzichteten die Komponisten dieses Mal weitgehend auf den Einsatz von Techno-Beats zur Unterlegung der Kämpfe, wobei damals bei der Original- und internationalen Fassung zwei verschiedene Scores existierten. Neben "Nine Inch Nails"-Songs kommen jetzt traditionelle indonesische Instrumente ebenso wie Georg Friedrich Händels "Sarabande" stärker zum Tragen. Dies unterstützt die Wucht der stilisierten Bilder, wobei Evans auf den Wechsel aus dynamischer Handkamera, langen Scope-Einstellungen und einem Blick auf wichtige Details baut. Von der gekippten Kamera über lange Fahrten über die Stuntchoreografien hinweg bis zu 360-Grad-Drehungen reichen die visuellen Einfälle.

    In der Tradition von Actionkrachern wie "The Yellow Sea" werden zahlreiche Gegenstände wie Messer, Hammer, Sichel, Besenstiel, Haken oder Baseballschläger als Kampf- und Mordinstrumente verwendet. In Erinnerung bleiben dabei besonders die gnadenlosen Killer Baseball Bat Man und Hammer Girl, die als wortlosen Cartoonfiguren den überhöhten Tonfall des knalligen Actionspektakels vervollständigen. Mit "The Raid 2" gelangen Gareth Evans und Iko Uwais erneut ein herausragendes Kampfkunstwerk, dessen atemlose Stunts die dramaturgischen Schwächen vergessen lassen.

    Fazit: "The Raid 2" überzeugt als hartes Actionfeuerwerk, das mit einer Vielzahl an unmoralischen Charakteren zu viel Zeit für seine ausgedehnte Exposition benötigt.
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