Prinzessin Mononoke

  1. Ø 5
   1997

Prinzessin Mononoke: Fantasy-Zeichentrickepos mit furiosen Kampfsequenzen und locker servierter Ökobotschaft.

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Filmhandlung und Hintergrund

Prinzessin Mononoke: Fantasy-Zeichentrickepos mit furiosen Kampfsequenzen und locker servierter Ökobotschaft.

Vor langer Zeit, während der japanischen Muromachi Ära, wird der junge Prinz Ashitaka (Deutsche Stimme: Alexander Brem) bei der Verteidigung seines Dorfes gegen einen großen Keiler am Arm verletzt. Eigentlich nur eine harmlose Verletzung, doch das wild gewordene Untier ist ein rachsüchtiger Tiergott, der durch seinen Hass auf die Menschen zu einem Dämon geworden ist und Ashitaka mit einem tödlichen Fluch belegt. Um ein mögliches Gegenmittel zu finden, macht er sich auf die weite Reise nach Westen, um den Hirschgott zu finden und gelangt dabei in die Heimat des Ebers Nago (Dirk Galuba), dem ehemaligen Beschützer des Waldes. Dort tobt ein erbitterter Kampf zwischen den Bergarbeitern einer kleinen Stadt, die unter der Leitung ihrer Anführerin Lady Eboshi (Marietta Meade) die umliegenden Wälder roden, und den Tiergöttern, die von einem jungen Mädchen namens Prinzessin Mononoke (Stefanie von Lerchenfeld) angeführt werden. Außerdem ist eine geheimnisvolle dritte Gruppe in den Konflikt verwickelt, die sich auf der Suche nach dem Kopf des Hirschgottes befindet und hofft, durch ihn die Unsterblichkeit zu erlangen. Plötzlich findet sich Ashitaka inmitten eines handfesten Krieges wieder… Der Anime-Film von Regisseur Hayao Miyazaki („Nausicaä aus dem Tal der Winde“, „Chihiros Reise ins Zauberland“), der selbst insgesamt über 16 Jahre an der Umsetzung von „Prinzessin Mononoke“ gearbeitet hat, wurde für umgerechnet rund 23,5 Millionen Dollar inszeniert und ist damit bis heute eine der teuersten Anime-Produktion aller Zeiten. Doch das Risiko hat sich ausgezahlt: „Prinzessin Mononoke“ lockte in Japan mehr Zuschauer ins Kino als James CameronsTitanic“, der im selben Jahr seine Premiere feierte.

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Kritikerrezensionen

  • Mit einem Einspiel von 150 Mio. Dollar avancierte Hayao Miyazakis Zeichentrickepos über den Kampf der Naturgötter mit der zerstörerischen Kraft der Menschen um die Zukunft des Planeten zum erfolgreichsten Film überhaupt an den japanischen Kinokassen. Im Rahmen der Berlinale im Wettbewerb außer Konkurrenz erstmals in Europa vorgestellt, wußte das imposante Spektakel, das in seiner Heimat von 13 Mio. Menschen gesehen wurde, mit furiosen (und sehr gewalttätigen) Kampfsequenzen und locker servierter Ökobotschaft bestens zu gefallen.

    „Prinzessin Mononoke“ könnte den bisher nur bei einem kleinen Kreis Eingeschworener geliebten Animes endlich auch in Deutschland zum Durchbruch verhelfen. Denn Hayao Miyazakis mit einem 200köpfigen Mitarbeiterstab und einem Budget von etwa 30 Mio. Dollar opulent und technisch zumeist auf höchstem Niveau realisierte Schlachtenplatte setzt sich mit ihrer thematischen Komplexität, einer vielschichtigen Handlung und einer für westliche Animationsverhältnisse ungekannten Ernsthaftigkeit nicht nur von den klassischen Disney-Werken ab, sondern unterscheidet sich auch grundlegend von den bislang im Westen bekannten Mangas: mit den technoiden Zukunftsutopien „Akira“ oder „Ghost in the Shell“ hat die Geschichte des von einem Dämon tödlich infizierten Kämpfers Ashitaka auf der Suche nach Rettung und Erlösung bestenfalls die Lust am Erschaffen und Zerstören ganzer Welten gemein. Die explizite und fortwährende Gewalt- und Sexdarstellung anderer stilbildender Mangas (in Deutschland bislang fast ausschließlich über Video vermarktet) sucht man in diesem erwachsenen Fantasy-Abenteuer weitgehend vergebens. Sicher, bei dem im 14. Jahrhundert angesiedelten Ritt durch die japanische Mythologie wird eifrig mit Säbeln gerasselt, blutige Exzesse halten sich aber trotz aller Martialität und so manchen abgetrennten Gliedmaßen in Grenzen. Regisseur Miyazaki zieht es vor, im nicht immer leicht zu verfolgenden Getümmel deutliche Umweltbotschaften zu vermitteln, wenn er den Kampf einer kleinen industriellen Ansiedlung unter Führung der selbstbewußten Eboshi mit den Naturkräften, verkörpert u. a. von drei riesigen Wölfen, dem Gott des Wildes und seinen putzigen Waldgeistern und einer Horde ungebildeter Affen, in den Mittelpunkt rückt. Sehr ambivalent und für Zeichentrickfilme ausgesprochen subtil zeichnet Miyazaki diese Konflikte, ohne sich auf einfache Gut-und-Böse-Schemata herauszureden. Zwischen diese verhärteten Fronten gerät der Held Ashitaka, der sich in das Wolfsmädchen San verliebt und bis zum imposanten Showdown vergeblich zu vermitteln versucht. Angenehm fällt Miyazakis Vorliebe für starke Frauen auf, während Männer nicht selten zur Rolle der Clowns verdammt sind. Dazu kommt ein unkonventioneller Zeichenstil, der seinen Höhepunkt in der aquarellartigen Darstellung der Nacht-Gottheit findet. Ein beeindruckendes Gemälde aus Märchen, Sage und Legende also, das mit witzigen Figuren und, gleich in der ersten Szene, mit einem Dämon aufwartet, wie man ihn in der Filmgeschichte wohl noch nicht gesehen hat. Über einen Mangel an Interesse sollte sich Buena Vista bei diesem Vermarktungsexperiment also nicht beklagen dürfen. ts.

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