Buddenbrooks

  1. Ø 4.5
   2008

Buddenbrooks: Opulente Verfilmung des gleichnamigen, prämierten Romans von Thomas Mann über Aufstieg und Fall einer großbürgerlichen Familiendynastie.

Trailer abspielen
Buddenbrooks Poster
Trailer abspielen
Alle Bilder und Videos zu Buddenbrooks

Filmhandlung und Hintergrund

Buddenbrooks: Opulente Verfilmung des gleichnamigen, prämierten Romans von Thomas Mann über Aufstieg und Fall einer großbürgerlichen Familiendynastie.

Mitte des 19. Jahrhunderts haben es die Buddenbrooks in Lübeck zu Reichtum und Ansehen gebracht. Die alteingesessene Familie um Konsul Jean (Armin Mueller-Stahl) und Konsulin Bethsy (Iris Berben) ist durch Getreidehandel wohlhabend geworden. Als Jean stirbt, kommen schwere Zeiten auf die Dynastie zu, weil die Kinder Thomas (Mark Waschke), Christian (August Diehl) und Tony (Jessica Schwarz) ihre Lebenskonflikte nicht bewältigen können.

Thomas Manns

Die Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zeit der großen Handelsdynastien. In Lübeck lebt und arbeitet die großbürgerliche Familie der Buddenbrooks, die über Getreidehandel seit Generationen zu Wohlstand und Ansehen gekommen ist. Über die Geschicke von Familie und Geschäft herrscht Patriarch Jean Buddenbrook. Auch die drei Kinder Thomas, Christian und Tony müssen ihre privaten Bedürfnisse dem Anspruch ihres Vaters unterordnen. Die Söhne sollen das Handelshandwerk lernen und Tony muss ihre große Liebe einer standesgemäßen Hochzeit opfern. Doch als Jean stirbt, treten die persönlichen Lebensvorstellungen der Kinder wieder in den Vordergrund, und das Familienimperium zerbricht langsam.

In Lübeck lebt und arbeitet die großbürgerliche Familie der Buddenbrooks. Über die Geschicke von Familie und Geschäft herrscht Patriarch Jean Buddenbrook. Auch die drei Kinder Thomas, Christian und Tony müssen ihre privaten Bedürfnisse seinem Anspruch unterordnen. Die Söhne sollen das Handelshandwerk lernen, und Tony muss ihre große Liebe einer standesgemäßen Hochzeit opfern. Doch als Jean stirbt, treten die persönlichen Lebensvorstellungen der Kinder wieder in den Vordergrund, und das Familienimperium zerbricht langsam.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(2)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (3 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

  • „Besonders wertvoll”

    Mit der opulenten Verfilmung von Thomas Manns Roman Buddenbrooks über Aufstieg und Fall einer großen deutschen Kaufmannsfamilie, ist dem Regisseur und Autor Heinrich Breloer ein großartiger Wurf gelungen. Das Drehbuch, gemeinsam mit Horst Königstein klug verdichtet, wird auf geschickte Weise den komplexen Zusammenhängen des Romans gerecht. Bis in die Nebenrollen glänzend besetzt, mit einer exzellenten Maske und einer grandiosen Ausstattung kann der Zuschauer in eine vergangene Epoche eintauchen. Buddenbrooks ist ein faszinierender Film, jede Minute voller Spannung.

    Jurybegründung:

    Solch ein Roman muss opulent umgesetzt werden, und man kann auf der Leinwand sehen, dass hier auf allen Ebenen geklotzt und nicht gekleckert wurde. Die Adaption solch eines Romans muss aber auch eine eigene Dramaturgie haben: die vielen Erzählstränge müssen ausgedünnt und so geleitet werden, dass der Zuschauer nicht durch die Fülle an Personen und Ereignissen verwirrt wird. Und so soll hier als erstes das Drehbuch von Heinrich Breloer und Horst Königstein gelobt werden, denn diese waren so klug, sich nach dem Vorspiel mit dem Wagenrennen der Kinder und dem grandiosen Ball, auf eines der Kinder und dessen Geschichte zu konzentrieren. So hat der Zuschauer Zeit sich mit Tony und ihren Problemen behutsam in die Familie einzufühlen. Langsam wird die Erzählung dann immer komplexer und weitet sich zu einem Panorama, in dem man sich nun aber gut zurechtfindet, weil zugleich erstaunlich klar und mit geradezu kaufmännischer Ökonomie erzählt wird. So wird etwa vieles an Stoff dadurch komprimiert, dass die Stimmen einiger Figuren im Off Geschehenes referieren. Diese scheinbaren Stilbrüche stellen sich nach kurzer Irritation aber immer als Briefe oder Tagebucheintragungen der Handelnden heraus. Das Drehbuch ist so geschickt konstruiert, dass der Film mit seinen 151 Minuten nie zu lang oder gar überladen wirkt - und er wird jedem Familienmitglied gerecht. Das ist natürlich auch der hervorragenden Besetzung geschuldet. Einige Entscheidungen wie etwa jene für Armin Mueller-Stahl liegen scheinbar auf der Hand, andere aber wie die für August Diehl und Jessica Schwarz überraschen zunächst. Und doch, wirken sie schon auf den ersten Blick bestechend zeitgenössisch. Ein wunderbares Ensemble, das in jeder Szene überzeugt.

