Das Waisenhaus (2007)

Originaltitel: El Orfanato
Das Waisenhaus: Nach klassischen Suspense-Vorbildern angelegter Thriller über ein geisterhaftes Waisenhaus.
Kinostart: 14.02.2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Waisenhaus: Nach klassischen Suspense-Vorbildern angelegter Thriller über ein geisterhaftes Waisenhaus.

Mit 37 kehrt Laura (Belén Rueda) mit ihrem Mann Carlos (Fernando Cayo) und ihrem HIV-infizierten Sohn Simón (Roger Príncep) in das verlassene Waisenhaus zurück, in dem sie Teile ihrer Kindheit verbrachte. Sie plant, ein Heim für kranke Kinder zu eröffnen. Doch schon nach kurzer Zeit spielt der 8-jährige Simón begeistert mit verdächtig unsichtbaren Spielkameraden, die fatal an Lauras damalige Gefährten erinnern. Zudem schleicht die alte Benigna (Montserrat Carulla) herum.

Ein Kind, das spurlos verschwindet, ist der Alptraum aller Eltern, den der spanische Newcomer Juan Antonio Bayona mit sorgsamer Atmosphäre zum sensationellen Horrorhit im Stil von “The Others” gestaltet. Guillermo del Toro (“Pans Labyrinth”) produzierte den Suspense-Thriller.

In dem titelgebenden spanischen Waisenhaus geschahen zu Zeiten Francos allerlei schreckliche Dinge. Nun will die tatkräftige Laura das Heim, den Ort ihrer Jugend, wiedereröffnen, um so unter anderem Spielkameraden für ihren sensiblen Sohn zu finden. Dieser findet auch schnell Anschluss. Allerdings bleibt zunächst fraglich, ob es sich dabei um reale Kinder oder eher um übernatürliche Wesen handelt.

In dem titelgebenden spanischen Waisenhaus geschahen zu Zeiten Francos allerlei schreckliche Dinge. Nun will die tatkräftige Laura das Heim, den Ort ihrer Jugend, wiedereröffnen, um so unter anderem Spielkameraden für ihren sensiblen Sohn zu finden. Dieser findet auch schnell Anschluss. Allerdings bleibt zunächst fraglich, ob es sich dabei um reale Kinder oder eher um übernatürliche Wesen handelt. Als Lauras Sohn spurlos verschwindet, sieht sich Laura gezwungen, ihren eigenen Dämonen der Vergangenheit zu stellen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Markt wird geflutet von US-Remakes erfolgreicher 70er Jahre-Horrorfilme, die „das Genre revolutioniert haben“ mittels extremer Darstellung extremer Gewalt. Die Remakes – wie die Originale – überbieten sich in Drastik. In möglichst blutigen Details soll der vielleicht schon abgestumpfte Horrorfan immer neu stimuliert werden. Und wird überschüttet von immer gleichen Brutalitäten.

    Dass es auch anders geht, zeigen die Spanier, die immer wieder auch auf deutschen Leinwänden herumgeistern. „The Others“ war zwar Tom-Cruise-produziert und starbesetzt, immerhin aber doch ein Beispiel für atmosphärischen Grusel. Guillermo del Toro mischte in „Pans Labyrinth“ Politik mit Horror und Kinderfantasie und schrammte nur knapp am Oscar vorbei. Del Toro nun produzierte den Debütfilm „Das Waisenhaus“ mit, der von der spanischen Filmindustrie als Aspirant auf eine Oscarnominierung ausgewählt wurde – und Regisseur Juan Antonio Bayona macht in seinem Debütfilm nicht nur alles richtig, sondern alles besser als richtig.

    Geschickt orchestriert er seinen Film: ein altes, vielleicht böses Haus, ein Kind mit imaginären Freunden, die vielleicht gar nicht so imaginär sind, die Trauer einer Frau, die an mehr glaubt als das wissenschaftlich Erwiesene, die Sünden der Vergangenheit, die in die Gegenwart hineingreifen. Und dabei die ständige Todesnähe, hier in Form einer HIV-Erkrankung des Kindes Simon.

    Dass sich daraus eine Stimmung der Unheimlichkeit, der Bedrohung ergibt, dass eine Atmosphäre des Grauens geschaffen wird, ohne sie dem Zuschauer fühlbar aufzuoktroyieren: Das ist die Kunst des Horrorfilms, der auch ganz ohne Digitaleffekte auskommen kann. Es geht um Identifikation, um Bedrohlichkeit, um Angst um die Protagonisten. Und dabei lässt Bayona geschickt immer alles in der Schwebe, lässt immer einen möglichen Ausweg aus der Unheimlichkeit von Geistern und über die Zeiten hinweg greifendes Bösen: Vielleicht ist ja alles wirklich nur die Imagination einer Trauernden, deren Sohn mysteriös verschwunden ist?

