Erbsen auf halb 6

   Kinostart: 04.03.2004

Erbsen auf halb 6: Tragikomödie über zwei Blinde, die einander lieben lernen.

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Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie über zwei Blinde, die einander lieben lernen.

Bei einem Autounfall verliert Theaterregisseur Jakob (Hilmir Snaer Gudnason aus „101 Reykjavik„) nicht nur sein Augenlicht, sondern auch jeglichen Antrieb im Leben. Eine Therapie bei der freundlichen, von Geburt an blinden Lilly (Fritzi Haberlandt) lehnt er in Bausch und Bogen ab. Er will nur mehr seine im fernen Russland lebende, todkranke Mutter ein letztes mal besuchen. Doch so leicht lässt sich Lilly nicht abschütteln, und prompt befindet man sich zu zweit auf der langen Reise in den Wilden Osten.

Trockener Humor, wenig Scheu vor Tabus und ein an Kaurismäki erinnernder, lakonischer Erzählstil kennzeichnen das tragikomische Roadmovie von Lars Büchel („Jetzt oder nie„).

Theaterregisseur Jakob verliert bei einem selbstverschuldeten Autounfall Augenlicht und Lebensperspektive. Hilfe von der von Geburt an blinden Therapeutin Lili lehnt er ab. Er will nur noch eins, seiner sterbenskranken Mutter in Russland einen letzten Besuch abstatten. Doch Lili ist hartnäckig - und schon befindet er sich mit der jungen Frau auf einer Odyssee durch Osteuropa.

Jakob reitet als Theaterregisseur auf der Erfolgswelle, als er nach einem Autounfall erblindet. Verzweifelt, perspektiv- und hoffnungslos, lehnt er jegliche Hilfe ab, auch die der von Geburt an blinden Therapeutin Lilli. Jakob hat nur ein Ziel: seine todkranke Mutter in Russland noch einmal zu besuchen. Kein Problem für Lilli, die sich dem widerborstigen Jakob gegen dessen Willen anschließt. Es beginnt eine Odyssee durch Europa, bei der der junge Mann die Gültigkeit einer abgedroschenen Weisheit erkennt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut“.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Erbsen auf halb 6: Tragikomödie über zwei Blinde, die einander lieben lernen.

    Schon 2000 gelang Senator Film ein kleines Wunder: Der Berliner Verleih machte aus einem riskanten Projekt über drei Rentnerinnen einen verblüffenden Erfolg. Lars Büchels „Jetzt oder nie - Zeit ist Geld“ bewies mit Unterstützung von Til Schweiger und einem originellen Plot, dass sich auch mit einem augenscheinlich vollkommen unpopulären Stoff ein breites Publikum begeistern lässt. Ähnliches soll nun auch Büchels mutigem Nachfolger „Erbsen auf halb 6“, erneut unter Senator-Banner, gelingen: einer Liebesgeschichte zwischen zwei Blinden.

    Jakob (Hilmir Snaer Gudnason aus „101 Reykjavik“ und „Blueprint“) befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Theaterregisseur, als er bei einem selbstverschuldeten Autounfall Augenlicht und Lebensperspektive verliert. Die Hilfe der von Geburt an blinden Therapeutin Lili (Fritzi Haberlandt) lehnt er genauso ab, wie die seiner Freunde. Jakob will nur noch eins: seiner sterbenskranken Mutter (Jenny Grölmann) in Russland einen letzten Besuch abstatten. Womit er nicht rechnet, ist Lilis Hartnäckigkeit, und schon befindet er sich mit der jungen Frau im Schlepptau auf einer Odyssee durch Osteuropa voller skurriler Begegnungen und Situationen, bei denen er lernen muss, mit blinden Augen zu sehen. Plötzlich wird aus seiner Blindheit eine unerwartete Liebe.

    Lars Büchels Roadmovie führt den Zuschauer entschlossen in die denkbar freudlosesten Landstriche: über mecklenburgischen Dörfern, der menschenleeren Ödnis des russischen Grenzgebiets und der spürbaren Kälte der Ostseeküste legt Kamerafrau Judith Kaufmann (ebenfalls „Jetzt oder Nie“) einen deprimierend grau-verregneten Schleier, der einhergeht mit Büchels augenscheinlichen Verweisen auf das Kino eines Aki Kaurismäki oder Emir Kusturica. Die ungewöhnliche Perspektive aus den Augen Blinder macht die Fokussierung auf die Geräuschkulisse und den folkloristischen Score (auch hier das bewährte Büchel-Team Max Berghaus, Dirk Reichardt, Stefan Hansen) notwendig. Effektiv und besonnen und mit großer Sensibilität ver(sinn)bildlicht Büchel, wie Nicht-Sehende empfinden und reagieren, und hat mit dem Isländer Hilmir Snaer Gudnason und dem Berliner Theaterstar Fritzi Haberlandt die denkbar charmanteste und beste Besetzung für sein gewagtes Experiment gefunden. Das Paar bringt eben jenen präzisen und trockenen Humor auf, mit denen Autorin Ruth Thoma („Solino“) gemeinsam mit Büchel die verschiedenen Nebenhandlungen unterlegt: Da machen sich Lilis Verlobter (Harald Schrott) und ihre Mutter (Tina Engel) auf die Fersen der entführt geglaubten Tochter und entdecken unerwartete Gemeinsamkeiten; und da entdeckt die kleine Schwester (Alice Dweyer) unerwartet früh in Mutters Abwesenheit ihre Verführungskünste. Das beschert dem Zuschauer, von dem über weite Reisestrecken Geduld und die Bereitschaft abverlangt wird, gewohnte Sehgewohnheiten und bisweilen auch Plausibilität zu vergessen, erfrischend fröhliche Momente, die durchaus Erinnerungen an Büchels kein Tabu scheuenden Rentnerinnen-Spaß wachrufen. Die Überzeugungskraft der Story und deren Vermarktungsmöglichkeiten mögen es im Fall von „Erbsen auf halb 6“ ungleich schwieriger haben. Aber Wunder geschehen ja immer wieder - warum nicht auch dort, wo Blinde auf die denkbar romantischste Art sehend werden. cm.

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