    Dies haben sie auch der perfekten Maske zu verdanken bei der die Alterungsprozesse so subtil angedeutet werden, dass man nie (wie sonst oft) auf den "Faltenwurf" in den Gesichtern achtet. Auch die Kostümbildner haben eine übliche Falle ihres Metiers vermieden, denn ihre Hosen und Kleider sehen diesmal so aus, als wären sie tatsächlich getragen und wären nicht frisch geschneidert. Mit den aufwendigen historischen Stadtansichten wurde vielleicht ein wenig zu sehr angegeben und die vielen Totalen vom Holstentor wirken mit der Zeit schon fast wie ein running gag. Aber andererseits stellen Kaufleute halt gerne ihre Erzeugnisse ins Schaufenster, und so entspricht auch hier die Form dem Inhalt. Schließlich gefiel dem Ausschuss, dass der Roman nicht bemüht aktualisiert wurde und dennoch einige Aspekte der Verfilmung durch die jetzige Wirtschaftkrise erstaunlich aktuell geworden sind. Grosse Werke liest man in allen Zeiten neu und anders. Die Buddenbrooks haben jetzt neue Gesichter bekommen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mit den Buddenbrooks bringt Regisseur Heinrich Breloer ein bekanntes Werk der Weltliteratur in die Kinos. Es ist kaum nötig, noch viele Worte über Thomas Manns Klassiker selbst zu verlieren. Jedermann kennt den Roman, den dann doch niemand bis zum Ende durchgelesen hat.

    Doch wer ist eigentlich Heinrich Breloer, und warum erhält gerade er das für eine deutsche Filmproduktion sagenhafte Budget von 16,2 Millionen Euro, um diesen Jahrhundertroman zu verfilmen? Breloer ist Fernsehregisseur und begeisterter Mann-Experte, am besten durch seinen erfolgreichen Fernsehdreiteiler „Die Manns“ bekannt.

    Genau hierin zeigt sich jedoch das Problem, welches sich in den 150 Minuten des Films manifestiert: Ein Fernsehdreiteiler hätte es auch getan. Breloer beweist in seiner Inszenierung kein Gespür für die große Leinwand. Mit akribischer Genauigkeit und schönen Großaufnahmen seiner zahlreichen Stars versucht der Film, ein exaktes Abbild des Buches zu sein.

    In der Tat wurde hoher Wert auf historische Korrektheiten, schöne Kostüme und eine passende Ausstattung gelegt. Dem Geist des Buches wird der Film jedoch kaum gerecht. So wie dieses mit gedanklichen Ausschweifungen und zahllosen schriftstellerischen Feinheiten ein sehr kunstvolles und tiefsinniges Porträt eine Generation illustriert, so versucht der Film mit schwungvollen Kamerafahrten und farbenfrohen Bildern zu brillieren. Besonders unangenehm fällt der einfallslose Schnitt auf, der nur allzu oft an die einfache Bekömmlichkeit eines Fernsehfilms erinnert und die Buddenbrooks zum reinen Konsumgut verkommen lässt. Es fehlt nur noch der Off-Kommentar von Guido Knopp und die Künstlichkeit dieser Historien-Klamotte wäre perfekt.

    Das Filmteam scheint sich nie die Frage gestellt zu haben, warum es diesen Film überhaupt macht. Die Umsetzung lässt das Buch unter keinerlei neuem Aspekt betrachten und ihr fehlt auch sonst jeder Mehrwert. Durch diesen Versuch der 1:1 Abbildung von Buch zu Film zeigt sich, was man in deutschen Fernsehanstalten (die das Projekt ja maßgeblich finanzierten) unter einer originalgetreuen Umsetzung zu verstehen scheint. Ein Film, der lediglich dazu da ist, um das Lesen des Buches unnötig zu machen und dem Zuschauer eigenständiges Denken abzunehmen.

    Man stelle sich vor, wie viele Schulklassen sich nun bald dieses pädagogisch wertvolle Machwerk zu Gute führen müssen, um im Grunde genommen nur eines davon zu lernen: Deutschunterricht ist langweilig. Aber immerhin gibt es Popcorn. Das besonders Schlimme daran ist, dass der Film als Sklave seiner Vorlage zu dienen hat und keinerlei Möglichkeit aufzeigt, sich kreativ zu entfalten. Da bietet aktuelles Unterhaltungskino mehr filmisches Bildungspotenzial.

    Schade ist zudem, dass „Buddenbrooks“ in der Tat ein zeitloser Roman ist, dessen Umsetzung auch heute von hoher Aktualität sein könnte. Besonders in Zeiten einer Wirtschaftskrise könnte man anhand der Buddenbrooks über den Untergang des heutigen Mittelstandes nachdenken und viele Themen finden, die aktueller denn je sind. Stattdessen bekommen die Deutschen aber vielleicht auch den Film, den sie verdient haben. Am Ende sind alle Tot und denen, die noch leben, geht es schlecht. „Buddenbrooks“ verspricht einen möglichst unangenehmen Start ins neue Jahr. Die Zukunft gehört den Hagenströms.

