Jersey Girl

  1. Ø 4.3
   2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Jersey Girl: Ben Affleck muss sich in der romantischen Komödie von Kultregisseur Kevin Smith als allein erziehender Vater durchboxen.

Auf dem Höhepunkt des privaten und beruflichen Glücks trifft den erfolgreichen New Yorker Presseagenten Oliver (Ben Affleck) ein schwerer Schicksalsschlag: Seine Ehefrau stirbt bei der Geburt der gemeinsamen Tochter. Oliver, der den Verlust nicht verwindet, wird bald darauf gefeuert und zieht mittellos zurück in die Provinz ins Haus seines Vaters, wo er sich die Zeit mit Gemeindearbeiten vertreibt und irgendwann sogar den Papi in sich selbst entdeckt. Nur mit Frauen fängt er nichts an – bis die junge Videothekarin Maya (Liv Tyler) in sein Leben tritt.

Jennifer Lopez

Ollie ist der beste Presseagent von New York, führt ein perfektes Leben mit seiner wunderschönen Ehefrau, und steht kurz davor, Vater zu werden. Doch dann kommt alles anders: Ollies Frau stirbt, seine Tochter muss er alleine erziehen, er verliert seinen Job, und muss zu allem Übel auch noch – mittellos – wieder bei seinem Vater einziehen. Bis er Jahre später die Videotheken-Angestellte Maya kennenlernt, die sein Leben ebenso durcheinander wirbelt wie seine mittlerweile siebenjährige Gertie.

Jahre nach dem Tod seiner Frau und dem Verlust des Prestige-Jobs lebt Oliver Trinke mit der siebenjährigen Tochter in einfachen Verhältnissen – weit entfernt davon, wieder in New York Karriere zu machen. Als er die patente Studentin Maya kennen und lieben lernt, beginnt er sich endlich mit seinen Lebensumständen abzufinden. Doch dann bekommt er eine zweite Chance. Ein Ex-Kollege arrangiert ein Vorstellungs-Gespräch bei einer Top-Firma im Big Apple. Und plötzlich steht Oliver vor der wichtigsten Entscheidung seines Lebens.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einmal sitzt Ollie am Bettchen von Baby Gertie und weint sich die Seele aus dem Leib, weil er seine Frau verloren hat. Das ist so eine Art Schlüsselszene, hier spricht Ollie erstmals über seine Gefühle, die er vorher in Arbeit ertränkt hat, und zum ersten Mal scheint er sein Baby wahrzunehmen. Im Hintergrund lauscht ergriffen Ollies Vater dem emotionalen Ausbruch... Man sollte solche Szenen nicht Ben Affleck spielen lassen. Ben Affleck kann geradeaus schauen, und er kann sich sogar dabei ein paar Tränen aus den Augenwinkeln drücken – aber man kann es ihm nicht abnehmen, dass er menschliche Gefühle besitzt. Geschweige denn, dass seine Trauer über die verstorbene Frau so groß ist, dass er sieben Jahre keinen Sex mehr haben wird. Zumal, aber dafür kann der Film natürlich nichts, diese Frau von Jennifer Lopez gespielt wird, in die Affleck zum Zeitpunkt der Dreharbeiten heftig verknallt war, was aber auch bald wieder vorbei war.

    Man sollte solche emotionalen Szenen auch keinem Regisseur wie Kevin Smith anvertrauen. Der hält Ben Affleck für einen Schauspieler, und er sieht sich nach „Clerks“ und „Chasing Amy“ noch immer als coolen Kleinstadt-Independent-Filmemacher, auch wenn er inzwischen längst mit den Stars und dem Geld aus Hollywood arbeitet. Smith scheint eines zu können: straighte Filme drehen, bei denen nicht viel Subtext drinsteckt, die aber – zumindest war das früher mal so bei ihm – den direkten Blick auf ein Lebensgefühl ermöglichen. Persönliche Gefühle seiner Filmfiguren kann man auf diese Weise aber nicht ausdrücken, denn dann wird es schlichtweg platt.

    Smith wollte als frischgebackener Vater mit „Jersey Girl“ wohl sein neues Familiengefühl ausdrücken; vielleicht ist ihm das gelungen, man weiß ja nicht, wie es in der Familie Smith so zugeht. Aber dem Zuschauer sind sie herzlich egal, die Vater-Tochter-Szenen, die kleinen Flirts zwischen Ollie und Maya, das Grummeln des im Grunde gutmütigen Großvaters. Smith will eine kleine Geschichte aus einer kleinen Welt erzählen, doch dafür fehlt ihm der Blick aufs Kleine. Es ist eben doch alles recht grob hingehauen; mit dieser Art hatte Smith in den 90ern Erfolg, und gerade der Holzhammerhumor konnte auch noch seinen letzten Film „Jay and Silent Bob schlagen zurück“ retten – die meisten Witze funktionierten auf ihre eigene Weise.

