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Nach „Keine Zeit zu sterben“: Diesen James-Bond-Film nennt Daniel Craig ein „Desaster“

Nach „Keine Zeit zu sterben“: Diesen James-Bond-Film nennt Daniel Craig ein „Desaster“
© MGM / 20th Century Fox / IMAGO / Everett Collection

Im Rahmen des kürzlich gestarteten „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ spricht Daniel Craig über die Ära als Doppelnull-Agent. Ein Film kommt dabei jedoch gar nicht gut weg.

Poster James Bond 007 Ein Quantum Trost

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James Bond 007: Ein Quantum Trost“ war Daniel Craigs zweiter Auftritt als ikonischer Agent des britischen Geheimdienstes. Im Gegensatz zu „Casino Royale“ und „Skyfall“ kam der Film sowohl bei der Fachpresse als auch den Fans jedoch wesentlich schlechter weg. Auch Craig selbst ist keineswegs zufrieden mit dem Film gewesen, wie er nun in einem Interview verriet.

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Im Gespräch mit Empire unterhielt sich Daniel Craig über zukünftige Projekte wie „Knives Out 2“, seinen letzten Auftritt als Bond sowie seine sich in den letzten Jahren veränderte Wahrnehmung als Schauspieler. Auf die Frage, ob Craig nun ein anderer Darsteller ist, als vor dem Startschuss der Craig-Bond-Ära, erwiderte der 35-jährige Brite:

„Ja und für eine Weile habe ich dem Schauspieler nachgetrauert, der ich in ‚Casino Royale war‘, weil in ‚Casino Royale‘ wusste ich es nicht besser. Ich bekam noch nicht all den Druck zu spüren. Dann machst du [diesen Film], wirst erfolgreich und bemerkst: ‚Oh verdammt. Das ist ein zweischneidiges Schwert.‘ […] Manchmal ist zu viel Wissen einfach nicht gut. Ich tappte bei vielen Dingen im Dunkeln, wie gewisse Dinge funktionierten und wie die Welt Bond wirklich wahrnahm. Dann habe ich es allmählich verstanden und dieses Wissen erschlug mich. Wir machten ‚Ein Quantum Trost‘, was ein Desaster war und mich runtergezogen hat. Zum Glück geht es seitdem nur noch darum, sich zu lockern und zu dem Gefühl von ‚Casino Royale‘ zurückzufinden, welches lautet: ‚Komm schon, es ist James Bond, amüsiere dich. Lass uns eine gute Zeit haben.‘“

Auch wenn ein „Ein Quantum Trost“ mit einem Einspielergebnis von 600 Millionen US-Dollar finanziell keineswegs ein Flop war, sahen mehrere der Filmschaffenden den Streifen als großes Desaster an. Die kürzlich auf Apple TV erschienene Dokumentation „Being James Bond“ reflektiert über Daniel Craigs vergangene 15 Jahre als „James Bond“ und enthüllt dabei das eine oder andere Geheimnis. Dabei erzählt Craig an der Seite der Produzent*innen Barbara Broccoli und Michael G. Wilson, dass der Film unter dem Streik der Writers Guild of America von 2007 bis 2008 gelitten hat sowie unter der vorzeitig gestarteten Produktion. Vorzeitig in dem Sinne, da das Drehbuch zum Drehbeginn noch nicht fertig war. Nach dem großen Erfolg von „Casino Royale“ war es zudem schlichtweg schwierig, den hohen Anforderungen des Vorgängers gerecht zu werden. Craig sagte hierzu:

„Wir hatten einen Autor*innenstreik. Wir hatten ein Drehbuch, das nicht fertig war, aber es war fast fertig. Der Film funktioniert einigermaßen. Es ist nicht ‚Casino Royale‘ und das war schon immer so. Es war wie das beunruhigende zweite Album-Syndrom. In gewisser Weise konnten wir ‚Casino‘ nicht toppen. Das ist leicht gesagt. Natürlich wollten wir ‚Casino‘ toppen, aber ihr wisst schon…“

Mit  „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ wird die Craig-Bond-Ära nun unter der Regie von Cary Fukunaga an ihr Ende geführt. Wenn ihr das Agenten-Spektakel noch nicht im Kino gesehen habt, dürfte folgendes Video noch einmal euer Bond-Wissen auffrischen.

Regisseur Marc Forster war kurz vorm Ausstieg

Durch den voreiligen Drehbeginn hat sich Daniel Craig nach eigener Aussage geradezu in die Stunts geworfen, was zu schwerwiegenden Verletzungen geführt hat. Im Angesicht des unfertigen Drehbuchs hat Craig zudem versucht, die Geschichte am Set mit Regisseur Marc Forster zu vollenden, musste sich allerdings eingestehen, dass er kein Drehbuchautor ist. Auch Produzent Wilson gestand, dass sie sich bei dem Film zu wenig auf die Reise des Protagonisten fokussiert haben.

Marc Forster war mit der Situation derart unzufrieden, dass er mit dem Gedanken gespielt hat, die Produktion zu verlassen. Er äußerste sich diesbezüglich wie folgt:

„Es war schwierig, da wir kein fertiges Drehbuch hatten. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich die Produktion verlassen. Ron Howard zog sich zunächst bei Sony aus ‚Illuminati‘ zurück und sie haben quasi die ganze Produktion stillgelegt und ich dachte mir: Vielleicht sollte ich mich auch zurückziehen, weil wir kein fertiges Drehbuch haben. Aber alle anderen sagten: ‚Nein, wir müssen diesen Film machen, der Streik wird bald vorüber sein, also kannst du mit dem starten, was wir haben und anschließend drehen wir den Rest.‘ Ich sagte: ‚Ja, aber der Zeitdruck‘…“

Letztendlich hat Forster den Film beendet und war mit dem Endprodukt sehr zufrieden. Allerdings bleibt „Ein Quantum Trost“ kurz nach dem Kinostart nach wie vor der somit unbeliebteste Bond-Film mit Daniel Craig. Denn seit dem Kinostart von „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ erhält auch das vorerst letzte Abenteuer des britischen Spions wohlwollende Kritiken. Wenn ihr euch selbst von Craigs letztem Auftritt als titelgebender Agent überzeugen wollt, könnt ihr das ab sofort im Kino tun.

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