Pans Labyrinth

  1. Ø 3.9
   2006

Pans Labyrinth: Packender Fantasyfilm, in dem sich ein zwölfjähriges Mädchen vor der Brutalität des Franco-Regimes in eine verlockend schillernde Märchenwelt flüchtet.

Trailer abspielen
Pans Labyrinth Poster
Trailer abspielen
Alle Bilder und Videos zu Pans Labyrinth

Filmhandlung und Hintergrund

Pans Labyrinth: Packender Fantasyfilm, in dem sich ein zwölfjähriges Mädchen vor der Brutalität des Franco-Regimes in eine verlockend schillernde Märchenwelt flüchtet.

Der Fantasie von Kindern sind keine Grenzen gesetzt und auch die kleine Ofélia entflieht dem Franco-Regime in eine andere, düstere Welt: Pans Labyrinth. Regisseur Guillermo del Toro findet schaurig schöne Bilder für diese Fantasiewelt, die von zahlreichen Gestalten bevölkert wird.

Ofélia (Ivana Baquero) zieht mit ihrer hochschwangeren Mutter (Ariadna Gil) in die ländliche Gegen Nordspaniens, wo der neue Mann (Sergi López) der Mutter lebt und wo für die Familie ein neuer Abschnitt des Lebens beginnen soll. Ihr Stiefvater, mit dem sie jetzt zusammenlebt, hat dort im Jahre 1944 den Auftrag die republikanischen Rebellen zu bekämpfen. Er ist brutal und unberechenbar und so sieht Ofélia für sich keine andere Möglichkeit, als diesem tristen und traurigen Leben zu entfliehen und sich ihre eigene Welt zu erschaffen: Pans Labyrinth. Doch sie erschafft sich bei weitem keine bunte Welt in der das Leben voller Hoffnung und Zuversicht ist, sondern in der düsteren Welt leben schaurige Fabelwesen. Doch ausgerechnet hier findet das kleine Mädchen Ruhe und vor allem eine Zuflucht um der grausamen Realität zu entfliehen. Lange bleibt es aber auch in Pans Labyrinth nicht ruhig, denn schon bald sieht sich Ofélia mit ihren eigenen Ängsten und Träumen konfrontiert.

Sie stellt sich ihnen entgegen und lernt dabei nicht nur sehr viel über sich selbst, sondern wappnet sich auch gegen die Realität, die sie irgendwann einholen wird. Sie wird bereit, ihr zu trotzen.

Bei Pan (Doug Jones) handelt es sich eigentlich um einen Faun, also einem Mischwesen aus Ziegenbock und Mensch, der Ofelia unter seine Fittiche nimmt. Faune entstammen der römischen Mythologie entstammen.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(12)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (2 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Keinen Film über den spanischen Bürgerkrieg hat der mexikanische Regisseur Guillermo Del Toro gedreht, sondern eine Parabel, in der Faschisten und Republikaner als Verkörperung von Gut und Böse fungieren. Das Böse scheint zunächst die Oberhand zu gewinnen und die junge Heldin Ofelia sucht unbewusst eine Möglichkeit, ihre Umgebung so zu interpretieren, dass sie in dieser Welt voller Schrecken, in der grausamen Welt des Faschismus leben kann.

    Ofelias Traumwelt ist ein Labyrinth, in dem sie sich verlieren kann, geheimnisvoll und ebenso düster und grausam wie die Realität: Feen werden von Monstern gefressen, die ihre Augen wie Stigmata in den Innenflächen der Hände tragen, und gierige Riesenkröten gilt es zu besiegen. Ein Faun hat dem jungen Mädchen drei Aufgaben gestellt, die sie bewältigen muss, bis sie wieder als Prinzessin in ihr Königreich zurückkehren könne.

    Guillermo Del Toro, Regisseur von „The Devil’s Backbone“, „Blade II“ und „Hellboy“, zeigt in „Pans Labyrinth“ erneut seine Vorliebe für düstere Fantasy-Stoffe im Gothic-Stil. Unübersehbar bedient er sich in seinem Märchen für Erwachsene bei einer von der Malerei Francisco Goyas inspirierten Bilderwelt – einer Welt, die schonungslos den Horror des Krieges darstellt. Wie im Werk des spanischen Malers ist es auch bei Del Toro der Krieg, der jegliche Humanität zerstört, der die Moral auf der Strecke bleiben lässt. In kranken, dreckigen Farben inszeniert der Regisseur die Abgründe der Figuren, mit einer unruhigen Kamera, die die ständige Angespanntheit der Figuren in jeder Sekunde auf den Zuschauer überträgt.