    Fazit: „Originalgetreue“ Romanverfilmung, die aufgrund ihrer Fernsehästhetik zur durchschnittlichen Historienklamotte verkommt. Hier kann man getrost die Fernsehausstrahlung abwarten.
  • Mit der aufwändigen Adaption des vielleicht bedeutendsten deutschen Romans wird Dr. Heinrich Breloer vor allem das Bildungsbürgertum in Verzückung versetzen.

    66 Jahre alt musste er werden, um als Kinoregisseur in Erscheinung treten zu dürfen – Fernsehfilmemacher Dr. Heinrich Breloer, siebenfacher Grimme-Preisträger, Vater des so genannten Doku-Dramas und spätestens seit seinem opulenten TV-Dreiteiler „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ ein ausgewiesener Experte des literarischen Oeuvres von Thomas Mann. Mit der Adaption des mit dem Literaturnobelpreis bedachten Romans „Buddenbrooks“ setzt Breloer nun einen Meilenstein in punkto Literaturverfilmung, übertrifft sich selbst in Sachen Detailversessenheit, überzeugt in Sachen erlesenes Kostümdesign, opulenter Ausstattung und erstklassiger Schauspielführung. So kann man von der aufwändigsten Bavaria-Produktion seit Wolfgang Petersens „Das Boot“ mit Fug und Recht behaupten, dass man es hier – um mit Thomas Mann zu sprechen – mit einem Film von einiger Größe zu tun hat.

    Breloer, der so nah als möglich an der Vorlage bleibt, entführt ins Lübeck Mitte des 19. Jahrhunderts, damals eine florierende Handelsstadt, in der Kaufleute wie Jean Buddenbrook (Armin Mueller-Stahl) zu Reichtum und Wohlstand gekommen sind. Gemeinsam mit seiner nicht minder ehrgeizigen Gattin Bethsy (Iris Berben) ist der Konsul bestrebt, seinen Ruf zu wahren und den Einfluss der Patrizierfamilie zu mehren. Das bedeutet auch für die beiden Söhne Tom (Mark Waschke) und Christian (August Diehl), den Beruf des Kaufmanns zu erlernen, und für Tochter Tony (Jessica Schwarz), standesgemäß zu heiraten. Das geht eine Zeitlang gut, bis Tonys erste Ehe mit einem Mitgiftjäger scheitert, somit „Geld und Gatte perdü“ sind, und sich Christian mehr für die Kunst als das Kommerzielle zu interessieren beginnt. Nach Jeans Tod -Tom hat inzwischen längst die Geschäfte übernommen – beginnt der tiefe Fall der einst so ruhmreichen Buddenbrooks. Tonys zweite Ehe mit einem bayerischen Lebemann geht in die Brüche, Tom überwirft sich endgültig mit seinem Bruder, als dieser sich mit einer „Minderwertigen“, einer Tänzerin, einlässt und die Geschäfte mit dem Getreide verlaufen immer glückloser. Zwar wird Tom noch zum Senator gewählt und kann dabei seinen alten Jugendfreund und jetzigen Rivalen Hagenström ausstechen, aber als er das neue Heim, das er für sich, seine hübsche holländische Frau und seinen Sohn gebaut hat, bezieht, fällt ihm das türkische Sprichwort ein: „Wenn das Haus fertig wird, kommt der Tod“. Es folgt ein Sterben Shakespearschen Ausmaßes, bei dem erst Mutter Bethsy, dann Tom und schließlich auch noch dessen Sohn Hanno (Raban Bieling, der einstige „Wilde Kerl“ beweist großes schauspielerisches Format) dahingerafft werden.

    Selten wurden Verlogenheit, Stolz und Standesdünkel der Bourgeoisie so trefflich auf Zelluloid gebannt wie in Breloers aktueller Version der „Buddenbrooks“. Dabei kann sich der Filmemacher auf grandiose Schauspieler verlassen, die – angeführt von einem perfekt besetzten Armin Mueller-Stahl – mit Höchstleistungen auftrumpfen. Das betrifft Nebendarsteller wie Sylvester Groth als grausam-gehässig lachenden Bankier Kesselmeyer und Sunnyi Melles als giftspritzende, tratschende Senatorin Möllendorpf ebenso wie August Diehl, der als missratener Sohn Christian seine bis dato beste Karriereleistung abruft. Gerne wäre man ihm auch auf seine Kaufmanns-Reisen nach London oder ins chilenische Valparaiso gefolgt, doch Breloer bleibt eng bei seinen Figuren. Außer ein paar Postkartenansichten von Lübeck, München und der Ostsee mit den entsprechenden historischen Segelschiffen lässt Gernot Rolls Kamera wenig Landschaft zu. Das letztlich macht das 150-Minuten-Epos trotz perfekt choreografierter Massenszenen und an Visconti erinnernde Ballsaalsequenzen dann doch weniger zu einem großen Kinofilm als zu einem jener klassischen Weihnachts-Vierteiler mit Quotenhit-Garantie. lasso.

News und Stories

Kommentare