Manchester by the Sea

  1. Ø 4
   2016

Manchester by the Sea: Packendes, bewegendes Drama über einen Mann, den ein Trauerfall zurück ins Heimatdorf zwingt, wo sich einst eine Tragödie ereignet hat.

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Filmhandlung und Hintergrund

Manchester by the Sea: Packendes, bewegendes Drama über einen Mann, den ein Trauerfall zurück ins Heimatdorf zwingt, wo sich einst eine Tragödie ereignet hat.

Lee Chandler (Casey Affleck) ist ein Handwerker in Boston. Schweigsam und ziemlich einsam verrichtet er seine Arbeit, bis die Nachricht über den plötzlichen Tod seines Bruders Joe (Kyle Chandler) das eintönige Leben Chandlers in Aufruhr bringt. Denn nun soll er sich um den 16-jährigen Sohn Patrick (Lucas Hedges) kümmern. Aus diesem Grund zieht er an die amerikanische Ostküste in seine Heimatstadt  - Manchester – zurück. Die Aufgabe, die ihn erwartet, ist ungewohnt, denn er hat keine Kinder und soll nun von Null auf Hundert den Ersatzvater für einen Teenager geben. Außerdem trifft er in der heimatlichen Hafenstadt auch noch seine Ex-Frau Randi (Michelle Williams), mit der ihn eine chaotische, aber zum großen Teil glückliche Vergangenheit verbindet. Alte Wunden reißen auf und Lee muss sich mit den gegenwärtigen Schmerzen auseinandersetzen. Er beginnt sein Leben zu reflektieren und macht den Versuch, mit der Vergangenheit ins Reine zu kommen. Gleichzeitig gilt es auch zu ermitteln, was er tun muss, um ein eine gelungene Zukunft zu starten.

Hintergrund & Cast

Matt Damon und John Krasinski hatten die Idee zu diesem Film. Eigentlich wollte Damon die Hauptrolle selbst übernehmen, allerdings kamen ihm dann andere Termine dazwischen. Daher besetzte dann Casey Affleck die Rolle, was Affleck nach eigenen Aussagen sehr begrüßte. Die Regie übernahm Kenneth Lonergan, der eigentlich nur für das Drehbuch verantwortlich sein sollte, während Damon am Ende nur noch als Produzent des Film fungierte. Lucas Hedges, der den verwaisten Neffen Chandlers spielt, hatte bereits 2013 in “The Zero Theorem” it Damon zusammengearbeitet und dort die Rolle seines Sohnes übernommen. Die Premiere feierte der Film auf dem Sundance Film Festival im Januar 2016. Die Kritiker-Stimmen waren in großem Maße positiv und der US-Independent-Film konnte 2016 bereits einige einschlägige Auszeichnungen einheimsen.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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    Eigentlich hat Lee mit seiner Heimatstadt schon längst abgeschlossen. Er lebt in Boston, arbeitet als Hausmeister und ist wenig bis gar nicht an zwischenmenschlichem Kontakt interessiert. Doch dann stirbt sein älterer Bruder Joe und Lee wird zum Vormund für seinen 16-jährigen Neffen Patrick ernannt. Völlig überfordert mit der Situation muss Lee nun in seiner alten Heimat lernen, mit dieser Verantwortung umzugehen. Und er muss sich dazu noch seiner eigenen konfliktreichen Vergangenheit stellen. Wie ein vielschichtiger Schatz entblättert sich MANCHESTER BY THE SEA von Kenneth Lonergan für den Zuschauer und gibt Ebene für Ebene ein tief berührendes Drama frei, dass seine große Kraft nicht aus Überinszenierung und einer Aneinanderreihung von Höhepunkten zieht, sondern aus einer feinen subtilen Beiläufigkeit, die den Zuschauer in die Handlung hineinzieht. Casey Affleck spielt Lee eindringlich als in sich gekehrten Eigenbrötler, der völlig losgelöst von jeder Art von Emotion erscheint. Doch je länger man ihm auf seinem Weg folgt, desto mehr erkennt man ihn als verlorene Seele und erkennt auch die Tragik seiner Geschichte, die ihm den Boden unter den Füßen fortgerissen hat. Auch Lucas Hedges als Patrick, Michelle Williams als Lees Ex-Frau und Kyle Chandler als dominanter Bruder, dessen übergroßer und überguter Schatten auch nach seinem Tod in der ganzen Stadt spürbar ist, spielen eindrucksvoll. Nicht immer agieren die Figuren als Sympathieträger. Doch, und das zeichnet den Film auch in seiner Inszenierung, Kameraführung und der Atmosphäre und Stimmung des Handlungsortes aus, alle Figuren reagieren und handeln immer authentisch. So entsteht eine Leichtigkeit, die die große Tragödie des Films auf geschickte und reflektierte Weise auffängt und eine Identifikation mit den Figuren ermöglicht. Hierzu nutzt der Film auch ein dramaturgisches Stilmittel und springt in der Erzählung immer wieder zurück in die Vergangenheit, lässt Dialoge unvollendet und zeichnet so das Bild einer Familie, die ihr Happy End nicht im Kitsch, sondern in der Ehrlichkeit findet. Wie ein krasser Gegensatz wirkt der dramatische Score und Soundtrack, der gezielt an manchen Stellen Höhepunkte setzt und so unter die Haut geht. Mit MANCHESTER BY THE SEA ist Kenneth Lonergan ein berührender, wahrhaftiger und zutiefst menschlicher Film gelungen, der in jeder Minute vollends überzeugt.

    Jurybegründung:

    Langsam, ja geradezu bedächtig entwickelt sich vor unseren Augen das Leben einer im wahrsten Sinne des Wortes verlorenen Seele. Lee Chandler wurde von einem Tag auf den anderen alles genommen, was er liebte. Nur langsam findet er wieder in das Leben zurück, auch durch das Mitgefühl der Gemeinschaft, in der er lebt. Wortkarg und unnahbar lehnt er dieses Mitgefühl und alle angebotene Hilfe oder Zuwendung ab. Und ausgerechnet in diesem Zustand von Seelenchaos wird er durch den Tod seines Bruders testamentarisch zum Vormund seines 16jährigen Neffen Patrick. Lange, sehr lange wird es dauern, bis die beiden Zugang und Vertrauen zueinander finden und Lee einen Hoffnungsschimmer für sein künftiges Leben am Horizont erkennen mag.
    Kenneth Lonergan inszeniert diese Familiengeschichte konsequent unspektakulär mit einem absolut passenden Erzählrhythmus. Mit eindrucksvollen Rückblenden entwickelt sich das Leben von Lee in kleinen Schritten vor den Augen des Zuschauers, nie ohne die Spannung dabei zu verlieren. Fasziniert beobachtet man, wie die Strukturen einer scheinbar heilen Welt in sich zerfallen und wie ein Mann seinen großen Verlust in Schuldgefühlen erstickt, ohne diese aber nach außen tragen zu können. Hilfe kann er nicht annehmen und seine Mitmenschen begegnen ihm mit hilfloser Befangenheit. Ein herausragend ausgefeiltes Drehbuch bildet die Grundlage für einen atmosphärisch außergewöhnlich dicht inszenierten Film. Überragend dabei die schauspielerische Leistung von Casey Affleck in der Rolle des in sich gekehrten Lee Chandler. Lucas Hedges als Patrick, wie auch alle anderen Schauspieler verkörpern ihre Rollen auf ebenso überzeugende Weise. Kameraführung, Montage und musikalische Begleitung bringen sich entsprechend dem hohen Niveau des Films gleichermaßen ein.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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