    Für das Mädchen erlaubt die Traumwelt, nicht völlig zu Grunde zu gehen. Indem sie ihren Stiefvater Vidal (dessen Abgründe Schauspieler Sergi López perfekt in Szene setzt) in grausame Monster transformiert, kann sie mit der Realität umgehen. Der kindliche Eskapismus erlaubt es dem Regisseur, auf subtile Weise den Horror des Faschismus darzustellen, ohne dabei im strengen Sinne einen historischen oder politischen Film zu drehen. Die Parallelisierung der Handlungsstränge und die ähnliche ästhetische Gestaltung beider Welten stellt dennoch einen Bezug zwischen Realität und Traumwelt dar. Der Kampf zwischen Republikanern und Franquisten dient jedoch nur als Folie, vor der Del Toro seine Parabel inszeniert. Er erzählt weniger vom Faschismus, als von dessen Schrecken, davon, wie er die Menschen entmenschlicht, wie er selbst die Unschuldigkeit eines Kindes zerstört.

    Fazit: Fantasy-Parabel über die Grausamkeiten des Faschismus und die erlösende Kraft kindlicher Imagination, der durch visuelle Brillanz besticht und durch seine historischen Bezüge nicht nur Liebhaber von Fantasy-Filmen anspricht. Die beiden Ebenen des Films stehen jedoch streckenweise seltsam unverbunden nebeneinander.
  • Nach „The Devil’s Backbone“ aus dem Jahr 2001 erzählt Guillermo Del Toro („Hellboy“) erneut eine fantastische Geschichte aus der Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg. Klassische Märchenmotive prallen auf eine düstere Vision der Realität, die eine Zwölfjährige Zuflucht in einer Fantasiewelt suchen lassen.

    Es ist ein gewagter Balanceakt, auf den sich Guillermo Del Toro da eingelassen hat: Gegensätzlichere Welten als ein verlockend gülden schillerndes Märchenuniversum, angefüllt mit wundersamen Wesen wie Faunen, Elfen, surrealen Monstern und unendlichen Möglichkeiten, und eine von Gewalt und Unterdrückung geprägte Realität, in der sich der spanische Faschismus in Gestalt einer omnipotenten Herrscherfigur manifestiert und seinen ganzen wahnwitzigen Schrecken unter der Bevölkerung verbreitet, kann man sich nicht vorstellen. Auf den ersten Blick. Denn die Kunst von „Pan’s Labyrinth“ ist eben nicht nur, dass man den unmittelbaren Zusammenprall der beiden Universen akzeptiert, sondern dass sie schlussendlich als nicht mehr voneinander trennbar erscheinen.

    Del Toro arbeitet auf der Höhe seiner Kunst und erschafft mit Hilfe seines technischen Stabes eine Filmwelt, die nicht überzeugender sein könnte. Insofern verweist dieser mit Symbolen und Metaphern angereicherte Irrgarten einer Geschichte nicht nur auf die in der selben Ära angesiedelte Geistergeschichte „The Devil’s Backbone“, sondern auch auf Del Toros vorangegangenen Hollywood-Hit „Hellboy“. Gleich in den ersten Szenen wird man auf das fantastische Element eingestimmt, wenn man von einem verwunschenen Königreich erfährt, in dem der König nach dem Tod seiner Tochter nicht ruhen will, bis die Prinzessin wieder zurückkehrt. Schnitt auf den zwölfjährigen Bücherwurm Ofelia im faschistischen Spanien Francos, die gerne in die Traumwelt ihrer Bücher eintaucht, um der bitteren Realität zu entfliehen: Ihre Mutter hat nach dem Tod des Vaters neu geheiratet, den Franco-General Vidal, der in den Wäldern nach Aufständischen jagt und sich als sadistischer Despot erweist, wie man als Zuschauer anhand einer ungemein rohen Szene erfährt, in der zwei unschuldige Kaninchenjäger von Vidal ermordet werden. Gleichzeitig stößt Ofelia in ihrem neuen Zuhause auf ein steinernes Labyrinth und macht Bekanntschaft mit einem Faun, der ihr offenbart, sie sei die verlorene Prinzessin eines unterirdischen Königreichs und müsse drei Aufgaben erfüllen, um dorthin zurückzukehren. Fortan springt der Film zwischen wundersamen Erlebnissen mit Riesenkröten und kinderfressenden Monstren und den verzweifelten Versuchen der Guerilla, Vidal Einhalt zu bieten.

    Die kritischsten Momente hat „Pan’s Labyrinth“ in den Eingangsszenen, wenn er seine Welt ausbreitet. Ist sie erstmal etabliert, macht der gnadenlos zwingend konstruierte Film keinen Fehler mehr, was einerseits an Del Toros beachtlichen inszenatorischen Fertigkeiten und seiner visuellen Stärke liegt, andererseits aber auch an Darstellern wie Sergi Lopez, der mit seinem General Vidal einen der faszinierendsten Bösewichte der Filmgeschichte schafft, oder Maribel Verdu als Haushälterin, die ihre Messerkünste an Schweinen aller Art unter Beweis stellt. Wenn im Showdown schließlich E.T.A. Hoffmann, Luis Bunuel und George Romero in gleichen Maßen heraufbeschworen werden, ist klar, dass Guillermo Del Toro einen zeitlosen Meilenstein des Genres geschaffen hat: Aus diesem eng gesteckten Labyrinth findet man so schnell nicht mehr hinaus. ts.

News und Stories

Kommentare