    Was der Film aber wirklich heraushebt, das sind zwei Kniffs, der eine ästhetischer, der andere dramaturgischer Art. Tatsächlich nämlich ist die Inszenierung von Gruselhorror so gekonnt, dass die Unheimlichkeit, die spürbare Bedrohlichkeit auch bestehen bleiben, wenn man versteht, dass in Wirklichkeit gar keine (oder eine eher marginale) Bedrohung da ist, sondern nur eine unendliche Traurigkeit: Es geht eher um das Geheimnis, ein grauenvolles Geheimnis dieses Waisenhauses, das nicht nur Angst macht, sondern auch tiefe, emotionale Betroffenheit erzeugt. Zudem bauen drei, vier kurze Flashbacks am Ende eine ganz neue Perspektive auf, eine Parallelgeschichte, die noch viel schrecklicher – weil menschlicher – ist als die (mögliche) Geistergeschichte. Eine menschliche Tragödie, erzählt über Bande, über die Geistergeschichte trauriger Kinder. Die eigentlich nur spielen wollen.

    Fazit: Ein ganz unheimlicher Grusel, der auf Atmosphäre setzt, nicht auf Effekte. Reiner, purer Gänsehauthorror.
  • Juan Antonio Bayona beweist mit seinem Spielfilmdebüt, dass unter die Haut gehender Suspense auch heute noch mit klassischen Kinomitteln machbar ist.

    Dass Guillermo del Toro bei diesem formidablen Erstling des Spaniers Juan Antonio Bayona als ausführender Produzent in Erscheinung tritt, überrascht wenig. Thematisch wie stilistisch sind bei “Das Waisenhaus” Parallelen zu den Werken des mexikanischen Vorzeige-Regisseurs auszumachen: Beispielsweise die Kinder, die sich in ihrer eigenen (Traum-)Welt verlieren, die starken, wenn auch verletzlichen Frauen und – vielleicht am offensichtlichsten – der Hang zum klassischen Schauerstück bzw. (übernatürlichen) Horror. Wie del Toro bei “Pans Labyrinth” oder Alejandro Amenábar bei “The Others” spielt Bayona mit viktorianischen Vorstellungen von Schuld und Sühne, während er gleichzeitig zeitgenössisch-brisante Themen wie Kindsmissbrauch, Post-Feminismus und die Auswirkungen omnipräsenter Überwachung zur Sprache bringt. Dabei interessiert er sich vor allem für die formalen Regeln der Gattung, setzt auf durchkomponierte, farbentsättigte Bilder, spielt geschickt mit der Erwartungshaltung des Publikums und beweist, dass mit althergebrachten Stilmitteln wie Licht und Schatten genauso viel Effekt erzielt werden kann, wie mit jedem noch so guten Großrechner.

    So sucht man, bis auf einen (wohl) computergenerierten Leuchtturmstrahl, vergeblich nach High-Tech, derweil einem wie einst bei Robert Wises “Bis das Blut gefriert” die Handflächen feucht werden. Als Geistervilla funktioniert hier das titelgebende, inzwischen aufgelöste Waisenhaus, wo zu Zeiten des Franco-Regimes Ungeheuerlichkeiten geschahen. Eine ehemalige Bewohnerin, die ebenso hübsche wie tatkräftige Laura – einfühlsam und nuanciert gespielt von der großartigen Belén Rueda (“Das Meer in mir”) – kehrt mit ihrem Mann und deren kranken Kind Simon zum Ort ihrer Jugend zurück. Sie will das Heim wiedereröffnen, Spielkameraden für den sensiblen Sohn finden. Und die findet der auch schnell – aber sind sie lebendig oder existieren sie nur in seiner Einbildung? Bevor Laura dies herausfinden kann, ist Simon verschwunden und Geister der Vergangenheit tauchen dafür auf. Zwischen Sein und Schein balanciert dieser ungewöhnliche Thriller, der das Laute meidet und seinen Schrecken aus dem Unerklärlichen zieht. Mit einem unglaublichen Gespür fürs richtige Timing, mit perfekter Ausstattung und allen notwendigen Versatzstücken des Genres lockt Bayona einen in seine gruselige Schattenwelt. Ganz zu recht vertritt dieses im besten Wortsinn altmodische Werk Spanien bei der Auswahl für den Auslands-Oscar 2007. geh.

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