Filmhandlung und Hintergrund

Entschleunigte Ostseekomödie mit Uwe Ochsenknecht und Dietmar Bär als Freunde in der Krise.

In einem kleinen Ostseedorf stehen große Veränderungen bevor, denn der ehrgeizige Bürgermeister will das verschlafene Fischernest in einen Urlaubsort umwandeln. Die beiden Freunde Paul und Fiete sind die letzten, die noch vom Fischfang leben können. Ihre Freundschaft endet allerdings jäh, als Paul erfährt, was das Dorf schon lange weiß: Nicht er ist der Vater seines Sohnes Piet, sondern Fiete. Fortan macht er Fiete das Leben zur Hölle; und der ahnungslose Piet gerät zwischen die Fronten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Große Fische, kleine Fische: Entschleunigte Ostseekomödie mit Uwe Ochsenknecht und Dietmar Bär als Freunde in der Krise.

    Entschleunigte Ostseekomödie mit Uwe Ochsenknecht und Dietmar Bär als Freunde in der Krise.

    Bislang hat vor allem Lars Jessen solche Komödien für das ZDF gedreht: Filme wie „Butter bei die Fische“ oder „Fischer fischt Frau“ lebten von viel Lokalkolorit, punktgenauen sparsamen Dialogen und einer großen Freude an der Entschleunigung. „Große Fische, kleine Fische“ ist zwar von Jochen Alexander Freydank (Buch und Regie), aber die Atmosphäre ist exakt die gleiche; bloß die Figuren sind womöglich noch schräger. Das gilt vor allem für die beiden Rügener Paul und Fiete. Deren Darsteller Uwe Ochsenknecht und Dietmar Bär ergänzen sich so wunderbar als Freundespaar, dass man sich fragt, wieso die beiden zum ersten Mal seit 30 Jahren (damals in „Männer“) wieder gemeinsam vor der Kamera stehen. Gerade Bär erweist sich als großartiger Komödiant, weil er sich scheinbar jedem Spiel verweigert. Und nicht nur das, Fiete sacht nix. Nicht, weil er stumm wäre; er redet einfach nicht. Spricht er dann doch mal zwei Sätze am Stück, wirkt das prompt wie ein Shakespeare-Monolog. Im Grunde könnte nichts die Idylle der beiden Freunde, die seit Jahr und Tag zum Fischen aufs Meer hinausfahren, stören. Selbst der Tod von Pauls Frau Lili sorgt nur für kurze Irritation; sie lag lange im Koma. Auch die Versuche des etwas halbseiden wirkenden Bürgermeisters (Jürgen Tarrach), das Ostseedorf angesichts der dürftigen Fischerei-Erträge auf Tourismus umzustellen, bringen die beiden Nachbarn nicht aus der Ruhe. Aber dann stellt sich eher zufällig raus, dass Paul zeugungsunfähig ist, und nun erfährt auch er, was das Dorf schon lange weiß. Der Erzeuger seines Sohn Piets (Axel Stein) ist ausgerechnet Fiete. Auch er hat Lili schon immer geliebt, aber weil er damals den Mund nicht aufgemacht hat, ist Paul ihm zuvorgekommen.

    Der Handlungskern des Films ist denkbar übersichtlich: Paul betrachtet die Erkenntnis als Kriegserklärung und macht Fiete fortan das Leben schwer; von seinem Sohn sagt er sich ebenfalls los. Der große Unterhaltungswert resultiert aus der Vielfalt an Schikanen, die sich Paul einfallen lässt. Richtig witzig aber werden die böse Streiche erst durch die stoische Gelassenheit, mit der Fiete sie erträgt. Nebenbei erzählt Freydank, der nach seinem Kurzfilm-Oscar für „Spielzeugland“ (2008) vor allem durch die Tragikomödie „Und weg bist Du“ auf sich aufmerksam gemacht hat, viele kleine Geschichten am Rande, etwa die Romanze zwischen Piet und der hübschen Lisa (Cornelia Gröschel). Ansonsten lebt „Große Fische, kleine Fische“ vor allem von beiläufig eingestreuten skurrilen Randnotizen sowie den knochentrockenen Kommentaren, mit denen die Einheimischen das Scharmützel zwischen den Freunden verfolgen; für Katharina Thalbach hat sich Freydank eine in dieser Hinsicht besonders liebevoll giftige Frauensperson ausgedacht. tpg.

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