Filmhandlung und Hintergrund

Krimidrama mit Lisa Martinek als Seenotretterin auf Föhr, deren Mann unter Mordverdacht gerät.

Die attraktive Touristin Annika verdreht nach ihrer Ankunft auf Föhr allen Männern den Kopf. Am nächsten Tag wird ihre Leiche aus dem Meer gefischt. Hauptverdächtig ist zunächst der Witwer, aber dann konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen Bootsbauer: Ein Handyvideo beweist, dass er und Annika sich nachts am Strand nähergekommen sind. Nur die Frau des Bootsbauers ist von seiner Unschuld überzeugt und stößt schließlich auf ein lange zurückliegendes Familiendrama.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tod auf der Insel: Krimidrama mit Lisa Martinek als Seenotretterin auf Föhr, deren Mann unter Mordverdacht gerät.

    Schlicht „Inselblut“ heißt der Roman, auf dem dieser vorzüglich fotografierte Krimi basiert. Das ZDF versieht seine Filme ja gern mit Schlüsselreizen wie „Tod“ oder „Mord„, doch Bent Ohle hat seinen Titel selbstredend mit Bedacht gewählt: „Blut“ signalisiert natürlich ebenfalls Krimi, steht aber auch für Verwandtschaftsverhältnisse, und dieser Aspekt spielt in der Geschichte eine wesentliche Rolle.

    Aber das Drehbuch von Nikola Bock basiert ohnehin nur auf Motiven der Vorlage. Hauptfigur des Romans ist der ermittelnde Polizist, doch für die ZDF-Verfilmung rückte Seenotretterin Katharina (Lisa Martinek) ins Zentrum der Handlung: Als eine attraktive Touristin vor der Insel Föhr tot aus dem Meer gefischt wird, gerät Katharinas Mann Nils (Kai Scheve) in Verdacht. Er hat sich mit der Frau nachts am Strand getroffen, wie ein Videofilm auf ihrem Mobiltelefon beweist, war aber betrunken und kann sich an nichts mehr erinnern. Für den Husumer Kommissar Finn Hartung (Daniel Wiemer) ist der Fall damit abgeschlossen; für Katharina noch lange nicht.

    Todesfälle auf nordfriesischen Inseln sind im TV-Krimi seit einiger Zeit schwer in Mode; gerade das ZDF zeigt in dieser Hinsicht ein besonderes Engagement („Mörder auf Amrum„, „Nord Nord Mord“ auf Sylt). Andererseits liegt der Reiz solcher Schauplätze auf der Hand: Jeder kennt jeden, niemand kann ohne weiteres verschwinden, und kein Zuschauer wundert sich, wenn die Insulaner ein bisschen verschroben sind. Die Lösung des Rätsels dieses Films erinnert allerdings eher an die Rügen-Komödie „Große Fische, kleine Fische“ (ebenfalls vom ZDF): Katharina findet heraus, dass die tote Touristin zumindest geburtsmäßig eine Einheimische war, und stößt auf ein lange zurückliegendes düsteres Kapitel ihrer Familiengeschichte.

    Die Handlung ist angemessen verzwickt und für Krimifreunde schon deshalb reizvoll, weil man im Gegensatz zum voreiligen Kommissar lange im Dunkeln tappt. Die große Stärke des von Nicolai Rohde inszenierten Films ist jedoch die Bildgestaltung: Hannes Hubach hat die herbstliche Insel in ein auch farblich eindrucksvolles Zwielicht getaucht. Himmel, Strand und Meer wirken nie wie aus der Urlaubsreklame, sondern schaffen gemeinsam mit der passenden Musik (Johannes Kobilke) eine eindrucksvolle Atmosphäre. Natürlich ist die Geschichte ein Krimi, aber der ermittelnde Polizist ist bloß eine Randfigur. Daniel Wiemer verleiht ihm trotzdem eine markante Präsenz; der Kommissar könnte stärker ins Zentrum rücken, wenn das ZDF auch Ohles zweiten „Insel“-Krimi („Inselgrab“) verfilmen lässt.

    Schade nur, dass ausgerechnet Katharinas Eltern (Ruth Reinecke, Rüdiger Vogler) wie typische Fernsehgestalten wirken, deren Auftritte stets etwas theatralisch sind. Dabei haben sie ebenso großen Anteil an der ganzen Wahrheit, die ihre Tochter schließlich dank ihrer hartnäckigen Nachfragen zutage fördert, wie ihr väterlicher Freund, der Kneipenbesitzer Karl (Jürgen Heinrich). Trotz der namhaften Besetzung ist ohnehin Föhr der Star des Films. tpg.

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