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"Rico, Oskar und der Diebstahlstein" – die Kritik

Alexander Jodl |

Rico, Oskar und der Diebstahlstein Poster

Drittes Abenteuer der beiden ungleichen Freunde aus den Romanen von Andreas Steinhöfel .

Mit seiner “Rico und Oskar“-Trilogie hat der Autor Andreas Steinhöfel eine kleine Perle der Jugendliteratur geschaffen: Die Abenteuer der beiden gegensätzlichen Freunde sind spannend ohne effekthascherisch zu sein. Sie sind witzig aber nicht albern. Und sie sind emotional ohne Rührseligkeit. Kein Wunder also, dass den Büchern großer Erfolg vergönnt war – ebenso wie den beiden bisherigen Verfilmungen. Wo beim ersten Teil “Rico, Oskar und die Tieferschatten“ Neele Vollmar Regie führte – und sich von der ganzen Atmosphäre weitestgehend an der Romanvorlage orientierte – übernahm bei “Rico, Oskar und das Herzgebreche“ Wolfgang Groos das Ruder. Der setzte stärker auf Action – was den Abenteuern einen deutlich anderen Charakter gab.


Für den dritten Teil hat wieder Neele Vollmar auf dem Regiestuhl Platz genommen. Und die führt in filmischer Hinsicht ihr mit den “Tieferschatten“ begonnenes Werk reibungsfrei fort – wohltuend für alle Fans des ersten Teils, die mit der Interpretation des “Herzgebreche“ doch leicht gefremdelt hatten. Natürlich werden die beiden Jungs  dabei erneut in einen Kriminalfall verstrickt: Die erste erfolgreiche Steinzüchtung ihres verstorbenen NachbarnFitzke (Milan Peschel) kommt abhanden. Da gibt es für die Nachwuchs-Detektive kein Zögern, auch, wenn sich ihr Leben samt Familiensituation insgesamt eher verkompliziert hat. Der Weg des Steines – und somit der Weg von Rico und Oskar – führt das Duo bis an die Ostsee. Dumm nur, dass die Jungs kein Geld haben um auf normalem Wege dorthin zu gelangen. Aber es findet sich bekanntlich immer eine Lösung. Und manchmal muss der Zweck eben die Mittel heiligen…

Zum zweiten Mal beweist Neele Vollmar, dass kluges Kinderkino weder auf Humor noch auf Spannung verzichten muss – und Letztere nicht durch plakative Action entsteht. Wenn man es schafft, die Perspektive des Kindes mit der Kamera einzunehmen – und dann genau genug hinsieht – liegen Spannung  und Faszination im Alltäglichen. Leider auch die Probleme – jedenfalls für Rico, Oskar und all ihre Altersgenossen.

Eine Riege erstklassiger deutscher Stars mit sichtbarer Freude am Werk – dazu natürlichAnton Petzold als Rico und Juri Winkler als Oskar – machen die ganzen 94 Minuten zu einem filmischen Fluss, der sich erfrischend natürlich anfühlt. Immer wieder witzig gebrochen durch groteske Momente, die in der Wahrnehmung von Kindern wohl einfach entstehen, wenn Erwachsene besonders erwachsen ans Werk gehen. Als solcher sollte man den Film sehen, um sich ertappt zu fühlen. Als Kind sollte man ihn sehen, um sich bestens unterhalten zu fühlen. Moment mal: Da bietet sich doch eine Lösung an…  Und man muss nicht über die detektivischen Qualitäten von “Rico und Oskar“ verfügen, um zu erkennen: Gemeinsam machen die meisten Dinge einfach noch mehr Spaß…

Der Trailer zu „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“

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