    Hier aber versucht Smith mit seinen alten Mitteln etwas Neues zu schaffen, und er enthüllt dabei nur, dass sein neues Dasein als Familienvater ihn weit entfernt hat von der früheren Coolness in Dialog und Mise en Scène. Die oben beschriebene Szene mit dem weinenden Affleck steht am Anfang von Ollies langem Weg zu sich selbst, und der liegt nicht in der Verwirklichung seines großen Traumes – wieder in seinem Traumjob zu arbeiten –, sondern im Dasein für andere. Eine ähnlich reaktionäre Moral hat man bisher eher aus Filmen aus den 40er und 50er Jahren gekannt mit Frauen als Hauptfiguren, die ihr Lebensglück bei Kind, Küche, Kirche finden. Insofern bietet der Film doch etwas Neues, denn hier muss sich einmal der Mann selbst verleugnen.

    Fazit: Brave Kleinstadt-Familienfilmchen mit ein bisschen Humor und viel reaktionärer Moral, das ziemlich gleichgültig lässt.
  • Indie-Regisseur und Drehbuchautor Kevin Smith ist generell für seine unverblümten Slacker-Komödien wie „Chasing Amy“, „Dogma“ und „Jay und Silent Bob schlagen zurück“ bekannt. Kein Wunder also, dass viele seiner eingefleischten Fans Ausverkauf witterten, als sie von seiner rührenden Vater-Tochter-Dramedy „Jersey Girl“ Wind bekamen. Einige negative Publicity im Vorfeld entstand zudem durch den Umstand, dass es sich nach dem verlachten Flop „Gigli“ um den zweiten gemeinsamen Film des notorischen „Bennifer“-Gespanns Ben Affleck und Jennifer Lopez handelte. Doch allen Unkenrufen zum Trotz gelang eine wenn auch recht konventionelle, so doch ausgesprochen charmante Familienkomödie.

    „‚Jersey Girl‘ ist einer meiner Filme, auf die ich mit am meisten stolz bin“, ließ Hauptdarsteller Affleck jüngst in einem Interview verlauten. Und tatsächlich wartet er in seiner Rolle als verwitweter Vater einer kleinen Tochter, der gezwungen wird seine Identität neu zu definieren, mit einer beachtlichen schauspielerischen Leistung auf. Er spielt den erfolgreichen PR-Manager Oliver Trinke in Manhattan, die Nummer eins in seinem Fach ist. In einer Rückblende wird erzählt, wie er diesen Traumjob verliert, als ihm kurz nach dem Kindergeburtstod seiner Frau (Lopez‘ Mitwirkung wurde auf einen Minipart gestutzt) bei einer Pressekonferenz die Nerven durchgehen und er lautstark über seinen Klienten und Journalisten im allgemeinen herzieht. Angeknüpft wird im Jahr 2001. Seine Tochter Gertie (die niedlich-natürliche Newcomerin Raquel Castro) ist mittlerweile sieben Jahre alt und Ollie wohnt jetzt mit ihr bei seinem Vater (George Carlin) im suburbanen Jersey City. Wie sein Vater arbeitet der einstige Hotshot als Straßenfeger, ohne allerdings seinen Traum aufzugeben, in seinen alten Beruf und in den pulsierenden Big Apple zurückzukehren. Doch dann lernt er die Studentin und Videoladenangestellte Maya (Liv Tyler) kennen, die ihn für ihre Diplomarbeit ungeniert nach seinen Porno- und Masturbationsgewohnheiten ausfragt. Aus anfänglicher Freundschaft wird langsam mehr. Unerwarteterweise beschafft ihm ein alter Kollege („American Pie“-Lover Jason Biggs) ein wichtiges Jobinterview, das ihm mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Traum erfüllen wird. Doch Gertie hat am gleichen Tag ihre Schulmusicalaufführung und will ohnehin nicht nach New York umziehen. Ollie muss nun eine der wichtigsten Entscheidungen seines Lebens treffen.

    Affleck spielt zunächst seine Paraderolle des arroganten Schnösels, der aufgrund seiner Trauer keine emotionale Verbindung zur kleinen Gertie aufbaut und alle Aufgaben seinem Vater zuschiebt. Erst als er seinen Job verliert und außerhalb seiner professionellen Identität zu sich selbst finden muss, übernimmt er Verantwortung für sie und entwickelt sich zum aufopfernden Mustervater. Dabei hat Affleck einen wunderbaren Rapport mit der süßen Raquel Castro und versteht es, sich insgesamt als sympathische und realistische Figur zu präsentieren. Auch seine Chemie mit Tyler ist locker-natürlich. Trotz des vorherrschenden sentimentalen Untertons (der Film ist bezeichnenderweise Smiths verstorbenen Vater gewidmet), hat der Regisseur nicht sein Ohr für lebensnahe witzige Dialoge verloren. Diverse Gags wie die „Sweeney Todd“-Broadwaymusical-Einlage treffen absolut ins Schwarze. Unterhaltsam sind auch fabelhafte Cameoauftritte von Jason Lee und Matt Damon als PR-Bosse und Will Smith als sich selbst. Darüberhinaus ist dies die mit Abstand visuell qualitätsvollste Produktion von Smith, was offenkundig auf Kameramann Vilmos Zsigmond zurückzuführen ist. Alles Anzeichen also, dass man in der Zukunft zunehmend ambitioniertere von diesem eigenwilligen Filmemacher erwarten darf. ara.

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