Die Welt der Wunderlichs (2016)

Die Welt der Wunderlichs: Screwball-Komödie um eine alleinerziehende Mutter, die von ihrer dysfunktionalen Familie zum Casting des Schweizer Song-Contests "Second Chance" begleitet wird.
Kinostart: 13.10.2016
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Welt der Wunderlichs: Screwball-Komödie um eine alleinerziehende Mutter, die von ihrer dysfunktionalen Familie zum Casting des Schweizer Song-Contests "Second Chance" begleitet wird.

Mimi Wunderlich (Katharina Schüttler) hat das Glück leider nicht gepachtet. Alleinerziehend ist sie auf jeden Cent angewiesen und wirkt wie vor den Kopf gestoßen, als sie ihren Job verliert. Als wäre das noch kein schlechter Start in den Tag, muss sie Hals über Kopf in die Schule ihres Sohnes (Ewi Rodriguez) fahren – ihr hyperaktiver Sprössling hat die Lehrerin im Schrank eingesperrt. Zwischen Moralpredigten und Entschuldigungen verliert sie im Straßenverkehr jedoch schnell den Überblick und verursacht einen Auffahrunfall mit einem Kunden (Steffen Groth). Der Tag ist jedoch noch längst nicht vorbei und ihre weitere Familie schaltet sich nun ein: Der manische Vater (Peter Simonischek) nimmt aus dem stationären Aufenthalt im Krankenhaus Reißaus und verzockt sein Geld bei Pferdewetten, während Mutter Wunderlich (Hannelore Elsner) so tut, als sei sie sterbenskrank. Auch ihre Schwester (Christiane Paul) kümmert sich lieber um ihre eigenen Sorgen in ihrem Friseursalon, und von Ex-Mann Johnny (Martin Feifel) mitsamt Rocker-Attitüde war ohnehin nicht viel zu erwarten. Mimi steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Doch das Licht am Ende des Tunnels wartet bei einem Anruf auf sie: Sie erhält die Einladung in die Casting-Show „Second Chance“, wo sie ihr Gesangstalent unter Beweis stellen soll. Mimi möchte die Chance für ihr persönliches Glück beim Schopfe packen und die Reise von Mannheim nach Zürich alleine antreten, doch diese Rechnung hat sie ohne ihre Familienmitglieder gemacht.

„Die Welt der Wunderlichs“: Hintergrund

In seinen Filmen „Alles auf Zucker“ und „Das Leben ist zu lang“ bewies Regisseur Dani Levy bereits komödiantisches Fingerspitzengefühl mit einem Hang zum Tragischen. Auch sein neuer Film „Die Welt der Wunderlichs“ steht dem in nichts nach und versammelt zahlreiche deutsche Schauspielgrößen vor der Kamera. Neben Peter Simonischek („Toni Erdmann“) sorgen Hannelore Elsner („Hannas schlafende Hunde“), Christiane Paul („Eltern“) und Martin Feifel („Buddenbrocks“) für allerhand Chaos, in welchem Katharina Schüttler („Elser“) zu versinken droht.

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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    Man kann sich seine Familie nicht aussuchen. Mimi Wunderlich würde ihre allerdings gerne einfach tauschen. Als alleinerziehende Mutter von Felix kann sie sich jeden Tag darüber "freuen", wie aufgeweckt und aktiv ihr Sohn doch ist. Vor allem in der Schule, wenn er die Lehrerin im Schrank einsperrt oder im Pflegeheim einen Kaffeeautomaten zum Auslaufen bringt. Dort liegt wiederrum ihr Vater, der manisch-depressiv ist und dagegen Pillen nimmt. Also hält er sich für gesund und will aus der Klinik entlassen werden. Mimis Schwester Manu ist diesbezüglich keine Hilfe, schließlich hasst sie den Vater bis aufs Blut. Und zu seiner Ex, Mimis Mutter, kann er nicht gehen, die glaubt sowieso, sie würde bald sterben. Auch Mimi hat einen Ex, Johnny, der Felix' Vater ist, aber als abgehalfteter Rockstar sonst nicht wirklich was auf die Reihe gekriegt hat. Als eines Tages Mimi eine Einladung zu einer Schweizer Castingshow namens "Second Chance" erhält und sie sich auch noch in den äußerst attraktiven und zuvorkommenden Nico verliebt, scheint sich für Mimi das Schicksal endlich zum Guten zu wenden. Ihr größter Traum könnte wahr werden. Wenn die liebe Familie nicht beschließen würde: Eine Wunderlich geht nie allein auf Reisen. Mit DIE WELT DER WUNDERLICHS präsentiert Regisseur Dani Levy einen Familienfilm der besonderen Art. Denn die Wunderlichs bestehen durch die Bank aus egoistischen, exaltierten und dominanten Persönlichkeiten, die auch den Zuschauer den letzten Nerv kosten - und die man trotzdem ins Herz schließt. So befindet man sich auf Augenhöhe mit der Heldin des Films, Mimi, die Katharina Schüttler mit einer hinreißenden Mischung aus stoischem Erdulden und straffem Organisationswillen spielt. Sie ist Herz und der Kopf der Familie, die alles zusammenhält. Sämtliche Figuren, die von Peter Simonischek, Hannelore Elstner, Christiane Paul, Martin Feifel und Steffen Groth überzeugend und in ihrer Eigenart bis zur Grenze der Parodie köstlich überzeichnet verkörpert werden, kreisen um Mimi und können sie daher auch nicht alleine in die Schweiz ziehen lassen. Durch diese Reise wird aus dem turbulenten Familienfilm ein unterhaltsames Road Movie, bei dem sich zwischenmenschliche Konstellationen ändern, sich neue spannende Geschichten ergeben und spätestens beim Showdown bei "Second Chance" für die Lachmuskeln einiges geboten wird. Das Drehbuch schlägt ein gutes Tempo vor, die Dialoge wirken natürlich und authentisch. Die Kamera von Carl F. Koschnick fängt schöne Bilder ein, bleibt nah bei den Figuren. Dadurch wird der Zuschauer automatisch ein Teil der Familie und taucht ein in die Welt der Wunderlichs. Ein inspirierter, spritziger und gewitzter Film über eine schrecklich nette Familie.

