Das Leben ist zu lang

  1. Ø 0
   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Leben ist zu lang: Charmante und turbulente Komödie über einen überforderten Regisseur, der vom eigenen Leben überrollt wird.

Das Leben des jüdischen Regisseurs Alfi Seliger geht langsam aber sicher aus dem Leim – und er weiß es. Probleme gibt es mit den Eltern (exzentrisch), der Tochter (pubertierend), den Frauen (alle schwierig) und der eigenen Kreativität (blockiert). Was zu viel ist, ist schließlich zu viel: Alfi ergibt sich der Krise und unternimmt einen Selbstmordversuch. Er überlebt. Aber er ist sich nicht ganz sicher, ob das Leben, das er jetzt vorfindet, wirklich noch das alte ist.

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Kritikerrezensionen

  • Mit großem Staraufgebot erzählt Dani Levy aus sehr persönlichem Blickwinkel die Geschichte eines Filmemachers in der Krise zwischen Schein und Sein.

    „Film ist ein Schlachtfeld“. Sam Fullers Aussage nimmt sich Dani Levy zu Herzen und wagt nicht nur einen Film über das Filmgeschäft, sondern geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn er den jüdischen Filmemacher, Hypochonder und Familienvater Alfi Seliger und „Skorpion“ wie er selbst von der Leine lässt und den Bogen zu eigenen Traumata schlägt.

    Alfi ist der geborene Nebbich, ein liebenswerter Loser, der seit Jahren keinen Film mehr zustande gebracht hat, auf Empfängen mit seinem Drehbuch hausieren geht und zu Hause von den Kindern nicht für voll genommen und von der Gattin nur mühsam ertragen wird. „Mohammed lacht sich tot“ lautet der Arbeitstitel seines Werks über den Karikaturenstreit, das bei seiner Betteltour auf Lacher und Langeweile stößt – bis die Ehefrau des Produzentenmoguls ein Auge auf ihn wirft und ihren Mann für die Verfilmung erwärmt. Damit bricht das Chaos aber erst richtig aus.

    Levys Protagonist ist kein kühler Erfolgstyp wie Robert De Niro, das fiktionalisierte Alter Ego von Art Linson in Barry Levinsons „Inside Hollywood“, sondern ein bemitleidenswertes Wesen, was sich am meisten selbst bemitleidet und in den Mühlen des Filmgeschäfts fast untergeht. Da kriegt der Zuschauer alles um die Ohren gehauen, was das Leid eines Regisseurs ausmacht – arrogante Produzenten, hochnäsige Schauspieler, dämliche Drehbuchschreiber, die aus einer Filmidee eine Mini-Serie für RTL machen wollen, und last noch least eine nervige Mutter, einst berühmte Aktrice (Elke Sommer in Hochform).

    Was als leichte Komödie beginnt, wandelt sich in eine Melange aus peinvoller Paranoia und buntem Panoptikum über einen Menschen zwischen irrationalen Idealen und rationalem Versuch zum Pragmatismus. Markus Hering entpuppt sich als komödiantisches und tragisches Talent, schart um sich herum das „Who’s Who“ des deutschen Films von Meret Becker und Veronica Ferres bis hin zu Heino Ferch und Justus von Dohnányi, die mit Lust und Verve auch die kleinste perfide Rolle perfekt spielen. Und wenn Levy mit seinem Alter Ego Seliger über den Sinn des Lebens bzw. Filmemachens diskutiert, gibt er den Blick frei auf ein Fegefeuer der Eitelkeiten, das für manchen Kreativen zur Hölle wird und exponiert ein Stückchen seiner Psyche. Was Sie schon immer über Dani Levy wissen wollten, aber bisher nicht zu wagen fragten: In „Das Leben ist zu lang“ finden Sie einige Antworten. Oder auch nicht. mk.

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