Ein Dorf zieht blank

  1. Ø 3.8
   Kinostart: 16.08.2018

Ein Dorf zieht blank: Komödie um den Bürgermeister eines französischen Dorfes, der mithilfe eines berühmten Nacktfotografen auf die bittere Lage der Bauern aufmerksam machen will.

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Filmhandlung und Hintergrund

Ein Dorf zieht blank: Komödie um den Bürgermeister eines französischen Dorfes, der mithilfe eines berühmten Nacktfotografen auf die bittere Lage der Bauern aufmerksam machen will.

Die Wirtschaftskrise hat auch vor der Normandie nicht Halt gemacht. Die Bauern leiden unter sinkenden Preisen für Fleisch und Milch. Zu den alltäglichen Streitereien im Dorf kommt nun die blanke Angst, die eigene Existenz zu verlieren. Georges Balbuzard (François Cluzet), Bürgermeister des Örtchens Mêle sur Sarthe, kennt diese Sorge nur allzu gut. Er selbst besitzt eine Rinderfarm und setzt sich für die Bauern der Gegend ein. Weil er ständig arbeitet, hat er seine Frau verloren. Und langsam verliert Balbuzard auch die Hoffnung.

Als sich die Bauern zum Protest versammeln, wird ihr Anliegen kaum wahrgenommen. Weder in Paris, noch in der nächstgrößeren Stadt Rouen interessiert man sich für die Bauern. Doch als der berühmte Fotograf Blake Newman (Toby Jones) ins Dorf kommt, weil er sich in eine Anwohnerin verliebt hat, wittert Balbuzard seine Chance. Wenn der Protest nicht hilft, vielleicht kann ein Aktfoto aller Bauern die nötige Aufmerksamkeit bringen.

„Ein Dorf zieht blank“ — Hintergründe

Die französische Komödie von Regisseur Philippe Le Guay („Nur für Personal!„) spielt auf die berühmten Massen-Aufnahmen von Spencer Tunick an. Der Fotograf ist bekannt für seine Installationen aus nackten Menschen. So lichtete Tunick etwa im Jahr 2007 in Mexiko-Stadt ca. 18.000 nackte Freiwillige ab. Im Film ist der britische Darsteller Toby Jones („Jurassic World: Das gefallene Königreich„) als Skandalfotograf zu sehen, der französische Star François Cluzet („Der Landarzt von Chaussy„) schlüpft in die Rolle des findigen Dorf-Bürgermeisters.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    Die charmant beschwingte französische Sommerkomödie EIN DORF ZIEHT BLANK erzählt die Geschichte einer Kleinstadt, die vor einem berühmten Fotografen die Hüllen fallen lassen soll, um ihre Heimat vor dem Untergang zu bewahren.

    Es lief schon mal besser für die Bewohner des kleinen Städtchens Mele-sur-Sarthe in der Normandie. Die Landwirtschaftskrise greift um sich, sämtliche Bauern sind verschuldet, die Einnahmen der Stadt gehen gegen Null. Doch Bürgermeister Georges Balbuzard weigert sich, aufzugeben. Als der etwas schrullig-spleenige Fotograf Blake Newman aus Amerika zu Besucht kommt, sieht Georges eine große Chance für Mele-sur-Sarthe. Denn Newman hat sich in ein Feld vor den Toren der Stadt verliebt. Dieses Feld soll sein nächstes Motiv werden. Und die Stadtbewohner gleich mit. Denn Newman ist berühmt für seine Aufnahmen nackter Menschen, eingebettet in eine bestimmte Landschaft. Georges erhofft sich von der Aufnahme eine Menge öffentliche Aufmerksamkeit für die Stadt und ihre Probleme. Doch er hat die Rechnung ohne seine kratzbürstigen Bewohner gemacht. Denn die wollen nicht nackt posieren. Und erst recht nicht vor einem Fremden. Philippe le Guay ist mit EIN DORF ZIEHT BLANK eine erfrischend leichte und herzerwärmende französische Feelgood-Komödie gelungen, die im Kern auch wichtige gesellschaftliche Themen anspricht und diese augenzwinkernd in die Geschichte einwebt. So wird die Landwirtschaftskrise ebenso behandelt wie auch die steigende Zahl von Stadtbewohnern, die aufs Land ziehen und dort augenscheinlich Fremdkörper sind. Und der Begriff der Heimat und seine Bedeutung auch und gerade für junge Leute spielt in der Komödie ebenfalls eine große Rolle. Getragen wird der Film von den authentisch agierenden Darstellern. Angeführt von dem charismatisch und ausdrucksstarken Francois Cluzet als sympathischem Bürgermeister agiert das Ensemble perfekt aufeinander eingespielt. Die Gemeindeabende, in denen kleine und große Probleme lautstark ausdiskutiert werden, wirken ebenso milieuecht wie auch die gesamte Kleinstadtszenerie rund um den Marktplatz, wo das Herz der Kleinstadt schlägt, wo getratscht, beobachtet, gezankt und geheiratet wird. Die beschwingte Musik, die wunderbaren Landschaftsaufnahmen aus der Normandie und das pointierte Drehbuch machen EIN DORF ZIEHT BLANK zu einem spritzigen Kinoerlebnis. Feelgood auf französisch - voller Herz und Charme.