    Jurybegründung:

    Dani Levy greift hier in die Vollen des dysfunktionalen Familienlebens. Seine Heldin des Alltags, Mimi Wunderlich, ist die alleinerziehende Mutter eines hyperaktiven Sohns, der seine Lehrerin schon einmal in einem Schrank einsperrt. Ihr Vater ist manisch-depressiv und ein chronischer Lügner, ihr Exmann ein ausgebrannter Ex-Rockmusiker, ihre Schwester ein gefühlskalter Workaholic und ihre Mutter suhlt sich in ihrer Trägheit und Schwermut. Und so atemlos, wie Mimi sich durch die verschiedenen Katastrophengebiete dieser Familie laviert, ist auch der Film gebaut. Wenn alle Protagonisten sich ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs bewegen, muss davon auch hektisch und ein wenig chaotisch erzählt werden.
    Dabei sind die einzelnen Figuren zwar überzeichnet, werden aber nie zu Karikaturen, weil Levy im Detail genau beobachtet und inszeniert hat. So werden alle Protagonisten auf der Leinwand lebendig und auch wenn man viel über ihre Macken lachen kann, versteht man im Laufe des Films immer besser, warum sich die Charaktere mit ihren psychischen Erkrankungen so extrem entwickelt haben. Nachdem Mimi, die zu allem Überfluss auch noch eine talentierte, bereits einmal gescheiterte Musikerin ist, von ihrem Sohn heimlich zu einer TV-Talentshow in Zürich angemeldet wurde, wird der Film stilistisch zuerst zu einem Roadmovie und dann auch noch zu einer Medienparodie, in der Prominente wie Arabella Kiesbauer und Thomas Anders sich selber spielen.
    Levy hält hier eine feine Balance zwischen Drama und Komödie, wenn er zum einen zeigt, wie destruktiv und selbstzerstörerisch seine Figuren handeln. Aber dies tut er mit viel Witz und einem trotz aller Drastik liebevollen Blick, mit dem er jedem auch seinen Moment der menschlichen Größe gönnt, wodurch sich alle schließlich dann doch auf eine erstaunlich berührende Art und Weise zusammenraufen. Und Levy zeigt hier auch wieder, dass er ein Schauspieler-Regisseur ist, der ein gutes Gespür dafür hat, ein Ensemble zu besetzen. Von Katharina Schüttler als Mimi über Hannelore Elsner als ihre Mutter und Peter Simonischek als Altrocker bis hin zu den Nebenrollen spielen alle intensiv und ohne Angst, sich dabei uneitel zu entblößen. Besonders authentisch wirkt dabei der 13-jährige Ewi Rodriguez als der an ADHS leidende Sohn. In DIE WELT DER WUNDERLICHS wird durch das Lachen das Verstehen ermöglicht, und dafür verleiht die Jury gerne das Prädikat "besonders wertvoll".

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „Alles auf Zucker“-Regisseur Dani Levy schickt eine alleinerziehende Mutter in die Familienhölle. Ein Denkmal mit starkem Ensemble für alle tragischen Alltags-Heldinnen. » zur ausführlichen Kritik 

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