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Danny Boyle

Danny Boyle

Leben & Werk

Mit dem Drogen-, Junkie- und Dealer-Comedy-Thriller “Trainspotting” erneuerte Regisseur Danny Boyle 1996 das New British Cinema, indem er vollkommen auf sozialpolitische Stellungnahmen oder moralische Akzente verzichtete und den ungehemmten Lauf der Dinge zwischen Arbeitslosigkeit, Alltagsträumen, Drogenräuschen, Galgenhumor, Fußball, Pub und Verwahrlosung in schräge, skurrile und surreal verfremdete Bilder packte. Teils mit den Mitteln des Video-Musik-Clips erzählt der Film die Geschichte eines Freundesquartetts, das sich durchschlägt und einen letzten Deal durchzieht, bis es von seinem heimlichen Führer Renton (Ewan McGregor) gelinkt wird und sich auflöst. Der enorm erfolgreiche Film machte Hauptdarsteller Ewan McGregor und seinen Regisseur zum Star.

Danny Boyle wurde 1956 geboren und begann als Theaterregisseur, bevor er zum Fernsehen wechselte und einige teils kontrovers diskutierte Filme und TV-Serienepisoden inszenierte. 1993 legte er mit dem schwarzhumorigen “Kleine Morde unter Freunden” eine gelungene Krimikomödie um eine lockere Dreier-WG, eine zu beseitigende Leiche (in Hitchcock-Tradition) und Verrat vor, deren Überraschungserfolg den Weg zu dem nach dem Roman von Irvine Welsh adaptierten “Trainspotting” ebnete. Hauptdarsteller Ewan McGregor arbeitete ein drittes Mal für Boyle in dem in den USA entstandenen Film “Lebe lieber ungewöhnlich“, einer schrillen Mischung aus Screwball Comedy, Love Story, Ghost Story und Entführungsgeschichte, in der McGregor von Cameron Diaz zu ihrer Entführung gezwungen wird und die beiden von zwei auf die Erde gefallenen Engeln, die als weißgekleidete Killer arbeiten, überwacht werden.

Nachdem sich ein Projekt mit Sharon Stone zerschlagen hatte, inszenierte Boyle an den Originalschauplätzen in Thailand mit “Titanic”-Star Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle den exotischen Aussteigerfilm “The Beach”, der – nach dem Roman von Alex Garland – schildert, wie die Idylle einer Hippie-Kommune auf einer Insel samt azurfarbener Lagune an den Egoismen und Machtinteressen der Mitglieder zerbricht. Boyles elektrisierend aufregende Filmsprache ist nur noch in den Anfangssequenzen des handwerklich versierten Abenteuerfilms zu erkennen.

Nach kleineren Produktionen für das britische Fernsehen meldete sich Boyle 2002 mit der auf DV gedrehten Low-Budget-Produktion “28 Days Later” zurück, für die “Beach”-Autor Garland das Drehbuch schrieb. Der postapokalyptische Horror-Film handelt von einem Virus, das fast alle Bewohner Großbritanniens in blutrünstige Zombies verwandelt hat, und schildert den Überlebenskampf der letzten gesunden Menschen der Insel. Vor allem in der zweiten Hälfte gibt sich der Film hemmungslos dem Blutrausch hin. Gänzlich neues Terrain betrat er mit dem märchenhaften “Millions”, in dem zwei Jungen plötzlich zu viel Geld kommen.

Sein Science-Fiction-Film “Sunshine” (2007) geht von der etwas absurden Idee aus, dass die Sonne langsam verlöschen wird, und um die dadurch drohende Eiszeit auf Erden zu verhindern, soll der Stern bombardiert werden. 2007 kam “28 Weeks Later” in die Kinos. Boyle war bei dem Sequel von “28 Days Later” neben Andrew Macdonald an der Produktion mitbeteiligt. Ein Jahr später gelang dem Regisseur mit “Slumdog Millionaire” erneut ein großer Erfolg. Sein modernes Märchen um einen jungen Mann aus den Slums, der in der indischen Version von “Wer wird Millionär?” nur noch die gewinnbringende Frage beantworten muss, räumte bei der British Independent Filmpreisverleihung gleich drei Auszeichnungen ab. Gekrönt wurde dieser Erfolg durch einen British Academy Award, einen Golden Globe und schließlich durch einen Oscar für die beste Regie.

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