    Jurybegründung:

    EIN DORF ZIEHT BLANK von Philippe le Guay ist eine Gesellschaftskomödie in der Tradition erfolgreicher französischer Filme wie MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER: Auf unterhaltsame und amüsante Weise sollen soziale und ökonomische Probleme des Landes vermittelt werden. Allerdings liegt der Schwerpunkt von le Guays Film nicht im Interkulturellen, sondern in der Wirtschaft Frankreichs .
    Das Frankreich der Gegenwart leidet unter der europäischen Wirtschaftskrise, und gerade die Bauern der Normandie bleiben nicht davon verschont. Nach dem verheerenden Preisverfall für Fleisch und Gemüse stehen viele Landwirte in der kleinen Ortschaft Mêle sur Sarthe kurz vor dem wirtschaftlichen Bankrott. Doch Georges Balbuzard (Francois Cluzet), der agile Bürgermeister des kleinen Ortes, will nicht so einfach aufgeben und ersinnt einen Plan, wie er die französische Öffentlichkeit auf die Krise aufmerksam machen will. Die Anwesenheit eines amerikanischen Starfotografen soll ein kollektives Nacktbild der Bauern ermöglichen, das ein international wahrnehmbares Zeichen des Protests setzen könnte.
    Der amerikanische Fotograf Newman (Toby Jones) kommt eher per Zufall mit der Gegend in Berührung, ist aber bald besessen von der pastoralen Landschaft und will sie unbedingt für einen Hintergrund eines nackten Massenbildes. Doch am Tag der Umsetzung scheitert das Vorhaben an dem unsolidarischen Fernbleiben der TeilnehmerInnen. Nun ist guter Rat teuer.
    Mit viel Herz und einer mitunter faszinierenden rhythmischen Eleganz inszeniert le Guay die ländliche Atmosphäre der nordfranzösischen Provinz. Dazu kontrastiert er die gereizte Krisenstimmung Europas, die stellenweise durchscheint, den Film jedoch nie in den Pessimismus abgleiten lässt. Auf diese Weise bietet der Film einen amüsanten Einblick in eine ernsthafte Thematik und wägt die jeweiligen Argumente sorgsam ab. So finden wir hier eine latente Fremdenfeindlichkeit (gegen Amerikaner, Deutsche und Rumänen) neben einem versöhnlichen Duktus - etwa wenn die beiden Nachbarn nach drei Generationen ihre Grenzstreitigkeiten beenden. Die Hoffnung - so die Logik des Films - liege in der heimischen Loyalität.
    Das recht große Figurenarsenal des Films beginnt mit der pubertären Perspektive eines zugezogenen Stadtmädchens und mischt im Verlauf Innen- und Außensicht zu einem vielseitigen Panorama. Dabei interessiert sich die Regie vor allem für eine versöhnliche und gute Grundstimmung. Konflikte auf persönlicher Ebene werden auf der Binnenebene letztlich beigelegt, auch wenn das bedeutet, dass sich der Städter mit seiner Tochter folgerichtig nach Paris zurückzieht.
    Eine stimmige Montage verbindet die divergenten Perspektiven und ist von einer tiefen Sympathie für die Franzosen und ihre Schrulligkeiten geprägt. Atmosphärische Stimmungsbilder gliedern die kollektive Tragikomödie, die durch die schauspielerisch überzeugende Hauptfigur des Bürgermeisters katalysiert wird. Dabei bleiben wenige Geheimnisse - de Guay behält das leichte 'Feelgood Movie' mit Problembewusstsein im Blick. Er bleibt in manchen Aspekten (Tierhaltung und Fleischwirtschaft z. B.) bewusst an der Oberfläche, deutet anderes nur an oder löst es auf. Die erwähnten konservativen Tendenzen werden letztlich nicht affirmiert, sondern als hilflose Selbstvergewisserung gekennzeichnet.
    Für ein erwachsenes Programmkinopublikum ist EIN DORF ZIEHT BLANK ein unterhaltsames und detailfreudiges Vergnügen - im besten Sinne altmodisches französisches Genrekino.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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