Mörder auf Amrum

  1. Ø 5
   2009
Mörder auf Amrum Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Mörder auf Amrum: Hinnerk Schönemann als friesischer Polizist, der es auf seiner Nordsee-Insel fast allein mit Mafiagangstern aufnehmen muss.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dieser Nordsee-Western ist schon die vierte gemeinsame Arbeit von Holger Karsten Schmidt und Markus Imboden. So makaber wie diesmal haben sie es in den gemeinsamen Werken allerdings noch nie getrieben.

    Derart grimmiger Humor ist ziemlich selten im deutschen Fernsehen. Flapsig kontert der Polizist das Ultimatum des Geiselgangsters mit den Worten, er habe die gefangene Postbotin ohnehin noch nie leiden können. Als der Killer die Frau ohne großes Federlesen tatsächlich umbringt, stellt der Beamte später trocken fest, jetzt sei wenigstens das Briefgeheimnis wiederhergestellt. Dabei ist dieser Helge Vogt alles andere als ein cooler Hund, der kaltblütig über Leichen geht. Eigentlich ist er sogar ein ziemlich unscheinbarer Held, ein einfacher Polizist auf der Nordseeinsel Amrum, der angesichts einer außergewöhnlichen Bedrohung über sich hinauswachsen muss: Schergen der russischen Mafia wollen eine junge Moldawierin töten, die im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms auf der Insel untergetaucht ist. Die Killer kennen keine Gnade; zwei BKA-Beamte und Helges Chef haben sie schon auf dem Gewissen. Jetzt ist der junge Mann völlig auf sich allein gestellt: Wegen eines Orkans ist Hilfe vom Festland nicht möglich; und seine Freunde haben angesichts der Skrupellosigkeit der Eindringlinge die Waffen gestreckt. Einzig der Bestatter steht Helge zur Seite; gemeinsam nehmen sie den ungleichen Kampf auf.

    Die Filme von Holger Karsten Schmidt und Markus Imboden („Der Mörder ist unter uns“, „Mörderische Erpressung“, „Der Tote in der Mauer“) sind ausnahmslos ungewöhnliche Krimis. In diesem Fall wird die Fallhöhe noch verstärkt durch den Schauplatz: Auf der Insel gibt es kein Entkommen. Außerdem wirkt das Eiland jenseits der touristischen Hochsaison unglaublich trostlos; die Bildgestaltung (Peter von Haller) verstärkt diese Unwirtlichkeit noch. Um so skurriler mutet ein Dialog zwischen dem Killer-Chef (Roeland Wiesnekker) und dem Provinzpolizisten an, als der Gangster Amrum als „armselig“ bezeichnet und sich Helge erst dann auf Verhandlungen einlässt, als der Russe die Beleidigung zurücknimmt.

    Wie schon in „Mörderische Erpressung“ ist Hinnerk Schönemann die ideale Besetzung für den etwas naiv wirkenden Beamten, den auch diverse Schusswunden nicht daran hindern können, die junge Frau (Irina Potapenko) zu beschützen. Die Filme sind trotzdem schon allein dank des oftmals subtilen schwarzen Humors in „Mörder auf Amrum“ völlig unterschiedlich. Die verschiedenen Schießereien hingegen hat Imboden angemessen packend inszeniert, so dass sich zwischen Thriller und Komödie ein zusätzliches Spannungsverhältnis ergibt. Nicht nur wegen der Parallelen zu „High Noon“ ein überaus reizvoller Nordsee-Western mit einem verblüffenden Happy End. tpg.

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